Färbhaus

 

Konrad Ruhl ("Mengersch") und Heinrich Oechler ("Dicke", Knecht in "Krommese") beim Holzsägen in "Mengersch" Hof, im Hintergrund das Färbhaus.
 
Hausnummern: 1820 Haus Nr. 59, 1862 Haus Nr. 63, 1900 Kreuzstraße 14, 1961 Kreuzstraße 8
 
Bedeutung des Hausnamens: Das Gebäude diente im Rahmen der Textilherstellung als Färbhaus und wurde auch offiziell so bezeichnet.
 
Interessantes: Im Färbhaus wurden die fertig gewebten Leinentuche in Bottichen gefärbt. Noch bis um 1870 sind in Crainfeld gewerbliche Färber belegt, die häufig von auswärts kamen und dann teilweise auch eigene Häuser in Crainfeld (z. B. "Mengersch" und "Gerbets") erwarben. Das Gebäude stellte ein einmaliges Baudenkmal für das Textilgewerbe im Vogelsberg dar, welche bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts eine der wirtschaftlichen Stützen der Region war. In den 1970er Jahren war sogar eine Translokation des Crainfelder Färbhauses in das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach im Gespräch. Das Gebäude wurde jedoch 1978 abgerissen und an seiner Stelle eine Garage gebaut.

Direkt unter dem Färbhaus verlief der Mühlgraben der benachbarten "Krommese" Mühle. Ab 1879 gehörte es auch faktisch zur Mühle, da beide Gebäude den gleichen Besitzer hatten. Seit 1899 wurde das Färbhaus als Stallgebäude genutzt.

 
Hausbesitzer:
 
1820 Christoph Oechler
1829 Johannes Büttner (Kauf)
1862 Heinrich Wilhelm Nolde, Färber, aus Schotten
1872 Anton Nolde (Sohn), aus Schotten
1873 Konrad Fritz (Kauf), Zimmermann + Müller + Wagner, aus Crainfeld ("Koppels" Altes Haus)
1894 Heinrich Fritz III. (Sohn), Landwirt + Müller
1920 Katharina Fritz Witwe geb. Oechler, Witwe von Heinrich Fritz III.
1938 Wilhelm Fritz (Sohn), Landwirt + Bürgermeister
1948 Horst Ziegler (Schwiegersohn), Landwirt + Bürgermeister, aus Darmstadt
 

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