Der jüdische Friedhof von Crainfeld

 

Der jüdische Friedhof im Februar 2006.

 
Inmitten von landwirtschaftlich genutztem Gelände liegt auf einer Anhöhe nördlich der Straße von Crainfeld nach Bannerod, etwas versteckt hinter Hecken, der jüdische Friedhof von Crainfeld. Er ist heute das einzige noch sichtbare Zeugnis der mehrhundertjährigen und in der Zeit des Nationalsozialismus ausgelöschten jüdischen Gemeinde Crainfeld. Allein schon diese Tatsache macht ihn gleichrangig mit Kirche und Edelhof zum wichtigsten Kulturdenkmal des Dorfes, das im Unterschied zu den beiden anderen Objekten heute nur wenigen bekannt ist.
 

Geschichte des Friedhofes

Der genaue Zeitpunkt der Entstehung des jüdischen Friedhofs liegt im Dunklen. Möglicherweise wurden die ersten jüdischen Einwohner von Crainfeld noch auf den Friedhöfen auswärtiger jüdischer Gemeinden bestattet. Die jüdische Gemeinde im benachbarten Lichenroth etwa begrub ihre Toten auf einem Sammelfriedhof bei Birstein, der auch von den dortigen Gläubigen genutzt wurde. Wahrscheinlich entstand der Crainfelder Friedhof zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als der Anteil der Juden an der Crainfelder Dorfbevölkerung enorm angestiegen und auch bereits eine jüdische Gemeinde gegründet worden war. Die ältesten heute noch erhaltenen Grabsteine sollen aus der Zeit um 1820 stammen. Wie es für jüdische Dorffriedhöfe nicht selten war, entstand auch der Crainfelder "Judenfriedhof" weitab vom Dorf nahe der Gemarkungsgrenze. Die erste Erwähnung des jüdischen Friedhofs und zugleich auch die erste bildliche Darstellung findet sich in dem 1832 angefertigten Parzellhandriss der Gemarkung Crainfeld. Bereits hier ist eine rechteckige Form des Friedhofsgeländes zu erkennen.

Für das Jahr 1858 ist eine Erweiterung des Friedhofes belegt, wodurch dieser seine jetzige Größe erhielt. Am 3.2.1858 verkauften der christliche Ortsbürger Konrad Strauch II. und seine Ehefrau Margaretha geb. Laufer (Hausname "Kannsmusjes") der Israelitischen Gemeinde zwei Grundstücke, einen Acker am "Haselacker" neben Sebastian Schäfer von 13 Quadratklafter und einen Acker neben dem "Judenacker" (Jüdischer Friedhof) von 7 Quadratklafter zum Preis von 30 Gulden. Die Übergabe der Grundstücke geschah unter der Bedingung, dass die jüdische Gemeinde nach der Aberntung Fuhren von Denkmälern oder anderen Materialien auf den Totenhof neben seinem Grundstück außer dem Pfad zu fahren.

 

Älteste Abbildung des Jüdischen Friedhofes in der Flur "Am Haselacker" auf dem Parzellhandriss der Gemarkung Crainfeld von 1832, gezeichnet von dem Geometer Knewitz.

 
Aufgrund von Geldmangel verzichtete die Jüdische Gemeinde auf eine Umzäunung des Friedhofs. Zu einem in der Literatur leider nicht angegebenen Zeitpunkt (wohl um 1900) entschloss sie sich aber doch zur Anlage eines Zauns und bat den Crainfelder Gemeinderat, einen Teil der Kosten zu übernehmen, da die jüdische Gemeinde auch Gemeindeumlagen bezahlen müsse und der christliche Friedhof ebenfalls aus der Gemeindekasse in Ordnung gehalten werden. Die politische Gemeinde lehnte einen solchen Zuschuss jedoch ab und verwies darauf, dass der jüdische Friedhof nicht nur den Crainfelder Juden gehöre, sondern auch denjenigen in Grebenhain, Bermuthshain und Nieder-Moos. Zudem hätten die Crainfelder Juden das gleiche Recht am christlichen Friedhof und könnten auf ihm beerdigt werden (was freilich aus Sicht der strenggläubigen jüdischen Bürger Crainfelds nicht akzeptabel war). Ob die Umzäunung entstand, ist nicht überliefert. Heute sorgen Hecken und Lesesteine von den umgebenden Äckern für eine zusätzliche Begrenzung des durch einen Maschendrahtzaun umgebenen Friedhofes.
 

Der jüdische Friedhof im März 2003.

 
Wenn ein jüdischer Bürger Crainfelds verstarb, wurde der Sarg durch Verwandte und Freunde selbst zusammengenagelt. Es war eine einfache rechteckige und hölzerne Kiste. Der Verstorbene wurde gewaschen und anschließend in den Sarg gelegt. Für den weiteren Weg wurde ein kleiner Beutel mit Geld zugegeben, dass als "Zehrgeld" dienen sollte. Zur Beerdigung wurde der Sarg mit dem Verstorbenen mit Hilfe von sechs jüdischen Gemeindemitgliedern zum Friedhof getragen. Die Särge von Juden, die Untaten begangen hatten, durften übrigens nicht durch die Friedhofspforte getragen, sondern mussten über die Mauer gehoben werden. Ein Christ durfte den Friedhof selbst während einer Beerdigung nicht betreten, aber außerhalb davor stehen. Im Trauerzug gingen der jüdische Lehrer sowie Verwandte und Freunde mit. Wie bei den Christen wurde schwarze Trauerbekleidung getragen. Der jüdischen Tradition entsprechend markierte nur ein Grabstein die Begräbnisstätte, eine besondere Grabpflege oder Grabschmuck wie bei christlichen Friedhöfen waren nicht üblich. Als Zeichen der Anteilnahme mit den Verstorbenen wurden Steine auf den Grabstein gelegt. Grabsteine auf jüdischen Friedhöfen dürfen niemals entfernt oder versetzt werden und sind dem natürlichen Zerfallsprozess überlassen. Mittlerweile zeichnet es sich jedoch ab, jüdische Friedhöfe und Grabdenkmäler in Deutschland wegen ihrer besonderen historischen Bedeutung dauerhaft zu erhalten.
 

Zerstörter Grabstein mit herausgebrochener Schriftplatte im Jahr 2003.

 
Im Jahr 1937 erfolgte die letzte Beerdigung auf dem jüdischen Friedhof, die des Götz Zimmermann (Hausname "Götzjes") aus Grebenhain. Während der NS-Zeit ist es wiederholt zu Schändungen auch der Grabstätten der jüdischen Crainfelder gekommen. So haben 1937/38 Angehörige der Hitlerjugend aus Crainfeld mehrere Grabsteine umgestürzt. Tatsächlich weisen einige Grabsteine noch heute Beschädigungen aus dieser Zeit wie gestohlene Grabplatten auf. Besonders viele der jüngeren Grabsteine wurden umgeworfen und erst im Jahr 2005 wieder aufgerichtet. In einem Protokoll über das Vermögen der jüdischen Gemeinde vom 11.10.1937 wurde der jüdische Friedhof als "wertlos" bezeichnet, weil die Fläche in den nächsten 20 Jahren nicht als Wirtschaftsgelände genutzt werden könne. Es ist ohne weiteres vorstellbar, dass der jüdische Friedhof nach einem "Endsieg" und im Rahmen der 1935 begonnenen Flurbereinigung vollständig beseitigt worden wäre, wie dies anderenorts geschah. Heute obliegt die Verantwortung für die Instandhaltung des Friedhofes der Großgemeinde Grebenhain.1992/93 erfolgte eine Dokumentation des Friedhofes und der Inschriften der Grabsteine durch eine Schulklasse der Oberwaldschule Grebenhain.
 

Grabstein des Aron Feist Stein (gest. 1898). Die Ausschmückung (achteckiger Stern, zwei Schofarhörner) weist auf die Zugehörigkeit zu den "Kohanim" hin.
 

Die Grabsteine

Der jüdische Friedhof von Crainfeld hat die Form eines unregelmäßigen Rechtecks mit einem Flächeninhalt von 1100 qm. Wie bei jüdischen Begräbnisstätten üblich, sind die dicht aneinanderstehenden Grabsteine mit der Vorderseite nach Osten (in Richtung Jerusalem) ausgerichtet. Insgesamt befinden sich heute auf dem jüdischen Friedhof 75 Grabsteine, welche in 10 Reihen angeordnet sind. Die meisten von ihnen sind der Tradition jüdischer Grabsteine seit dem Mittelalter entsprechend in Stelenform gehalten mit einem oben abschließenden Halbbogen oder Giebel. Die ältesten Grabsteine (in den ersten beiden Reihen) verfügen nur über eine hebräische Inschrift. Erst ab etwa 1870 wurde, zunächst nur auf der Rückseite, eine deutsche Inschrift hinzugefügt. Die jüngeren Steine sind auf der Vorderseite hebräisch und darunter deutsch beschriftet. Lediglich der zuletzt gesetzte Stein des Götz Zimmermann von 1937 verfügt über keine hebräischen Schriftzeichen. Die hebräischen Inschriften gleichen sich im Schema und nennen außer dem Namen des Toten und dem Todesdatum (nach jüdischer Zeitrechnung) sowie einem Lobvers auf den Verstorbenen keine genauen Lebensdaten. Auf einigen Grabsteinen sind Symbole zu sehen, wie Sonnen, sechs- und achteckige Sterne, segnende Hände und das Schofarhorn. Die segnenden Hände stehen für die Zugehörigkeit des Verstorbenen zu den Kohanim, die ihre mythische Abstammung auf die ersten jüdischen Priester zurückführen. Das Schofarhorn soll anzeigen, dass der Verstorbene in der Gemeinde das Ehrenamt des Schofarbläsers in der Gemeinde innehatte. Dieses Instrument wird im Judentum zur Ankündigung hoher religiöser Festlichkeiten verwendet.

Auf dieser und der folgenden Seite findet man auf der Basis der 1992/93 erstellten Dokumentation, Informationen zu den einzelnen Grabsteinen und den dort Bestatteten. Aufgelistet sind alle Grabmale stets von Süden nach Norden in West-Ost-Richtung, nach dem Zustand zur Zeit ihrer Dokumentation 1992/93. Die Maße (cm) beziehen sich auf Breite, Höhe und Tiefe im Boden.

 

Reihe 1

 
Grabstein 1. Material: Sandstein. Maße: 74 x 173 x 17. Zustand: verwittert, aufrecht stehend. Symbol: Sonne. Inschrift: hebräisch (nicht entziffert).  Besonderes: höchster Grabstein des Friedhofes.
Grabstein 2. Material: Sandstein. Maße: 67 x 96 x 12. Zustand: gut erhalten. Symbol: Vorhang. Inschrift: hebräisch (nicht entziffert).
Grabstein 3. Material: Sandstein. Maße: 25 x 90 x 15. Zustand: gut erhalten, aufrecht stehend. Inschrift: hebräisch (nicht entziffert).
 

Reihe 2

 
Grabstein 4. Material: Sandstein. Maße: 58 x 103 x 16. Zustand: verwittert, aufrecht stehend. Symbol: sechszackiger Stern. Inschrift: hebräisch (nicht mehr lesbar).
Grabstein 5. Material: Sandstein. Zustand: nur noch Sockelrest vorhanden.
 

Reihe 3

 
Grabstein 6. Material: Sandstein. Maße: 65 x 116 x 12. Zustand: aufrecht stehend. Gesetzt: 1890. Inschrift: hebräisch. Übersetzung: Hier ist begraben ihre Taten waren angenehm , sie war versöhnlich auf ihrem Weg und friedlich, ... ihre Seele war rein. Miriam, Tochter des Levi Pinhasa (?) in Hosel, Frau des Benjamin, am Tag des heiligen Sabbath, dem 9. Nissan 650 nach der heiligen Zählung.
Grabstein 7. Material: Sandstein. Maße: 52 x 100 x 10,5. Zustand: aufrecht stehend, locker. Symbol: Kreis mit flügelähnlichen Erhebungen. Gesetzt: 1864. Inschrift: hebräisch. Übersetzung: Hier ruht die ehrenwerte und teure Frau die auf geradem Wege ging. ... arinel, Frau des Rabbi Abraham, Sohn des Alexander, verstorben mit gutem Namen am heiligen Sabbath am Neumondtag (1. des Monats) des Shevat 624 nach der kleinen Zählung. Ihre Seele werde eingebunden in den Bund des Lebens.
Grabstein 8. Material: Sandstein. Maße: 60 x 118 x 11. Zustand: gut erhalten, locker. Inschrift: hebräisch (nicht entziffert).
Grabstein 9. Material: Sandstein. Maße: 106 x 66,5 x 13,5. Zustand: leicht geneigt, stark verwittert.  Gesetzt: 1853. Inschrift: hebräisch. Übersetzung:  Hier ruht der Mann, angenehm und teuer, in allen seinen Taten seine Werke waren in Reinheit, der teure Chawer Mendel, Sohn des Chawer Jehuda, Sohn des Mattatiatahu dem Levi, verstorben und begraben mit gutem Namen am Freitag, Abend des heiligen Sabbath ... im Jahre 613 nach der kleinen Zählung. Seine Seele werde aufgenommen in den Bund des Lebens.
 

Reihe 4

 
Grabstein 10. Material: Sandstein. Maße: 55 x 102 x 9. Zustand: aufrecht stehend, leicht verwittert. Gesetzt: 1873. Inschrift: hebräisch (Vorderseite), deutsch (Rückseite). Übersetzung: Grabstein für eine Frau. Die tüchtige Frau, eine Zierde für ihren Mann und ihren Sohn ging immer einen geraden Weg und war angenehm in ihrem Tun für Mutter und Vater ... in Güte und Wahrheit alle ihre Tage, Ehefrau des David, Sohn des Gershon, verstorben am Freitag und begraben am Freitag, dem 7. Elul 633. Deutsche Inschrift: Leda Sommer gb. den 28. Dz 1822 gst. den 23. Aug. 1873. Besonderes: vermutlich ältester Grabstein mit deutscher Inschrift.
Grabstein 11. Material: Sandstein. Maße: 53 x 94 x 11. Zustand: aufrecht stehend. Gesetzt: 1872. Inschrift: hebräisch. Übersetzung: Hier ist begraben der Mann, arm an allen ... gerecht in allen seinen Wegen und fromm in allen seinen Taten, Abraham, Sohn des Alexander, verstorben am 28. und begraben am 28. Nissan 632 nach der kleinen Zählung. Seine Seele werde eingebunden in den Bund des Lebens.
Grabstein 12. Material: Sandstein. Maße: 50 x 94 x 11. Zustand: gut erhalten. Inschrift: hebräisch (nicht entziffert).
Grabstein 13. Material: Sandstein. Maße: 50 x 85. Zustand: umgestürzt, Vorderseite teilweise zerbrochen. Inschrift: hebräisch (nicht entziffert)
Grabstein 14. Material: Sandstein. Maße 18 x 62 x 13. Zustand: stark verwittert. Inschrift: hebräisch.
Grabstein 15. Material: Sandstein. Zustand: Vorderseite teilweise verwittert. Inschrift (hebräisch (nicht entziffert).
 

Grabstein des Gottlieb Sommer, gest. 24.7.1878.

 

Reihe 5

 
Grabstein 16. Material: grauer Sandstein. Maße: 58 x 112 x 10. Zustand: steht leicht schräg, leicht verwittert. Gesetzt: 1882. Inschrift: hebräisch. Übersetzung: Hier ist begraben der unbescholtene und aufrechte Mann Gottes, fürchtig in seiner Jugend arbeitete in Gerechtigkeit und erreichte mühselig seinen Felsen, das Mitglied Abraham, Sohn des Gershon aus Crainfeld. Er wurde eingesammelt zu den Auserwählten in den Tagen seiner Jugend, und traurig waren die Hinterbliebenen, seine Witwe und seine Waisen. Seiner gedachten die ihn kannten am guten Tage, am 7. Cheschwan 5643. Seine Seele werde eingebunden in den Bund des Lebens.
Grabstein 17. Material: Sandstein. Maße: 54 x 116 x 10. Zustand: steht leicht schief. Gesetzt: 1882. Inschrift: hebräisch (Vorderseite), deutsch (Rückseite). Deutsche Inschrift: Hier ruht Fanni Meier Ehefrau des Meier Meier geborene Lind aus Crainfeld geb d 15 Juli 1831 gst d 22 Januar 1882 Sanft ruhe ihre Asche.
Grabstein 18. Material: roter Sandstein. Maße: 47 x 86 x 13. Zustand: gut erhalten. Inschrift: hebräisch (oben), deutsch (unten). Deutsche Inschrift: Hier ruht Benjamin Stein gest. 29. Juni 1880 im Alter von 20 Jahren Ruhe sanft.
Grabstein 19. Material: grauer Sandstein. Maße: 56 x 102 x 11 Zustand: aufrecht stehend. Inschrift: hebräisch (Vorderseite), deutsch (Rückseite). Übersetzung: Jehuda, Sohn des Gershon. Hier ruht der unbescholtene und aufrechte Mann der immer in Reinheit gottesfürchtig, erinnerte er sich an das Schlimme übte Gerechtigkeit aus zu jeder Zeit und ging ein zum Herren mit gutem Namen am Mittwoch, 23. Siwan und wurde beerdigt mit großen Ehren am Donnerstag 640 nach der kleinen Zählung. Seine Seele werde eingebunden in den Bund des Lebens. Deutsche Inschrift: Hier ruht in Gott Loeb Sommer Crainfeld. Als Gatte Vater Mensch und Israelite Gingst du voll Ruhm die Pilgerbahn Jeder Tag der dich neu beglückte Gab Zeugniss dir O Biedermann Drum wirst du für den frommen Mut .... Im ... gest den ... im Alter ... Seele.
Grabstein 20. Material: roter Sandstein. Maße: 49 x 102 x 12. Zustand: verwittert und Ecken herausgebrochen. Gesetzt: 1878. Symbol: zwei Löwen rechts und links, in der Mitte oben eine dreistrahlige Sonne. Inschrift: hebräisch (oben), deutsch (unten). Übersetzung: Hier ist begraben der rechtschaffende und Gerade Mann, der immer wandelte und arbeitete in Gerechtigkeit, der Chawer Joaz, Sohn des Alexander hier verstorben am Mittwoch, 23. Tammuz und beerdigt nach der kleinen Zählung. Seine Seele werde eingebunden in den Bund des Lebens. Deutsche Inschrift: Gottlieb Sommer Crainfeld gestorben 24 July 1878.
Grabstein 21. Material: grauer Sandstein. Maße: 55 x 110 x 10. Zustand: gut erhalten. Gesetzt: 1878. Inschrift: hebräisch (Vorderseite), deutsch (Rückseite). Deutsche Inschrift: Hier liegt begraben die Sanftmütige Frau, des Verstorbenen Johann Rothschilt, Efrau des Jakob Bähr wonhaft zu Niedermoos. Sie ward gebohren den 15. Ocktober 1848. Gestorben den 25 Mai 1878. den Tausend Jahre sind vor dir einen Tag, der gestern verging, einer nachwache gleich, du strömest sie hin, in Schlumerenstehen sie, des Morgens wie wandeltes Grass, früh blüht es und wandelt, am abend abgehauen und verdort so vergehen wier in deinem zorn.
Grabstein 22. Material: roter Sandstein. Maße: 58,5 x 121,5 x 7,5. Zustand: steht schief, verwittert. Symbole: dreistrahlige Sonne. Inschrift hebräisch (Mitte), deutsch (Ober- und Unterseite). Deutsche Inschrift: Salomon Stern Crainfeld.
Grabstein 23. Material: grauer Sandstein. Maße: 52 x 84 x 9. Zustand: leicht wackelnd. Inschrift: hebräisch (Vorderseite), deutsch (Rückseite). Übersetzung: ... Begräbnis ... ihre Taten waren züchtig auf allen ihren Wegen immer war der Herr in ihren Taten und ihren Predigten ... Deutsche Inschrift: Gretchen Sommer 90J den 11. Nov. 1873.
 

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