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Das Gericht Crainfeld |
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Der "Edelhof", Amtshaus und Wohnsitz der Crainfelder Oberschultheißen bis 1821. |
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Die Crainfelder Oberschultheißen Die Namen der während des Mittelalters vom jeweiligen Gerichtsherren als solche im Gericht Crainfeld eingesetzten Zentgrafen (Oberschultheißen) sind mangels schriftlicher Quellen nicht überliefert. Wahrscheinlich waren diese adeliger bzw. niederadeliger Herkunft, worauf auch die heute allgemein verwendete Bezeichnung für das Amtshaus ("Edelhof") hinzudeuten scheint. Von einigen Heimatforschern wie zuerst dem Pfarrer Knodt wurde die Gelnhäuser Patrizierfamilie von Crainfeld mit dem Ort und Gericht in Crainfeld in Verbindung gebracht. Erstmals wird in einer Schenkungsurkunde von 1245 ein Rudegerus de Creigenvelt als Bürger und Schöffe der Reichsstadt Gelnhausen genannt. Die Familie scheint sehr wohlhabend gewesen zu sein, denn ein Bruder des genannten Rudegerus trug den Beinamen "Goldsack". Mitglieder der Familie sind in Urkunden des 14. Jahrhunderts mehrfach als Schultheißen und Schöffen in Gelnhausen genannt, ein direkter Hinweis auf eine Herkunft aus Crainfeld im Vogelsberg fehlt, abgesehen natürlich vom Familiennamen selbst, jedoch. So ist der erste namentlich bekannte Zentgraf (Oberschultheiß) von Crainfeld der in einem Kaufbrief vom 3.7.1396 zusammen mit anderen Schultheißen der vier Gerichtsdörfer, Fricke Weydeliche von Crainfeld, Hans Brockeman, Wiczil Geszer und Heyncze Rode von Ilbeshausen genannte Heincze. Als nächster Crainfelder Zentgraf ist Hermann von Buchenau durch seine Bestallungsurkunde vom 22.9.1419, ausgestellt von den Grafen Johann und Gottfried von Ziegenhain, überliefert. Eine zusammenhängende Liste der Oberschultheißen in Crainfeld lässt sich erst ab dem 16. Jahrhundert erstellen. Aber auch heute noch ist erst ein kleiner Bruchteil über die einstigen Crainfelder Zentgrafen erforscht und bekannt. In zahlreichen Quellen aus dem 16. Jahrhundert ist Balthasar von Jossa als landgräflicher Schultheiß überliefert, der von 1536 bis zu seinem Tod 1585 dieses Amt ausgeübt haben soll. Wie im Salbuch des Gerichts von 1556 aufgeführt, hatte er in der Gemarkung Crainfeld auch eigenen Grundbesitz. Eine landgräfliche Bestallung des Balthasar von Jossa zum Crainfelder Schultheißen datiert vom 12.1.1569. Weiterhin wird er in einem Aktenstück über das "Furstgelt" aus dem Gericht Crainfeld vom 30.12.1549 zusammen mit dem Crainfelder Oberförster Johann Buntinge und dem Unterförster Feltin Rasch genannt. Sein Nachfolger war vermutlich der erstmals 1580 genannte Reinhard Wiederholt, der noch bis weit in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges hinein bis 1637 im Amt blieb und 1622 auch die Plünderung und Zerstörung Crainfelds und des Amtshauses, des Edelhofes, miterlebt hatte. Er wird in dem mit seiner Hilfe 1625 aufgestellten Kriegsschadensverzeichnis mit einer Summe von 6.000 Gulden, über einem Viertel der gesamten Schadenssumme von 20.000 Gulden, genannt. Noch aus den Jahren 1635 und 1636 sind Beschwerdebriefe an den Landgrafen in Darmstadt über die Übergriffe von Salvaguardien (Schutzwachen) im Gericht Crainfeld überliefert. Reinhard Wiederholt soll später zusammen mit seinem Sohn Daniel Wiederholt zum Katholizismus konvertiert und nach Wien übergesiedelt sein. Seine Frau Susanne Wiederholt geb. Güst stammte aus Fritzlar und ist, nach der Inschrift auf ihrem früher an der Kirche stehenden Grabstein, am 12.3.1627 verstorben. Die Familie Wiederholt galt als bedeutend. So schrieb 1754 Johann Jost Winkelmann in seinem "Sechsten Theil der gründlichen und wahrhaften Beschreibung der Fürstentümer Hessen und Hersfeld": "Crainfeld, Hessisches Dorf unfern Buchen in der Graffschaft Nidda daraus entsprossen das vornehme Geschlecht der Wiederholden. ibid. ist ein alter Ort, dessen in Donationsbriefen vor mehr als 800 Jahren gedacht wird". Im Jahr 1637 übernahm Johann Nikolaus Ellenberger aus Homburg v. d. H. das Amt des Gerichtsschultheißen in Crainfeld. Er hatte verwandtschaftliche Beziehungen zu seinem Vorgänger, denn seine Ehefrau Margaretha geb. Lyncker war Tochter des Rentschreibers Nikolaus Lyncker zu Nidda und der Veronika geb. Wiederholt, einer Tochter des Reinhard Wiederholt. Johann Nikolaus Ellenberger blieb 43 Jahre lang, bis 1680, Oberschultheiß in Crainfeld und starb dort am 3.6.1680. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Heinrich Christoph Ellenberger. Unter ihm erfolgte der Neubau des Edelhofes in seiner bis heute erhaltenen Gestalt. Auch der 1778 als letzter der Familie in Crainfeld gestorbene Sohn Johann Jakob Konrad Ellenberger war im Dienst des Gerichts tätig, jedoch nicht mehr als Oberschultheiß, sondern als Landbereiter. Zum Familienbesitz zählte bis 1720 die im Dorf gelegene Mühle (Hausname "Krommese"), welche daher auch als "Ellenbergersche Mühle" bezeichnet wird und stets in Pacht von einem auswärtigen Müllermeister betrieben wurde. Im Ämterbuch der Landgrafschaft Hessen von 1717 und 1728 werden Paul Petri und als sein Adjunkt Johann Paul Buff genannt. Johann Paul Buff war ein Bruder des Pfarrers Christoph Buff in Steinbach bei Gießen. Weltberühmt ist seine Großnichte Charlotte Buff (geb. 1751 in Wetzlar) durch ihre Beziehung zu Johann Wolfgang von Goethe, dem sie als Vorlage für die Figur "Lotte" in seinem Roman "Die Leiden des jungen Werther" diente. Zu seinem Nachfolger wurde Johann Peter Rübsamen ernannt. Dessen Schwiegersohn Johann Heinrich Paul Buff, der Sohn seines Vorgängers, folgte ihm wiederum als Oberschultheiß in Crainfeld und als "Renteiverwalter und Ökonomiekommissar über Kanton Nidda und Lißberg". Die Familie Buff war ihrerseits auch wieder mit den Ellenbergern verwandt, da Susanna Friederika Maria Buff, eine Tochter des Johann Paul Buff, mit dem erwähnten fürstlichen Landbereiter Johann Jakob Konrad Ellenberger verheiratet war. Sohn des Schultheißen Johann Peter Rübsamen war der Crainfelder Pfarrer Ludwig Wilhelm Heinrich Rübsamen, selbst mit der Tochter seines Amtsvorgängers Johann Vincenz Vigelius verheiratet. Johann Heinrich Paul Buff war der letzte Oberschultheiß des Gerichts Crainfeld, der auch im Ort selbst wohnte und sein Amt ausübte. Nach seinem Tod im Jahr 1787 wurde das Gericht Crainfeld gemeinsam mit dem benachbarten Gericht Burkhards von dem dortigen Gerichtsschultheiß, Gerichtsschreiber und Amtmann Georg Karl Vogt verwaltet. Er hatte seinen Sitz im Jagschloss Zwiefalten bei Eichelsachsen. In Crainfeld verblieb die Renteiverwaltung unter dem Rentamtmann Johann Friedrich Buff, dem ältesten Sohn des Johann Heinrich Paul Buff. Er wurde am 17.8.1821 in den Ruhestand versetzt. Seine Schwester Maria Christiana Buff war die Ehefrau des ersten nach der Gemeindeordnung von 1821 gewählten Bürgermeisters Johann Bast Götz. Am 29.4.1824 starb Johann Friedrich Paul Buff in Crainfeld. 1825/26 fand eine "Ausscheidung" der in seinem Besitz befindlichen Akten des ehemaligen Amtes Lißberg, wozu Crainfeld seit 1796 gehörte, statt. Anschließend wurden noch als brauchbar erachtete Akten, darunter möglicherweise auch die Akten des Gerichts Crainfeld, in die Kreisstadt Schotten und nach Bingenheim abgeliefert. |
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Oberschultheißen des Gerichts Crainfeld |
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| Heincze | 1396 genannt | |||
| Hermann von Buchenau | 1419 genannt | |||
| Balthasar von Jossa | 1536 - 1585 | |||
| Reinhard Wiederholt | 1580 und 1625 genannt | |||
| Johann Nikolaus Ellenberger | 1637 - 1680 | |||
| Heinrich Christoph Ellenberger | 1680 - 1689 | |||
| Paul Petri | 1717 und 1728 genannt | |||
| Johann Paul Buff | geb. 1697 gest. 1729 | |||
| Johann Peter Rübsamen | geb. 1698 gest. 1771 | |||
| Johann Heinrich Paul Buff | geb. 1720 gest. 1787 | |||
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Das Gebiet des Gerichts Crainfeld und seine Umgebung einschließlich Waldflächen und Straßen auf einer (gewesteten) österreichischen Militärkarte aus dem Jahr 1797 (Ausschnitt). |
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Die Crainfelder Unterschultheißen Im Unterschied zu den Oberschultheißen und den übrigen landgräflichen Beamten waren die Crainfelder Unterschultheißen stets örtlicher, d. h. bäuerlicher, Herkunft. Sie dürften dabei stets auch aus der Schicht der größeren Bauern (Pferdebauern) gestammt haben. Das Amt existierte bereits im Mittelalter, denn schon in der erwähnten Urkunde von 1396 wird ein "Fricke Weydeliche schultheisze daselbes" (zu Crainfeld) genannt. Ähnlich wie bei den anderen Ämtern und später auch bei den Bürgermeistern wurde der Rang des Unterschultheißen nicht selten innerhalb einer Familie vererbt. In diesem Fall arbeitete der Vater seinen Sohn schon zu Lebzeiten in sein Amt ein. So stellten im 18. Jahrhundert mehrmals Angehörige der Familien Schmalbach ("Zöllersch") und Luft ("Schreiersch") den Unterschultheißen. |
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Unterschultheißen der Gemeinde Crainfeld |
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| Johannes Luft | Haus unbekannt | geb. 1693 gest. 1759 | ||
| Konrad Rehberger | Haus unbekannt | geb. 1699 gest. 1732 | ||
| Johann Schad | "Girschels" Haus | geb. 1678 gest. 1738 | ||
| Valentin Schmalbach | "Zöllersch" | gest. 1642 gest. 1722 | ||
| Balthasar Schmalbach | "Zöllersch" | geb. 1677 gest. unbek. | ||
| Bast Heutzenröder | "Affremjes" Haus | gest. 1683 gest. 1746 | ||
| Johannes Heutzenröder II. | "Linneboste" | geb. 1694 gest. 1782 | ||
| Sebastian Weitzel | "Kippeljes" Haus | Lebensdaten unbekannt | ||
| Johann Hennrich Schultheis | "Girschels" Haus | geb. 1689 gest. 1749 | ||
| Johann Jakob Luft | "Schreiersch" | geb. 1736 gest. 1814 | ||
| Konrad Luft | "Schreiersch" | geb. 1759 gest. 1828 | ||
| Johann Sebastian Rauber | Haus unbekannt | geb. 1762 gest. 1821 | ||
| Johann Heinrich Heutzenröder | "Affremjes" Haus | geb. 1774 gest. unbek. | ||
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Verwaltungsstruktur des Gerichts Crainfeld |
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| Von 1778 bis 1806 erschien als Staatshandbuch für die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt der "Hochfürstlich Hessen-Darmstädtische Staats- und Adreßkalender". Als amtliches Adressbuch gedacht, bot dieses jährlich erscheinende Werk einen Überblick über die Gliederung der landgräflichen Verwaltung und somit auch über das Gericht Crainfeld. Die im Folgenden wiedergegebene Übersicht spiegelt das Gericht Crainfeld im Jahr 1794 wieder. | ||||
| Forstbedienstete im Oberfürstentum | ||||
| Oberforst Eichelsachsen: Forst Rudingshain, Schotten, Burkhards, Crainfeld, Bobenhausen und Ilbeshausen | ||||
| Oberförster: Herr F. A. Pfeffer zu Rudingshain | ||||
| Reitender Förster: Georg Fr. Pfannstiel zu Grebenhain | ||||
| Förster: Fr. Leonh. Gottl. Usinger zu Ilbeshausen | ||||
| Unterförster: Joh. Valentin Baumbach zu Crainfeld | ||||
| Unterförster: Joh. Valentin Usinger zu Ilbeshausen | ||||
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Verwilligungsgelder-Einnehmer im Oberfürstentum |
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| Gericht Burkhards und Crainfeld | ||||
| Herr Friedrich Burff, Renteiverwalter in Crainfeld | ||||
| Sämtliche Prediger und Schullehrer im Oberfürstenthum Hessen | ||||
| Konvent Schotten | ||||
| Inspektor: Herr J. E. Th. Limpert, Pfarrer zu Schotten | ||||
| Crainfeld | ||||
| Pfarrer: Hr. L. H. W. Rübsamen | ||||
| Schullehrer: Hr. Henrich Jakob Weiz | ||||
| Bermuthshain | ||||
| Schullehrer: Hr. J. B. Hornung | ||||
| Adjunkt: Hr. Johann Henrich Hornung | ||||
| Grebenhain | ||||
| Schullehrer: Joh. Henrich Schaub | ||||
| Ilbeshausen | ||||
| Pfarrer: Hr. Georg Ludwig Löber | ||||
| Schullehrer: Hr. Johann Gebhard Fuchs | ||||
| Adjunkt: Hr. Johann Gebhard Fuchs | ||||
| Justiz-, Kameral- und andere Dienerschaft in den Aemtern des Oberfürstenthums Hessen | ||||
| Gericht Burkhards und Crainfeld | ||||
| Gerichtsschultheiß und Gerichtsschreiber: Herr Georg Karl Vogt zu Zwiefalten, Amtmann | ||||
| Renteiverwalter: Hr. Johann Friedrich Buff zu Crainfeld | ||||
| Bermuthshain und die 2 Grundmühlen | ||||
| Schultheiß: Hr. Joh. Balthasar Bopp | ||||
| Zöllner: Hr. Joh. Henrich Kleinschmidt | ||||
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Crainfeld, die Mertz- und Heckenmühle |
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| Landkommissar: Herr Valentin Brückner | ||||
| Schultheiß: Hr. Johann Jakob Luft | ||||
| Zöllner: Hr. Johann Balthasar Rauber | ||||
| Grebenhain und die 5 Ahlmühlen | ||||
| Schultheiß: Hr. Sebastian Ruhl | ||||
| Adjunkt: Hr. Johann Sebastian Ruhl | ||||
| Zöllner: Hr. Johann Henrich Müller | ||||
| Ilbeshausen | ||||
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Schultheiß: Hr. Joh. Löffler |
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Zöllner: Hr. Andreas Schneider |
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