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Wüstungen in der Gemarkung Crainfeld |
| Der bereits aus spätmittelalterlichen Quellen
überlieferte Begriff "Wüstung" bzw. "wüst" bezeichnet nicht mehr bewohnte
bzw. nicht mehr bebaute Siedlungsplätze und Felder. Man unterscheidet
partielle und totale Wüstungen nach dem Grad der Verwüstung und
Ortswüstungen und Flurwüstungen nach der Art einer Wüstung. Eine totale
Wüstung liegt beispielsweise bei einem völlig verschwundenen Ort wie den
Wüstungen in der Gemarkung Crainfeld vor. Eine partielle Wüstung bezeichnet
einen teilweise verödeten, aber noch vorhandenen Ort. Als partielle Wüstung
gilt in der Vogelsbergregion beispielsweise das Dorf Weidmoos, seit 1938
Ortsteil der Gemeinde Nösberts-Weidmoos und seit 1972 der Großgemeinde
Grebenhain, in dem im 19. Jahrhundert aufgrund der Auswanderungsbewegung 7
der 14 Hofreiten aufgegeben wurden. Als Flurwüstung bezeichnet man
beispielsweise aufgeforstetes und seinem ursprünglichen Zweck nicht mehr
dienendes Ackerland. Ortswüstungen sind aufgegebene und nicht mehr
vorhandene Siedlungsplätze. In der Umgangssprache sind immer Ortswüstungen gemeint,
wenn von "Wüstungen" gesprochen wird. Während der Besiedlung des Vogelsberggebietes zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert wurden zunächst dörfliche Siedlungen in den Haupttälern des Vogelsberges und am Unterlauf der Gewässer errichtet. Diese entwickelten sich aufgrund ihrer günstigen Lage bald zu größeren Ansiedlungen und erhielten auch eher eine Kirche. Der zunehmende Bevölkerungsdruck aus den an den Vogelsberg angrenzenden Gebieten und wohl auch aus der Region selbst führte zur Rodung immer neuer Flächen. Im Hochmittelalter wurde die Besiedlung auch in die kleinen Nebentäler und die Oberläufe der Gewässer des Vogelsberges vorangetrieben. Es entstanden zumeist Einzelhöfe, Weiler und kleinere Dörfer in zumeist zweitrangiger topographischer Lage. Die Größe dieser Ansiedlungen dürfte sechs bis acht Höfe kaum überstiegen haben und entsprach etwa den kleineren Ortsteilen der heutigen Großgemeinde Grebenhain wie Wünschenmoos und Weidmoos. In vielen Fällen verlockten auch andere Gründe als die Landwirtschaft zur Anlage von Siedlungen in für den Ackerbau an und für sich ungeeigneten Gebieten. Insbesondere der Eisenerzbergbau hatte bis ins 15. Jahrhundert eine hohe Bedeutung im Vogelsberg. Dies ist heute noch an Flurnamen wie dem Eisenberg zwischen Grebenhain und Bermuthshain abzulesen. Dort soll sich im Mittelalter ein Bergwerk befunden haben und, wie der Crainfelder Pfarrer Friedrich Wilhelm Köhler im 17. Jahrhundert aufzeichnete, nach der Erinnerung der Bevölkerung im 15. Jahrhundert ein Grubenunglück zugetragen haben, bei dem 13 Bergleute ums Leben kamen. Dem Erzbergbau und der Eisenverhüttung verdankten auch die Siedlungen Eigelshain und Hetgeshain am Schwarzen Fluss oberhalb von Ilbeshausen ihre Entstehung. Noch heute weisen Schlackehalden auf die mittelalterliche Eisenverhüttung hin. Auch anderes Gewerbe wurde in diesen jüngeren Rodungsdörfern betrieben, so in Schershain westlich von Grebenhain das Töpferhandwerk. Um 1200 bestanden im Gebiet des Altkreises Lauterbach (ohne Schlitzerland und Ulrichstein) vermutlich 109 Dörfer, von denen 60 während des Spätmittelalters wieder eingingen. In der so genannten Wüstungsperiode, die im frühen 14. Jahrhundert begann und sich bis um 1500 erstreckte, sind die Hälfte aller Siedlungen im Vogelsberg wieder verschwunden und zu Wüstungen geworden. Die Ursachen dieser Wüstungsperiode, die eine in ganz Mitteleuropa nachzuweisende Entwicklung war, waren vielfältig. So führte die Erschöpfung der Eisenerzvorkommen zur Aufgabe von Siedlungen wie Eigelshain und Hetgeshain. In anderen Fällen erwies sich die Lage eines Ortes als ungünstig (sog. "Fehlsiedlung). Bereits während des Hochmittelalters wurden verschiedene Einzelhöfe und Weiler wieder aufgegeben. Da die Rodungszeit erst kurz vorher zum Abschluss gekommen war, war die Aufgabe eines Ortes noch kein besonderes Ereignis und der Ortschaftsbestand noch kein starres Element wie in späteren Zeiten. Die im Spätmittelalter weit verbreiteten Adelsfehden und kriegerischen Auseinandersetzungen wie zwischen den Riedeseln bzw. den Landgrafen von Ziegenhain und dem Äbten von Fulda, die in zahlreichen Urkunden überliefert sind, trugen zum Verschwinden vieler kleinerer und entlegener Ortschaften bei, deren Bewohner sich in größeren Dörfern in den Tälern ansiedelten. In vielen Fällen lagen Dörfer genau an der Grenze der Einflussbereiche verschiedener Grundherren. Diese zwangen dann die Bauern, ihre Dörfer zu verlassen und sich in größeren Dörfern anzusiedeln, um ihre Einnahmequellen nicht zu verlieren. Ein solches Schicksal erlitt das an der Grenze zwischen dem Riedeselland und den Isenburgern nahe der Sangmühle zwischen Salz (heute Ortsteil von Freiensteinau) und Lichenroth (heute Ortsteil von Birstein) gelegene Dorf Herchenrod. An dessen Existenz erinnert heute noch der im südöstlichen Vogelsberg verbreitete Familienname Herchenröder. Auch die Wüstungen in der Umgebung von Crainfeld (Hirschrod, Nickelshof, Lanzenhain, Kuhlhain, Rodenbach) lagen durchweg an den Grenzen zum Riedeselland. Hinzu kam ein von Seuchen wie der Pest bewirkter Bevölkerungsrückgang, der die Bewohner der kleineren Dörfer und Weiler dazu bewog, sich auf wüst gewordenen Hofstellen in den größeren Dörfern anzusiedeln. Die Äcker wurden dann von diesen Orten aus weiter bestellt, fielen teilweise aber auch ganz wüst. Schon seit der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden von den erhalten geblieben größeren Dörfern aus wüst gewordene Flächen wieder neu gerodet. So belehnte Hermann II. Riedesel in einer Urkunde vom 13.10.1447 Henkel Henne und Pepel Mertze am 13.10. mit Land in der Lanzenhain und der Steinbach zwischen Crainfeld und Nieder-Moos, damit sie verwachsene Äcker neu roden und aufräumen würden, wie sie zuvor den Weg von Crainfeld nach Nieder-Moos neu aufgeräumt hätten. Die Ortswüstungen wurden mit wenigen Ausnahmen wie etwa Rudlos bei Lauterbach nicht wieder aufgebaut. Vielmehr blieb die noch in der Gegenwart vorhandene Siedlungslandschaft bestehen. Entgegen den weit verbreiteten und teilweise durch alte Sagen bzw. "übereifrige" Heimatforscher genährten Vorstellungen sind durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) keine Wüstungen hervorgerufen worden. Wohl wurden einige Dörfer zeitweise von ihren Bewohnern ganz oder teilweise verlassen und die Bevölkerung dezimiert, doch ist kein einziges Vogelsbergdorf im Dreißigjährigen Krieg wüst geworden. Auch in der Folgezeit blieb die Zahl der Dörfer konstant, von Ausnahmen abgesehen wie dem Weiler Schafhof zwischen Altenschlirf (heute Stadtteil von Herbstein) und Ilbeshausen, dessen zwei Hofstellen nach mehrmaligem Ersuchen an die Riedesel im Jahr 1789 von ihren Bewohnern aufgegeben wurden. Eines der Gehöfte wurde nach dem Abbruch von seinem Besitzer in Altenschlirf für einen Neubau verwendet. Eine vergleichsweise schwach ausgeprägte Wüstungsperiode herrschte während des 19. Jahrhunderts, als etliche Hofreiten in den Vogelsbergdörfern nach der Auswanderung ihrer Bewohner keinen neuen Besitzer fanden und abgebrochen wurden. Im Crainfeld benachbarten Bermuthshain verschwanden in der Zeit von 1820 bis 1900 insgesamt 28 von 108 Hofreiten. Gekennzeichnet wurde diese Epoche auch durch das "Mühlensterben", dem etwa die Märzmühle und Heckenmühle bei Crainfeld oder auch die Katzenmühle bei Nieder-Moos und die Veltemühle bei Steinfurt zum Opfer fielen. In einigen Fällen entstanden sogar totale Ortswüstungen wie die Dörfer Wernings bei Wenings (Stadtteil von Gedern) und Pferdsbach bei Büdingen, deren Einwohner geschlossen nach Nordamerika auswanderten. Ob es in der Zukunft wieder eine Wüstungsperiode im Vogelsberg geben wird, bleibt abzuwarten. Sie wäre allerdings angesichts der Strukturschwäche der Region, der negativen Bevölkerungsentwicklung und der überall zu beobachtenden Überalterung besonders der alten Dorfkerne durchaus nicht unwahrscheinlich. |
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Lage der Wüstungen in der Umgebung von Crainfeld. |
| In der Gemarkung Crainfeld bzw. an
ihren Gemarkungsgrenzen existieren insgesamt vier Wüstungen des späten
Mittelalters; Plätze, von denen mit einiger Sicherheit anzunehmen oder
urkundlich nachzuweisen ist, dass dort einmal Dörfer gestanden haben.
Westlich des Dorfes liegen an der Gemarkungsgrenze zu Bannerod die Wüstungen
Hirschrod und Nickelshof sowie Lanzenhain. Südlich von Crainfeld liegen an
den Gemarkungsgrenzen zu Nieder-Moos und Bermuthshain die Wüstungen Kuhlhain
und Rodenbach. Selbstverständlich gibt es auf dem Gebiet der Großgemeinde
Grebenhain und ihrer Umgebung noch weitere wüste Siedlungsplätze wie
Schershain zwischen Grebenhain, Bermuthshain und Herchenhain, Kirch-Moos ("Mittel-Moos")
zwischen Ober-Moos und Nieder-Moos, die wüste Burg Naxburg südlich von
Ober-Moos, Altenlibolts zwischen Zahmen und Blankenau (Ortsteil von
Hosenfeld, Kr. Fulda) und die Wüstungen Eigelshain, Hetgeshain, Arnsburg,
Ditzels, Weitzels und Schafhof (Olberts) bei Ilbeshausen. Im weiteren Sinne als Wüstungen in der Gemarkung Crainfeld zu bezeichnen sind auch die ehemaligen Mühlen, die Heckenmühle und die Märzmühle, die im 19. Jahrhundert abgebrochen wurden (näheres dazu auf der Seite über die Mühlen!). |
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Die Wüstung Hirschrod Die aus vier Höfen bestehende Siedlung Hirschrod lag an der Gemarkungsgrenze zwischen dem althessischen Dorf Crainfeld und dem ehemals riedeselischen Dorf Bannerod am rechten Ufer der Lüder in den Fluren "Im Hirßrod" und "das Kirschrod". Es ist sehr wahrscheinlich, das die Ende des 19. Jahrhunderts abgebrochene Heckenmühle mit diesem Ort in Verbindung stand und den letzten Überrest des wüst gefallenen Dorfes Hirschrod darstellte. Zum ersten Mal erwähnt wird Hirschrod, dass zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits eine Wüstung war, im Salbuch des Gerichts Crainfeld von 1556. Hier wird ein Mühl-Wasserfall zu Hirßrode gehörig einem Melchior Schwinge und ein Acker in der Lanzenhain zu Hirschrode genannt. Es dürfte sich hierbei um einen Vorgängerbau der späteren Heckenmühle gehandelt haben, die damit wohl als letzter Überrest des einstigen Dorfes zu bezeichnen ist. Weiterhin wird Hirschrod im "Register über die Gefälle und Angehorungen der Pfarr zu Crainfeld" aus den Jahren 1622-1635 und 1722-1726 genannt. Im Jahr 1638, während des Dreißigjährigen Krieges, schrieb der damalige Pfarrer Johann Philipp Dippel über seine Einkünfte von den Hirschröder Gütern: "Hirschrod hatte 4 Güter, mußten jedes 10 Mest Hafer geben. Hatten aber keine Hübner. Dieweil sie aber keine Hübner darüber setzen wollen, wiewohl es die Nachbarn oftmals verheißen, bekomme ich fast nichts, sondern interim sät und mäht darin, wer kann und will". |
| Die Gegend, wo Hirschrod stand, wurde im Volksmund einst "Ahledorf" (das alte Dorf) genannt. Weiterhin gibt es in der Flur V der Crainfelder Gemarkung die Flurbezeichnung "Am alten Haus". Die Stelle war überall als wüster Ortsplatz bekannt, da man hier noch bis zur Flurbereinigung 1935 noch ein Gemäuer sehen konnte, das die "Kellergoß" genannt wurde. Bis ins 18. Jahrhundert wurde die Hirschröder Flur als Ackerland genutzt und mit Hafer bebaut. Von den vier Gütern mussten 27 Crainfelder, 7 Banneröder und einige andere dem Crainfelder Pfarrer Zins geben. Die Ortslage des ehemaligen Hirschrod ist heute Wiese mit einigen Waldparzellen. |
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Die Wüstung Nickelshof Der Nickelshof lag genau gegenüber von Hirschrod am linken Ufer der Lüder an der Straße nach Bannerod. Noch heute gibt es die Flurbezeichnung "Nickelshof" in der Crainfelder Flur IX. Es dürfte sich um einen der wenigen Einzelhöfe im hohen Vogelsberg gehandelt haben, der eventuell zum ebenfalls wüstgefallenen Dorf Hirschrod am der gegenüberliegenden Ufer der Lüder in Bezug stand. Aufgrund der Lage an der linken Nidderstraße von Herchenhain über Crainfeld in Richtung Fulda an der riedeselisch-hessischen Grenze ist anzunehmen, dass der Nickelshof auch ein Einstell- und Umspannplatz bzw. eine Zollstation war, zumal die Gewann einst auch "Am Zollstock" genannt wurde. Einen urkundlichen Beleg dafür, dass sich am Nickelshof wirklich ein wüster Siedlungsplatz befunden hat, gibt es allerdings nicht. |
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Die Wüstung Lanzenhain Die Flur "Lantzenhain" bildete bis zur Feldbereinigung 1935 ein auffallendes Anhängsel an der nördlichen Nieder-Mooser Gemarkung und wurde bei der Grenzbegradigung Crainfeld zugeschlagen. Im riedeselischen Zinsregister für das Gericht Moos von 1553 wird außer den heute noch bestehenden Dörfern im Moosergrund der Ort "Lantzenhan" genannt. Auch die alte Grenzführung zeigt eine gewisse Sonderstellung der Flur an und legt die Vermutung nahe, dass sich an dieser Stelle einmal ein Dorf Lanzenhain (nicht zu verwechseln mit dem Herbsteiner Ortsteil gleichen Namens) befunden hat. Die Wüstung liegt östlich der Straße von Crainfeld nach Nieder-Moos in der Flur VII in den Gewannen "In der Lanzenhain", "An der Lanzenhain" und "In der untersten Lanzenhain". Weiterhin gibt es hier auch die Flur "Am Kirchensteg", die aber wohl nicht auf eine Kirche hindeutet, sondern eher dadurch zustande kam, dass hier der Weg vom riedeselischen Dorf Vaitshain zu dessen kirchlichen Mutterort Nieder-Moos die Lüder überquerte. Die Flur Lanzenhain war riedeselischer Besitz und wurde von diesen bis ins 19. Jahrhundert als Lehen vergeben. Zum ersten Mal erwähnt wird Lanzenhain in einer Lehensurkunde Hermanns II. Riedesel vom 13.10.1447. Dieser belehnt darin die Gebrüder Henkel und Pepel Mertze und ihren Erben zu "Kreyenfelt" mit 8 Morgen Landes in der "Lantzenhain". Ausdrücklich wird darin gesprochen, dass sie in den genannten Feldern "verwachsene Äcker roden und aufräumen", ebenso den Weg zwischen Crainfeld und "Nyddern Mose" (Nieder-Moos). Einen gleichlautenden Lehensbrief stellten Hermann und Georg Riedesel an Henkel Henne und Pepel Mertze am 14.4.1470 aus. Weiterhin werden Wiesen in der Lanzenhain bei Crainfeld noch in einem Vermerk zu einer heute nicht mehr vorhandenen Urkunde aus dem Jahr 1452 erwähnt, in der sie der Pfarrei Crainfeld als Seelgerät gestiftet werden. |
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Die Wüstung Rodenbach Die Rodenbach (Rothenbach) liegt an der Grenze der Gemarkungen Crainfeld, Ober-Moos und Bermuthshain. Sie wird ebenfalls im Zinsregister des Gerichts Moos unter den Orten dieses Gerichts genannt, so dass es wie im Fall von Lanzenhain möglich, aber nicht bewiesen, ist, dass sich hier ein wüst gewordenes Dorf befunden hat. Die Flur Rodenbach diente im 17. und 18. Jahrhundert als Weideland und wurde in Form der Koppelhut von den Einwohnern von Crainfeld und Bermuthshain gemeinsam genutzt. Aus den Jahren 1608 und 1620 sind Streitigkeiten zwischen beiden Gemeinden um die Koppelhut in der Rodenbach überliefert. 1780 schlug die landgräflich-hessische Landkommission die Aufteilung der Nutzungsrechte vor. Zum Zeitpunkt der Anlage der Parzellhandrisse der Gemarkungen Crainfeld und Bermuthshain im Jahr 1832 war die Rodenbach noch Weideland. Wenig später wurde sie aufgeforstet und an der Stelle, wo das Dorf gelegen haben soll, der Rothenbachteich angelegt. Ein mächtiger behauener Sandstein, der im hinteren Teil des Teiches aus dem Wasser ragt, könnte noch von dem ehemaligen Siedlungsplatz stammen. |
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Die Wüstung Kuhlhain Die acht Höfe des Dorfes Kuhlhain lagen am so genannten Hengstborn, 2 km südöstlich von Crainfeld nordwestlich des Nieder-Mooser Teiches, dessen Wasser über ein kleines Rinnsaal in den Teich mündet. Noch Ende der 1940er Jahre konnte man an dieser Stelle mittelalterliche Scherben in den Maulwurfshaufen finden, welche die ehemalige Existenz einer Siedlung eindeutig belegen. Zum ersten Mal erwähnt wird Kuhlhain, und zwar bereits als Wüstung im Salbuch des Gerichts Crainfeld von 1556. Die rechtlich immer noch eigenständigen "Kulnheyner gutter" wurden darin nach ihren Inhabern benannt als "Müller Hans gut, Brinkmanns gut, Schauben gut, Blumen gut, Bornnsen gut, Obalts gut". Bei diesen handelte es sich möglicherweise um Nachfahren der einst tatsächlich dort ansässigen Kuhlhainer Bauern. Auch im Dorfbuch des Gerichts Crainfeld von 1577 wird Kuhlhain als Wüstung bezeichnet. Im Zinsregister der Pfarrei Crainfeld aus den Jahren 1622-1655 wird Kuhlhain unter Crainfeld vermerkt. Es bestand aus 8 Gütern, von denen 20 Mesten (1 Maß = 2 l) Hafer zu entrichten waren. Die acht Güter, bei denen meist nur je zwei Besitzer genant wurden, hießen "Zentgraben gutt, Brickmannsgutt im Mayberg, Blumen gutt, Gans gutt, Filsberger gutt, Heutzers gutt, Brickmanns gutt und Ehrwald gutt". Die Flurnamen "Im Kuhlhain" und "am alten Haus" in der Flur V der Gemarkung Crainfeld weisen noch heute auf die Wüstung hin. Nördlich davon liegen die Flurstücke "Am Kernerwasen", "Am Gnadenacker" und "In der heiligen Wiesen". Die Bezeichnung "Am Kernerwasen" wurde verschiedentlich von dem lateinischen Wort "carnarium" (Beinkapelle) abgeleitet, und angenommen, dass hier eine zu Kuhlhain gehörende Kapelle gestanden hat. Die Kulhainer Flur Flur wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch landwirtschaftlich genutzt und dann aufgeforstet. Heute liegt das ehemalige Dorf Kuhlhain unter Wald verborgen. |
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