Wänersch

 

Einer der durch die Firma H. u. F. Schmelz Fahrzeugbau gebauten Ladewagen vor dem "Wänersch" Haus in den 1950er Jahren. Links erkennt man das Wohnhaus des Architekten Ludwig Schmelz und den heutigen Kindergarten (ehem. Familie Abraham Sommer).
 
Hausnummern: 1820 Haus Nr. 86, 1862 Haus Nr. 94, 1900 Hauptstraße 9, 1961 Bahnhofstraße 20, 1978 Frankfurter Straße 20
 
Bedeutung des Hausnamens: Bezieht sich auf den Beruf des Hausbesitzers Friedrich Schmelz und das im Anwesen bis in die 1960er Jahre ausgeübte Gewerbe (Wagnerei).
 
Interessantes: Seit 1894 wurde in dem Anwesen eine Wagnerei betrieben, die sich rasch zum bedeutendsten Betrieb dieser Art in Crainfeld und der unmittelbaren Umgebung entwickelte. Der Gründer Friedrich Schmelz aus Steinfurt hatte darüber hinaus eine der ersten beiden Dampfmaschinen in Crainfeld in seinem Betrieb. Er war auch der Hauptinitiator und langjährige Vorsitzende des Gewerbevereins Crainfelds bis zu seinem Tod 1933 infolge eines Verkehrsunfalls. Die Wagnerei Schmelz spezialisierte sich infolge des Niedergangs des klassischen Wagnergewerbes ab Anfang der 1960er Jahre auf den Verkauf und die Reparatur landwirtschaftlicher und Maschinen und Geräte sowie Kommunalgeräte und Gartengeräte und besteht bis heute.

Zum Anwesen gehörten vor dem Zweiten Weltkrieg neben den beiden Wohnhäusern Stallungen, eine Scheune, ein Kesselhaus für die Dampfmaschine, ein Werkstattgebäude und eine Lagerhalle. Der Gebäudekomplex wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zweimal von Bränden heimgesucht.

 
Hausbesitzer:
 
1820 Johann Velten Oechler, Bauer, aus Crainfeld
1862 Abraham Sommer II. (Kauf), Handelsmann + Metzger, aus Crainfeld
1879 Johannes Jäger (Kauf), Schreinermeister, aus Crainfeld ("Girschels" Haus)
1894 Friedrich Schmelz (Kauf), Wagnermeister, aus Steinfurt
1925 Heinrich Schmelz (Sohn), Wagnermeister
1969 Friedrich Schmelz (Sohn), Wagnermeister
 

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