Häuser und Höfe in Crainfeld

Die Geschichte der alten Häuser und Bauernhöfe in Crainfeld und ihrer Besitzer im Lauf der Zeit lässt sich bis 1722 zurückverfolgen. In diesem Jahr wurde ein Feld- und Lagerbuch (d. h. ein Grundbuch) für die Gemeinde Crainfeld angelegt. Eine vergleichbare Quelle ist für keinen anderen Ortsteil der heutigen Gemeinde Grebenhain bekannt. Zweifellos spielte hier die Bedeutung Crainfelds als Pfarr- und Gerichtssitz eine wichtige Rolle.

Als nächstes Dokument wurde 1820 ein Grundsteuerkataster angelegt, das in etwa an das ein Jahrhundert ältere Grundbuch anschließt. Verloren ist leider das vermutlich um diesselbe Zeit entstandene erste Crainfelder Brandkataster, doch sind die auf dieses folgenden Feuerversicherungsbücher erhalten geblieben, die in den Jahren 1861 bis 1862, 1898 bis 1900 und 1961 bis 1963 aufgestellt wurden. Somit ist es möglich, die Baugeschichte der einzelnen Hofreiten und die Abfolge der Besitzer zwischen 1722 und 1971 nahezu lückenlos zu rekonstruieren. Im Jahr 1832 wurde durch den Geometer Friedrich Knewitz auch die erste Parzellkarte der Gemarkung Crainfeld fertiggestellt. Sie enthält in der Karte der Flur I eine genaue Darstellung der Häuser und der Wege und Fußpfade im Ort.



Karte der Flur I der Gemarkung Crainfeld aus dem Jahr 1832, gezeichnet von Friedrich Knewitz.

Anhand der oben aufgeführten Quellen schuf der damalige Crainfelder Pfarrer Alfred Mitzenheim in den Jahren 1936 und 1937 ein Hofbuch für die Gemeinde Crainfeld, das in Auszügen unter dem Titel "Die Steinerne Chronik von Crainfeld" auch in der damaligen kirchlichen Monatszeitung "Heimatglocken" veröffentlicht worden ist. Wie das zwischen 1934 und 1937 ebenfalls von Mitzenheim bearbeitete Familienbuch der Pfarrei Crainfeld, das sogenannte "Geschlechtsregister", ist auch dieses Werk vor dem Hintergrund der damaligen politischen Situation, insbesondere dem sogenannten "Ariernachweis" der NS-Diktatur, zu sehen.

Eine Nummerierung der Häuser in Crainfeld lässt sich erst mit der Abfassung des Grundsteuerkatasters im Jahr 1820 nachweisen und ist unabhängig davon auch für das nicht mehr erhaltene erste Brandkataster aus der gleichen Zeit belegt. Erst parallel zu dem Anfang 1900 vollendeten dritten Brandkataster wurden auch amtliche Straßennamen (Hauptstraße, Kreuzstraße, Nebenstraße) eingeführt. Die heutigen Straßennamen wurden nach einem Beschluss der Gemeindevertretung von Crainfeld im März 1961 eingeführt, nachdem mit der Aufstellung eines neuen Brandkatasters begonnen worden war. Einige Straßen mußten 1978 als Folge der Gebietsreform umbenannt wurden.

Bereits Jahrhunderte vor der Einführung von Hausnummern und Straßennamen gab es in Crainfeld wie auch anderswo jedoch ein Erkennungsmittel für die Häuser des Dorfes, den "Hausnamen" (auch "Dorfnamen"). Der Gebrauch von Hausnamen ist im deutschsprachigen Raum sogar älter als die der erst ab dem 12. und 13. Jahrhundert allmählich aufkommenden Familiennamen. Im Unterschied zu diesen war ein Hausname zudem ein eindeutiges individuelles Unterscheidungskriterium, zumal viele Personen- und Familiennamen im Dorf bis ins 20. Jahrhundert hinein in großen Zügen gleich waren. Im Großherzogtum Hessen wurde 1821 ein Beizeichen in Form einer römischen Ziffer eingeführt, die bei gleichlautenden Namen innerhalb einer Gemeinde als amtlicher Namensbestandteil geführt werden musste.

Die Hausnamen gingen im wesentlichen auf Familien- und Vornamen eines früheren Hausbesitzers, auf Berufsbezeichnungen, den Standort des Hauses, oder eine besondere Eigenschaft einer Person zurück. Sie schlossen alle in einem Haus lebenden Menschen und Generationen ein, ebenso die zum Hof gehörenden Äcker, Wiesen und das Vieh. Hausnamen konnten mitunter Jahrhunderte in Gebrauch sein, auch wenn die namensgebende Person längst vergessen war. Bei Umzügen innerhalb des Dorfes, wie sie vor allem im 19. Jahrhundert aufgrund der vielen Auswanderungen und Hausverkäufe vorkamen, wurden nicht selten auch die Hausnamen ins neue Haus "mitgenommen".



Blick auf Crainfeld von der Bergwiese aus zu Beginn der 1930 Jahre. Ausschnitt aus einer Postkarte.

Die folgende Liste enthält alle bereits vor dem Zweiten Weltkrieg bestehenden Häuser und Höfe in Crainfeld, geordnet nach den heutigen Straßennamen. Die Nennung der Hausnamen bezieht sich auf die vor 1933 übliche Form. Die Jahreszahlen unter "Nummerierung" sind den Katastern entnommen. Eine vom Entstehungsjahr des Katasters abweichende Zahl weist das Haus als Neubau aus. Die Jahreszahlen unter "Besitzer" bezieht sich, wenn möglich, auf das im Kataster genannte Jahr der Überschreibung bzw. des Besitzerwechsels.Die Darstellung beginnt (zunächst) mit dem Kataster von 1820.Nicht aufgenommen wurden die Kirche und die Synagoge, die keine Wohngebäude waren. Sie werden an anderer Stelle beschrieben.

An der Cent 1 - Hausname Kejherts

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 16, 1861 Haus Nr. 18, 1899 Hauptstraße 31, 1961 Hauptstraße 1. Besitzer: 1820 Johann Bast Baumbach, Viehhirt, aus Crainfeld. 1833 Johannes Baumbach II. (Sohn), Viehhirt + Polizeidiener. 1861 Johannes Baumbach IV. (Sohn), Bauer + Feldschütz. 1892 Heinrich Möller III. (Schwiegersohn), Kirchendiener, aus Nieder-Moos. 1922 Heinrich Beyer (Schwiegersohn), Arbeiter, aus Nieder-Moos. 1949 Josef Rebitzer (Schwiegersohn), Arbeiter + Landwirt. Hausname: Abgeleitet davon, dass mehrere Besitzer des Hauses nacheinander die Tätigkeit des Viehhirten bzw. Kuhhirten (mundartlich "Kejhert") ausübten.

An der Cent 2 - Hausname Michelhennerjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 14, 1861 Haus Nr. 16, 1899 Hauptstraße 26, 1961 Hauptstraße 2. Besitzer: 1820 Johann Henrich Rauber, Schmied, aus Crainfeld. 1861 Konrad Ruhl II. (Kauf), Schreiner, aus Crainfeld. 1882 Heinrich Ruhl IV. (Sohn), Butterhändler + Landwirt. 1920 Heinrich Ruhl I. (Sohn), Kaufmann + Landwirt. 1955 Heinrich Müller (Schwiegersohn), Bäckermeister + Kaufmann, aus Crainfeld (Brückehannese). Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt, deutet aber auf den Vornamen Michael Johannes (mundartlich "Michel-Henner") hin. Interessantes: Bereits seit den 1880er Jahren wurde in dem Anwesen eine Butter- und Spezereihandlung betrieben, 1948 gründete der Schwiegersohn Heinrich Müller die noch heute bestehende Bäckerei.

An der Cent 3 - Hausname Zöllersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 19, 1861 Haus Nr. 21, 1899 Hauptstraße 33, 1961 Hauptstraße 3. Besitzer: 1820 Johann Sebastian Rauber, Schmied, aus Crainfeld. 1840 Heinrich Ganß I. (Kauf), Beigeordneter + Kirchenvorsteher, aus Crainfeld (Haus Nr. 20). 1869 Andreas Ganß (Sohn), Landwirt. 1891 Heinrich Ganß II. (Sohn), Kirchenvorsteher + Bürgermeister. 1922 Wilhelm Ganß (Sohn), Landwirt + Bürgermeister. 1966 Wilhelm Ganß (Sohn), Landwirt. Hausname: Wurde nach dem Kauf der Hofreite 1840 durch Heinrich Ganß I. vom Elternhaus der Ehefrau übernommen, welches in unmittelbarer Nachbarschaft stand, und bezog sich auf den dort im 17. Jahrhundert lebenden Zöllner Valentin Schmalbach.

An der Cent 4 - Hausname Bäckersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 17, 1861 Haus Nr. 19, 1899 Hauptstraße 28, 1961 Hauptstraße 4. Besitzer: 1820 Johann Sebastian Oechler, Bauer, aus Crainfeld. 1824 Johannes Oechler (Sohn), Leinweber. 1844 Heinrich Oechler III. (Sohn), Bauer. 1868 Andreas Oechler III. (Sohn), Landwirt. 1906 Heinrich Oechler VIII. (Sohn), Bäckermeister. 1947 Heinrich Rehberger II. (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Christöffeljes). 1956 Helmut Rehberger (Sohn), Kraftfahrer. Hausname: Abgeleitet von dem Bäckermeister Heinrich Oechler VIII. (Hausbesitzer seit 1906). Der ältere Hausname ist nicht überliefert.



Häuser in der Hauptstraße (heute An der Cent) im Fahnenschmuck anlässlich des Sängerfestes in Crainfeld am 9. Juni 1901. Auf der linken Straßenseite stehen nacheinander Bäckersch, Ratzammels, Afrömjes, Eirichs und Hofmanns. Rechts sieht man ansatzweise das Vorgängerhaus der 1905 erbauten Gastwirtschaft "Zum Hessischen Hof" (Deichschneidersch), dahinter Kejherts und Zöllersch.

An der Cent 6 - Hausname Ratzammels

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 18, 1861 Haus Nr. 20, 1899 Hauptstraße 30, 1961 Hauptstraße 6. Besitzer: 1820 Johannes Oestreich, Bauer, aus Crainfeld. 1829 Sebastian Oestreich (Sohn), Bauer. 1852 Sebastian Müller IV. (Schwiegersohn), Bauer, aus Crainfeld (Zentrasmusse). 1881 Sebastian Müller VI. (Sohn), Landwirt. 1920 Heinrich Jost (Schwiegersohn), Landwirt, aus Gunzenau. Hausname: Nach mündlicher Überlieferung von der Frau eines der Hausbesitzer abgeleitet, die den Rufnamen "Ammel" hatte und die Felle von Mardern (mundartlich "Ratzen") weiterverarbeitete. Interessantes: Das Haus wurde nach einem Brand durch Blitzschlag im Jahr 1898 an gleicher Stelle wieder aufgebaut.

An der Cent 9 - Hausname Christöffeljes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 44, 1862 Haus Nr. 50, 1900 Hauptstraße 41, 1961 Hauptstraße 9. Besitzer: 1820 Johann Bast Rehberger, Bauer + Kirchensenior, aus Crainfeld. 1834 Johannes Rehberger II. (Sohn), Bauer. 1866 Konrad Rehberger II. (Sohn), Landwirt. 1876 Johannes Rehberger III. (Bruder), Landwirt. 1886 Heinrich Möller II. (Heirat Witwe), Landwirt, aus Crainfeld (Ennersjes). 1901 Konrad Rehberger III. (Stiefsohn), Wagnermeister. 1956 Hans Rauber (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Wennheckerts). Hausname: Vermutlich abgeleitet von dem um 1700 lebenden Christoph Rehberger, einem Vorfahren der Hausbesitzer. Interessantes: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde in dem Haus eine Wagnerei betrieben.

An der Cent 10 - Hausname Afrömjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 21, 1861 Haus Nr. 22, 1899 Hauptstraße 34, 1961 Hauptstraße 10. Besitzer: 1820 Johann Heinrich Heutzenröder, Unterschultheiß, aus Crainfeld. 1862 David Sommer II. (Kauf), Handelsmann, aus Crainfeld. 1864 Feist Sommer I. (Sohn), Handelsmann + Vorsteher der Israelitischen Gemeinde. 1906 Moses Sommer (Sohn), Viehhändler. 1938 Christian Reifschneider (Kauf), Schuhmacher, aus Crainfeld (Pingstwegs). 1961 Heinrich Jost (Kauf), Landwirt, aus Crainfeld (Ratzammels). Hausname: Die genaue Herkunft ist nicht bekannt, dürfte aber auf einen Vorfahren des David Sommer II. (1861 als Hausbesitzer genannt) zurückgehen. Nach dem Kauf durch Christian Reifschneider bürgerte sich der Hausname Pingstwegs ein, der von dessen vorherigen Haus umgezogen ist. Interessantes: Amalie Sommer, die Witwe von Moses Sommer, wurde am 18. Mai 1942 von ihrem letzten Wohnort Frankfurt am Main zunächst in das KZ Theresienstadt und dann von dort ins KZ Auschwitz deportiert und ermordet. Das Haus wurde in den 1990er Jahren abgebrochen.

An der Cent 11 - Hausname Kippeljes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 24, 1861 Haus Nr. 49, 1899 Hauptstraße 39, 1961 Hauptstraße 11. Besitzer: 1820 Johann Valentin Oechler, Zimmermann, aus Crainfeld. 1824 Johann Heinrich Oechler (Sohn), Zimmermann. 1846 David Sommer II. (Kauf), Handelsmann, aus Crainfeld. 1891 Heinrich Lind II. (Kauf), Maurer, aus Crainfeld (Franze Haus). 1896 Johannes Lind II. (Sohn), Maurer. 1929 Andreas Lind (Sohn), Arbeiter. 1961 Wilhelm Lind (Sohn), Anstreicher. Hausname: Bezieht sich auf den Standort am "Kippel" neben dem früheren Gerichtsplatz. Der ursprüngliche Hausname war sehr wahrscheinlich Schustervelljes nach dem Mitte des 18. Jahrhunderts lebenden Johann Velten Oechler, einem Vorfahren der Hausbesitzer vor 1846.

An der Cent 14 - Hausname Eirichs

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 22, 1861 Haus Nr. 23, 1899 Hauptstraße 56, 1961 Hauptstraße 14. Besitzer: 1820 Johann Friedrich Buff, Rentamtmann, aus Crainfeld. 1833 Christoph Oechler (Kauf), Gastwirt, aus Crainfeld (Meiersch Haus). 1845 Sebastian Oechler (Sohn), Gastwirt. 1859 Heinrich Schreiner (Kauf), Gendarm, aus Queckborn. 1876 Andreas Eirich (Kauf), Schuhmacher + Steuerbote, aus Nieder-Moos. 1953 Karl Eirich (Sohn), aus Darmstadt-Eberstadt. 1954 Gemeinde Crainfeld. Hausname: Abgeleitet von Andreas Eirich aus Nieder-Moos, der das Haus 1876 erwarb. Vermutlich hatte das Anwesen vor 1859 den Hausnamen Schreiersch, da es das Elternhaus des Gastwirts Karl Oechler I. (Schreiersch) war. Interessantes: Das kleine Haus wurde 1833 erbaut und für den Neubau der Spar- und Darlehenskasse 1964 abgerissen. An gleicher Stelle hatte sich zuvor ein Gehöft mit einem zweistöckigen Wohnhaus, einer Scheune und drei angebauten Stallgebäuden befunden. Hierbei handelte es sich um eine Gastwirtschaft an der daran vorbeiführenden Landstraße "durch die kurzen Hessen". Sie wurde als "Brauhaus" bezeichnet, was darauf hinweist, dass hier auch Bier gebraut wurde.



Hausansicht von Schwarzhaupts im Jahr 1920, über der Tür das Schild des Schuhladens.

An der Cent 15 - Hausname Schwarzhaupts

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 26, 1861 Haus Nr. 26, 1899 Hauptstraße 43, 1961 Hauptstraße 15. Besitzer: 1820 Johannes Schneider, Bauer, aus Crainfeld (Hambaste). 1832 Sebastian Götz II. (Kauf), Schreiner, aus Crainfeld (Ratzpetersch). 1836 Johann Georg Schwarzhaupt (Kauf), Bauer, aus Vaitshain. 1858 Johannes Schwarzhaupt I. (Sohn), Landwirt. 1887 Johannes Adolph (Schwiegersohn), Schuhmacher, aus Hartmannshain. 1899 Johannes Schwarzhaupt II. (Neffe), Schuhmacher. 1950 Johannes Schwarzhaupt IV. (Sohn), Landwirt. 1964 Emil Schwarzhaupt (Sohn), Landwirt. Hausname: Abgeleitet von Johann Georg Schwarzhaupt aus Vaitshain, der das Haus 1836 erwarb. Interessantes: Im Haus wurde bis in die 1920er Jahre das Schuhmacherhandwerk ausgeübt.

An der Cent 16 - Hausname Hofmanns

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 23, 1861 Haus Nr. 24, 1899 Hauptstraße 38, 1961 Hauptstraße 14. Besitzer: 1820 Sebastian Götz, Bürgermeister, aus Crainfeld. 1823 Sebastian Franz (Schwiegersohn), Bauer, aus Crainfeld (Ennersjes Haus). 1840 August Hofmann (Kauf), Gastwirt + Schulvorsteher, aus Crainfeld. 1867 Johannes Hofmann II. (Sohn), Beigeordneter + Gastwirt. 1885 Karl Schmalbach I. (Schwiegersohn), Gastwirt, aus Crainfeld (Gänslangersch). 1915 Wilhelm Hofmann (Heirat Witwe), Gastwirt, aus Grebenhain (Nickelskannoms). 1937 Heinrich August Hofmann (Sohn), Landwirt. Hausname: Wurde mitgenommen vom Elternhaus des August Hofmann (Hausbesitzer seit 1840), das unterhalb von Kippeljes gestanden hatte und dessen Vorfahre Johann Wilhelm Hofmann 1764 als Chirurg aus Klein-Eichen nach Crainfeld gekommen war. Interessantes: Das Haus wurde 1810 erbaut. An gleicher Stelle hatte sich bis 1764 eine dem damaligen Oberschultheißen Paul Petri gehörende Hofreite befunden. Von 1840 bis zum Zweiten Weltkrieg wurde in dem Anwesen die Gastwirtschaft "Zur Krone" betrieben.

An der Cent 17 - Hausname Seiherts

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 27, 1861 Haus Nr. 28, 1899 Hauptstraße 47, 1961 Hauptstraße 17. Besitzer: 1820 Balthasar Scholtes, Tagelöhner, aus Lichenroth. 1861 Peter Scholtes I. (Sohn), Bauer. 1875 Peter Scholtes II. (Sohn), Bauer. 1909 Heinrich Scholtes I. (Sohn), Arbeiter + Landwirt. 1931 Heinrich Scholtes II. (Sohn), Landwirt. 1936 Otto Schmalbach (Kauf), Arbeiter, aus Crainfeld (Gänslangersch). Hausname: Wahrscheinlich abgeleitet davon, dass einer der Besitzer Schweinehirt (mundartlich "Seihirt") war, obgleich die genaue Herkunft nicht feststeht. Nach dem Kauf durch Otto Schmalbach wurde das Haus Schreinerjes genannt.

An der Cent 18 - Hausname Itzigs

Nummerierung: 1861 Haus Nr. 25, 1899 Hauptstraße 40, 1961 Hauptstraße 16. Besitzer: 1862 Isaak Lind, Handelsmann, aus Crainfeld.1899 Hermann Lind (Sohn), Kaufmann.1939 Otto Adolph (Kauf), Arbeiter, aus Hartmannshain.1960 Heinz Jörke (Schwiegersohn), Arbeiter, aus Großwenden (Thüringen). Hausname: Abgeleitet von dem Hausbesitzer Isaak Lind (Rufname mundartlich "Itzig"). Interessantes: Das Haus wurde zwischen 1820 und 1861 erbaut. Es war eines der beiden Anwesen in Crainfeld, die am 9. November 1938 noch einen jüdischen Eigentümer hatten. Während des Pogroms wurde es von Zimmerleuten aus Salz (möglicherweise Mitglieder des dortigen SA-Sturms), die in Crainfeld mit Dacharbeiten beschäftigt waren, gestürmt, ausgeplündert und demoliert. Auguste Lind, einzige Bewohnerin konnte sich zu christlichen Nachbarn retten. Sie wurde später deportiert und ermordet.

An der Cent 19 - Hausname Schäddels

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 28, 1861 Haus Nr. 29, 1899 Hauptstraße 49, 1961 Hauptstraße 19. Besitzer: 1820 Peter Schmalbach. 1828 Johannes Buff (Kauf). 1839 Henrich Schmalbach (Kauf), Soldat. 1861 Friederike Lind (Kauf), aus Crainfeld. 1869 Heinrich Schüßler (Kauf), Schneider, aus Crainfeld (Fischersch Haus). 1869 Andreas Wehrum (Kauf), Schäfer + Schneidermeister, aus Crainfeld. 1870 Friederike Lind (Kauf). 1907 Heinrich Götz II. (Kauf), Wagner, aus Ilbeshausen. 1914 Wilhelm Schäddel (Kauf), Bahnarbeiter, aus Ilbeshausen. Hausname: Abgeleitet von Wilhelm Schäddel aus Ilbeshausen, der das Haus 1914 erwarb. Der vorherige Hausname lautete Schüßlersch und war abgeleitet vom Großvater der Ehefrau des Heinrich Götz II. (Hausbesitzer seit 1907), Heinrich Schüßler. Interessantes: Das Haus wurde nach 1961 abgebrochen. Es stand an der Nebenstraße zwischen Seiherts und Fischersch.

An der Cent 20 - Hausname Schorschjes

Nummerierung: 1881 Haus Nr. 25 1/10, 1899 Hauptstraße 42, 1961 Hauptstraße 18. Besitzer: 1881 Georg Fölsing, Maurer, aus Rixfeld. 1901 Andreas Fölsing (Sohn), Maurer. 1958 Heinrich Schäfer (Kauf), Landwirt, aus Crainfeld (Koppels Haus). Hausname: Abgeleitet von dem Hauserbauer Georg Fölsing (Rufname mundartlich "Schorschje"). Interessantes: Das Haus wurde 1881 an der Straße am nordwestlichen Ortsrand neu erbaut.



Postkarte des Hauses von Heinrich Scholtes II. (Seiherts, vorher Götzjes) aus den 1930er Jahren.

An der Cent 21 - Hausname Götzjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 29, 1861 Haus Nr. 30, 1899 Hauptstraße 51, 1961 Hauptstraße 21. Besitzer: 1820 Johannes Meinhardt, Schneider, aus Crainfeld.1836 Christoph Rauber (Kauf), Schneider + Hirt + Feldschütz, aus Crainfeld (Koathereins). 1869 Balthasar Götz II. (Kauf), Schuhmacher, aus Crainfeld (Veldese Haus). 1886 Heinrich Götz I. (Sohn), Schuhmachermeister. 1918 Heinrich Götz II. (Sohn), Landwirt. 1929 Albert Zimmermann (Kauf), Kaufmann, aus Grebenhain (Götzjes). 1936 Heinrich Scholtes II. (Kauf), Landwirt, aus Crainfeld (Seiherts). Hausname: Wohl abgeleitet von Götz Zimmermann, dem Vater des Albert Zimmermann (Hausbesitzer seit 1929), dessen Hausname in Grebenhain ebenfalls Götzjes lautete. Interessantes: Der jüdische Hausbesitzer Albert Zimmermann emigrierte 1936 mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten.

An der Cent 22 - Hausname Schreierjes

Nummerierung: 1891 Haus Nr. 25 2/10, 1899 Hauptstraße 44, 1961 Hauptstraße 20. Besitzer: 1891 Heinrich Möller I., Schreinermeister, aus Nieder-Moos. 1910 Konrad Mühling I. (Schwiegersohn), Arbeiter, aus Rudlos. 1934 Konrad Mühling II. (Sohn), Arbeiter + Schuhmacher. Hausname: Abgeleitet von dem Hauserbauer Heinrich Möller I., der Schreiner (mundartlich Schreier") war. Interessantes: Das Haus wurde 1891 an der Straße am nordwestlichen Ortsrand neu erbaut.

An der Cent 23 - Hausname Schoumersch

Nummerierung: 1828 Haus Nr. 30 ¼, 1861 Haus Nr. 35, 1899 Hauptstraße 53, 1961 Hauptstraße 23. Besitzer: 1828 Johannes Meinhardt, Schneider, aus Crainfeld. 1844 Balthasar Meinhardt (Sohn), Schuhmacher. 1875 Heinrich Flach II. (Kauf), Polizeidiener, aus Salz. 1889 Johannes Meinhardt III. (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Färbersch). 1932 Heinrich Röder (Schwiegersohn), Landwirt, aus Holzmühl. 1961 Wilhelm Röder (Sohn), Landwirt. Hausname: Soll darauf zurückgehen, dass der Hausbesitzer Balthasar Meinhardt das Handwerk des Schuhmachers (mundartlich auch "Schoumer") ausübte. Interessantes: Das Haus wurde 1828 am nördlichen Ortseingang neu erbaut.

An der Cent 24 - Hausname Stroaßewärtersch

Nummerierung: 1899 Haus Nr. 25 2/10, 1899 Hauptstraße 46, 1961 Hauptstraße 22. Besitzer: 1899 Emil Johannes Ahlbrand, Straßenwärter, aus Ilbeshausen (Weidemanns). 1937 Heinrich Ahlbrand (Sohn), Straßenwärter. Hausname: Abgeleitet von dem Hauserbauer Emil Johannes Ahlbrand, der Straßenwärter war. Interessantes: Das Haus wurde 1899 an der Straße am nordwestlichen Ortsrand neu erbaut.

An der Cent 25 - Hausname Gemoane Haus

Nummerierung: 1861 Haus Nr. 34, 1899 Hauptstraße 55, 1961 Hauptstraße 25. Besitzer: 1861 Gemeinde Crainfeld. Hausname: Das Gebäude diente als Gemeindehaus. Interessantes: Das einstöckige Haus wurde zwischen 1820 und 1861 am nördlichen Ortseingang neu erbaut und diente als Armen- und Gemeindehaus für mittellos gewordene Familien. Ein Anbau diente als Spritzenraum für die Feuerwehr, deren Leiterhaus in unmittelbarer Nähe stand. Von 1937 bis 1945 wurde ein Kindergarten durch die "Nationalsozialistische Volkswohlfahrt" (NSV) in dem Gebäude betrieben. 1967 wurde das Haus für den Erweiterungsbau des angrenzenden Feuerwehrgerätehauses abgebrochen.

An der Cent 26 - Hausname Götzjes

Nummerierung: 1904 Haus Nr. 25 3/10, 1899 Hauptstraße 48, 1961 Hauptstraße 24. Besitzer: 1904 Johannes Rausch, Landwirt, aus Altenschlirf. 1920 Karl Herchenröder (Schwiegersohn), Landwirt, aus Grebenhain. 1957 Karl Herchenröder (Sohn), Landwirt. Hausname: Wurde mitgenommen aus dem vorherigen Haus des Erbauers Johannes Rausch (später Nathans) und ist vermutlich abgeleitet von dem um 1800 lebenden Schuhmachermeister Johann Heinrich Götz, dem Ururgroßvater der Ehefrau. Interessantes: Das Haus wurde 1904 an der Straße am nordwestlichen Ortsrand neu erbaut.



Hausansicht von Dicke, aufgenommen um 1940.

An der Cent 27 - Hausname Dicke

Nummerierung: 1869 Haus Nr. 33 5/10, 1899 Hauptstraße 57, 1961 Hauptstraße 27. Besitzer: 1869 Konrad Lind II., Maurer, aus Crainfeld. 1899 Johannes Oechler (Kauf), Arbeiter, aus Hartmannshain. 1922 Heinrich Oechler X. (Sohn), Arbeiter. 1966 Heinrich Oechler (Sohn), Installateur. Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Interessantes: Das Haus wurde 1869 am nördlichen Ortseingang neu erbaut.

An der Cent 28 - Hausname Annekinne

Nummerierung: 1836 Haus Nr. 30 ½, 1861 Haus Nr. 31, 1899 Hauptstraße 52, 1961 Hauptstraße 26. Besitzer: 1836 Valentin Meinhardt, Schneider, aus Crainfeld (Schüßlersch Haus). 1855 Sebastian Baumbach I. (Kauf), Siebmacher, aus Crainfeld (Kejherts). 1889 Johannes Baumbach VI. (Sohn), Landwirt. 1904 Johannes Baumbach IX. (Sohn), Landwirt. 1931 Wilhelm Baumbach (Sohn), Landwirt. 1960 Karl Baumbach II. (Sohn), Landwirt. Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Interessantes: Das Haus wurde 1836 am damaligen nördlichen Ortseingang neu erbaut. Der Hauserbauer Valentin Meinhardt wanderte 1858 mit seiner Familie nach Brasilien in den Bundesstaat Rio Grande do Sul aus. 1911 brannte das Anwesen ab und wurde noch im gleichen Jahr und an gleicher Stelle wieder neu aufgebaut. Die Bauinschrift lautet Aufgeschlagen den 17 Juni 1911. Was Gott beschert das Ernt ich ein damit will ich zufrieden sein.

An der Cent 30 - Hausname Schneiderjes

Nummerierung: 1861 Haus Nr. 32, 1899 Hauptstraße 54, 1961 Hauptstraße 28. Besitzer: 1861 Löb Goldmeier, Handelsmann, aus Züntersbach (Kr. Schlüchtern). 1875 David Sommer III. (Kauf), Handelsmann + Geldverleiher, aus Crainfeld. 1895 Johannes Eifert III. (Kauf), Maurermeister, aus Ober-Moos. 1895 Andreas Neuner (Kauf), Schneider + Polizeidiener, aus Crainfeld (Schoulbästjes). 1927 Otto Neuner (Sohn), Arbeiter. 1964 Helmut Neuner (Sohn), Arbeiter. Hausname: Bezog sich darauf, dass Andreas Neuner (Hausbesitzer seit 1895) das Schneiderhandwerk ausübte. Später wurde der Hausname allmählich durch Neunersch abgelöst. Ursprünglich soll das Haus Ratzbästjes genannt worden sein. Interessantes: Das kleine Haus soll mündlicher Überlieferung zufolge in Ilbeshausen gestanden haben und dann von einem Schmied mit dem Rufnamen "Ratzbästje" nach Crainfeld transloziert worden sein. Der Hausbesitzer Löb Goldmeier ist nach Amerika ausgewandert. Der nachfolgende David Sommer III. wurde in der Zeit der aufkommenden Antisemitenbewegung in den 1880er Jahren  als "Güterschlächter" angefeindet und sah sich mehreren Anschlägen auf sein Wohnhaus ausgesetzt. 1894 zog er nach Schlüchtern und beging im Jahr darauf nach Verurteilung wegen Betruges im Gefängnis von Gießen Selbstmord.

Frankfurter Straße 1 - Hausname Grebjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 12, 1861 Haus Nr. 13, 1899 Hauptstraße 24, 1961 Bahnhofstraße 1. Besitzer: 1820 Andreas Luft, Bauer, aus Crainfeld (Schreiersch Haus). 1828 Ludwig Ruhl (Schwiegersohn), Leinweber + Veteran, aus Grebenhain. 1851 Heinrich Ruhl II. (Sohn), Bauer. 1879 Johannes Ruhl I. (Sohn), Bäckermeister. 1908 Johannes Ruhl II. (Sohn), Bäckermeister. 1951 Heinrich Ruhl II. (Sohn), Metzger. Hausname: Abgeleitet von dem 1734 in dem Haus eingeheirateten Christoph Greb. Interessantes: Etwa zwischen 1880 und 1915 wurde in dem Haus eine Bäckerei betrieben. Wegen einer Mehlallergie konnte Heinrich Ruhl II. diese aber nicht weiterführen und erlernte stattdessen das Metzgerhandwerk. 1935 wurde die noch heute bestehende Metzgerei gegründet.

Frankfurter Straße 2 - Hausname Deichschneidersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 80, 1861 Haus Nr. 85, 1899 Hauptstraße 27, 1961 Bahnhofstraße 2. Besitzer: 1820 Friedrich Wilhelm Straub, Bauer, aus Burkhards. 1850 Johann Sebastian Meinhardt (Kauf), Schneider + Spezereihändler + Wirt, aus Crainfeld (Götzjes Haus). 1858 Johannes Meinhardt II. (Sohn), Bauer + Wirt. 1886 Heinrich Meinhardt (Sohn), Landwirt + Gastwirt. 1910 Johannes Meinhardt IV. (Sohn), Gastwirt + Kirchenvorsteher + Bürgermeister. 1954 Wilhelm Heinrich Meinhardt (Sohn), Landwirt + Gastwirt. Hausname: Abgeleitet von dem Schneider Johann Sebastian Meinhardt, der das Haus 1850 erwarb. Interessantes: Das Haus wurde 1848 erbaut. Die Bauinschrift lautet Drod Gesundheit auch verleshen laß deinen Segen nicht von meiner Arbeit weichen wend alles Unglück ab begleit mich aus und ein und laß bey Tag und Nacht mich dir befohlen seyn Friedrich Straub u deren ehe weib baut mich Johs .... u Joh beide ... v Banerod u Heisters zimern mich. Über der Scheuneneinfahrt steht außerdem Was Gott beschert das ernd ich ein Damit will ich zufrieden seyn Gott allein die Ehr. Nach dem Bau des großen Gasthauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde das Anwesen zum Wirtschaftsteil. Das alte Wohnhaus wurde vermietet, u. a. 1905 bis 1934 an den jüdischen Schuhmacher Salomon Wertheim.

Frankfurter Straße 3 - Hausname Kadaljes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 11, 1861 Haus Nr. 12, 1899 Hauptstraße 22, 1961 Bahnhofstraße 3. Besitzer: 1820 Konrad Usinger, Bauer + Bürgermeister, aus Ilbeshausen. 1834 Heinrich Usinger I. (Sohn), Bauer. 1868 Georg Löffler (Schwiegersohn), Bäcker, aus Landenhausen. 1881 Daniel Bär (Kauf), Handelsmann, aus Kefenrod (Kr. Büdingen). 1894 Joseph Bär (Sohn), Kaufmann. 1937 Gemeinde Crainfeld (Kauf). Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Ursprünglich hieß das Haus Volzboste nach Sebastian Volz (Vorname mundartlich "Bost"), dem Großvater der Ehefrau des Konrad Usinger. Nach der Einheirat des Bäckers Georg Löffler wurde dieser zu Volzbostebäckerjes erweitert. Als die Gemeinde Crainfeld das Anwesen 1937 erwarb und dort einen Stall für die Gemeindebullen einrichtete, bürgerte sich der Hausname Bullehaus ein. Interessantes: Der jüdische Hausbesitzer Joseph Bär, der 1937 zu seiner Tochter nach Sterbfritz (Lkr. Schlüchtern) zog und 1942 im KZ Treblinka ermordet wurde, betrieb in dem Haus eine Gemischt- und Eisenwarenhandlung. Nach 1937 nutzte die Gemeinde Crainfeld das Anwesen als zweites Gemeindehaus und vermietete zwei Wohnungen, während der Stall für die Haltung der Gemeindebullen genutzt wurde.

Frankfurter Straße 4 - Hausname Nades

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 80, 1861 Haus Nr. 86, 1899 Hauptstraße 25, 1961 Bahnhofstraße 4. Besitzer: 1820 Johann Heinrich Rauber, Schuhmacher, aus Crainfeld. 1836 Johannes Habicht (Kauf), Maurer, aus Gunzenau. 1852 Heinrich Flach I. (Schwiegersohn), Schreinermeister, aus Salz. 1863 Nathan Sommer I. (Kauf), Handelsmann. 1896 Leopold Sommer I. (Sohn), Viehhändler. 1930 Manfred Sommer (Sohn), Viehhändler. 1938 Johannes Luft (Kauf), Weißbindermeister, aus Crainfeld (Lufte). Hausname: Abgeleitet von Nathan Sommer I., der das Haus 1863 erwarb. Der vorherige Hausname lautete Hoabichs nach Johannes Habicht (Hausbesitzer seit 1836) aus Gunzenau. Interessantes: Der jüdische Hausbesitzer Manfred Sommer ist 1937 mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten emigriert.



Hausansicht von Roasche, aufgenommen um 1960.

Frankfurter Straße 5 - Hausname Roasche

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 10, 1861 Haus Nr. 11, 1899 Hauptstraße 20, 1961 Bahnhofstraße 5. Besitzer: 1820 Johann Sebastian Müller, Bauer, aus Crainfeld (Krommese). 1832 Johann Valentin Müller (Sohn), Bauer. 1851 Heinrich Müller IV. (Schwiegersohn), Beigeordneter + Kirchenvorsteher + Ortsgerichtsmann, aus Crainfeld (Lenze). 1879 Heinrich Müller VII. (Sohn), Landwirt.1897 Sebastian Emil Hornung (Schwiegersohn), Landwirt, aus Grebenhain (Götze). 1924 Emil Hornung (Sohn), Landwirt. 1952 Heinrich Hornung (Sohn), Landwirt. Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Interessantes: Das Haus wurde 1860 anstelle eines Vorgängerhauses erbaut. Die Bauinschrift lautet Man Ernd herein was Gott beschert wovon sich Mensch und Vieh ernährt 8/4 1860.

Frankfurter Straße 6 - Hausname Roasche

Nummerierung: 1833 Haus Nr. 81 ½, 1861 Haus Nr. 87, 1899 Hauptstraße 23, 1961 Bahnhofstraße 6. Besitzer: 1833 Johannes Boudinard, Früherer Gastwirt, aus Ober-Seemen. 1841 Heinrich Boudinard (Sohn), Heilgehilfe. 1868 Paul Baumbach (Kauf), Siebmacher, aus Crainfeld (Budnersch Haus). 1883 Bär Strauß (Kauf), Handelsmann, aus Crainfeld. 1896 Johannes Fritz (Kauf), Zimmermeister + Kirchenrechner, aus Crainfeld (Schefferjes). 1918 Sebastian Emil Hornung (Kauf), Landwirt, aus Crainfeld (Roasche). 1952 Heinrich Hornung (Sohn), Landwirt. Hausname: Abgeleitet vom Wohnhaus des Sebastian Emil Hornung, der das Haus 1918 erwarb. Der älteste Hausname dürfte Budnersch gelautet haben, nach dem Erbauer Johannes Boudinard, und ist dann umgezogen.

Frankfurter Straße 7 - Hausname Meiersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 9, 1862 Haus Nr. 10, 1900 Hauptstraße 18, 1961 Bahnhofstraße 7. Besitzer: 1820 Christoph Oechler, Bäcker. 1835 Heinrich Lochhaas (Kauf), Glaser + Schreiner, aus Nieder-Moos. 1835 Salomon Stern (Kauf), Handelsmann. 1873 Emanuel Stern (Sohn), Handelsmann + Vorsteher der Israelitischen Gemeinde. 1904 Meier Stern (Sohn), Viehhändler + Schuhmacher. 1933 Heinrich Karl (Kauf), Maurer, aus Gunzenau. Hausname: Abgeleitet von dem Hausbesitzer Meier Stern. Nach dessen Großvater Salomon Stern wurde das Haus ursprünglich Salmjes genannt. Seit dem Kauf des Hauses durch Heinrich Karl aus Gunzenau 1933 wurde der Hausname Koarles verwendet. Interessantes: Etwa von 1900 bis 1933 wurde in dem Anwesen ein Schuhgeschäft mit Werkstatt betrieben. Der jüdische Hausbesitzer Meier Stern emigrierte im November 1933 mit seiner Familie in die Niederlande.

Frankfurter Straße 9 - Hausname Schustervelljes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 7, 1861 Haus Nr. 1861, 1899 Hauptstraße 16, 1961 Bahnhofstraße 9. Besitzer: 1820 Johann Valentin Oechler, Bauer, aus Crainfeld. 1826 Johann Sebastian Oechler (Sohn), Hirt. 1846 Heinrich Oechler IV. (Kauf), Bauer, aus Crainfeld (Kippeljes Haus/damals Schustervelljes). 1872 Sebastian Oechler (Sohn), Landwirt. 1903 Andreas Oechler V. (Sohn), Landwirt. 1930 Karl Heutzenröder (Schwiegersohn), Landwirt, aus Bermuthshain (Nienammels). 1964 Gerhard Krusche (Schwiegersohn), Landwirt. Hausname: Wurde sehr wahrscheinlich übernommen aus dem Elternhaus (später Kippeljes) des Heinrich Oechler IV. (Hausbesitzer seit 1846) und ist vermutlich abgeleitet von dessen Mitte des 18. Jahrhunderts lebenden Vorfahren Johann Velten Oechler. Interessantes: Das Anwesen wurde 1910 durch einen Brand zerstört und danach als Gehöft mit freistehendem Wohnhaus wieder aufgebaut.

Frankfurter Straße 10 - Hausname Ratzpetersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 82, 1861 Haus Nr. 89, 1899 Hauptstraße 14, 1961 Bahnhofstraße 10. Besitzer: 1820 Johannes Müller, Schreiner, aus Crainfeld. 1833 Christoph Ganß (Schwiegersohn), Bauer, aus der Märzmühle bei Crainfeld. 1868 Sebastian Ganß II. (Sohn), Landwirt. 1887 Andreas Eifert II. (Schwiegersohn), Landwirt + Schreinermeister, aus Crainfeld (Lenze). 1920 Heinrich Eifert III. (Sohn), Landwirt. 1957 Heinrich Schmalbach (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Gänslangersch). Hausname: Vermutlich abgeleitet vom Urgroßvater des Hausbesitzers Johannes Müller, Peter Müller, der möglicherweise die Felle von Mardern (mundartlich "Ratz") verarbeitet hat.



Hausansicht von Schneidersch, aufgenommen um 1950.

Frankfurter Straße 11 - Hausname Schneidersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 6, 1861 Haus Nr. 7, 1899 Hauptstraße 14, 1961 Bahnhofstraße 11. Besitzer: 1820 Andreas Greb (Schwiegersohn), Bäcker, aus Crainfeld (Grebjes). 1837 Johannes Hofmann I. (Schwiegersohn), aus Crainfeld (Haus Nr. 25). 1862 Andreas Lind (Kauf), Maurermeister, aus Crainfeld (Grebjes). 1867 Sebastian Baumbach II. (Kauf), Landwirt, aus Crainfeld (Deichschneidersch). 1888 Johannes Lind (Schwiegersohn), Landwirt, aus der Schäfermühle (Deichschneidersch) bei Grebenhain. 1930 Karl Lind (Sohn), Landwirt + Gemeinderechner. 1947 Heinrich Lind II. (Sohn), Landwirt. Hausname: Abgeleitet von dem Schneider Johann Sebastian Meinhardt, dem Schwiegervater des Sebastian Baumbach II. der das Haus 1867 erwarb. Interessantes: Das Haus wurde 1906 anstelle eines Vorgängerhauses erbaut. Die Inschrift über dem Scheunentor lautet Was Gott beschert das ernt ich ein damit will ich zufrieden sein. Aufgeschlagen am 19. Mai 1906. Am nördlichen Giebel steht Bauherr Johannes Lind I. Zimmermeister Sebastian Fritz II Crainfeld. 1906.

Frankfurter Straße 12 - Hausname Raubersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 83, 1861 Haus Nr. 90, 1899 Hauptstraße 17, 1961 Hauptstraße 12. Besitzer: 1820 Christoph Schmalbach, aus Crainfeld. 1826 August Leonhard Brückner (Schwiegersohn), aus Crainfeld (Gänslangersch Haus/Edelhof). 1845 Sebastian Rauber (Kauf), Schuhmacher, aus Crainfeld (Koathereins). 1892 Sebastian Meinhardt II. (Erbe), Viehschneider, aus Crainfeld (Färbersch). 1920 Johannes Dahmer (Schwiegersohn), Landwirt, aus Wünschenmoos (Mechels). 1954 Friedrich Oestreich (Schwiegersohn), Landwirt, aus Hopfmannsfeld. Hausname: Abgeleitet von Sebastian Rauber, der das Haus 1845 erwarb.

Frankfurter Straße 13 - Hausname Färbersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 5, 1861 Haus Nr. 6, 1899 Hauptstraße 12, 1961 Bahnhofstraße 13. Besitzer: 1820 Johann Bast Schäfer, Fuhrmann. 1835 Johannes Schäfer (Sohn). 1839 Johann Sebastian Meinhardt (Schwager), Wirt + Spezereihändler + Schneider. 1861 Andreas Meinhardt (Sohn), Bauer + Schweinehändler + Metzgermeister. 1888 Konrad Meinhardt (Sohn), Landwirt + Metzger. 1921 Johannes Meinhardt V. (Sohn), Landwirt. 1956 Heinrich Meinhardt (Sohn), Landwirt. Hausname: Abgeleitet von dem Färber Johannes Schäfer, dem Vater des Hausbesitzers Johann Bast Schäfer.



Ansicht der Hofreite Liesjes von der Hauptstraße im Jahr 1930.

Frankfurter Straße 14 - Hausname Liesjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 84, 1861 Haus Nr. 91, 1899 Hauptstraße 15, 1961 Bahnhofstraße 14. Besitzer: 1820 Ludwig Heil, Sattlermeister, aus Crainfeld. 1844 Sebastian Müller III. (Schwiegersohn), Bauer, aus Crainfeld (Jule). 1892 Heinrich Müller VI. (Neffe), Landwirt, aus Crainfeld (Peterjes). 1909 Konrad Müller III. (Sohn), Landwirt. 1937 Heinrich Lind II. (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Schneidersch). Hausname: Möglicherweise abgeleitet von der um 1700 lebenden Elisabeth Heutzenröder geb. Rehberger (Vorname mundartlich "Liese"), einer Vorfahrin der Hausbesitzer: Interessantes: Das Fachwerkhaus lässt sich stilistisch auf das beginnende 18. Jahrhundert datieren.

Frankfurter Straße 15 - Hausname Peterjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 3, 1861 Haus Nr. 5, 1899 Hauptstraße 10, 1961 Bahnhofstraße 15. Besitzer: 1820 Johannes Müller, Weber, aus Crainfeld. 1826 Christoph Löffler (Kauf), Bauer, aus Crainfeld (Tränkpetersch). 1849 Heinrich Müller III. (Schwiegersohn), Bauer, aus Crainfeld (Jule). 1876 Heinrich Müller VI. (Sohn), Landwirt. 1907 Heinrich Müller IX. (Sohn), Landwirt. 1932 Heinrich Müller II. (Sohn), Landwirt. 1964 Anna Müller (Tochter). Hausname: Steht wahrscheinlich mit dem Elternhaus (Tränkpetersch) des Christoph Löffler (Hausbesitzer seit 1826) in Verbindung.

Frankfurter Straße 16 - Hausname Abrahams

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 85, 1861 Haus Nr. 92, 1899 Hauptstraße 13, 1961 Bahnhofstraße 16. Besitzer: 1820 Kaspar Kimpel, Schuhmacher + Hirt, aus Bannerod. 1836 Johannes Kimpel (Sohn). 1860 Johannes Baumbach V. (Kauf), Siebmacher, aus Crainfeld (Haus Nr. 66). 1871 Sebastian Lind (Kauf), Schneidermeister, aus Crainfeld. 1896 Johannes Fritz (Kauf), Zimmermeister + Kirchenrechner, aus Crainfeld (Schefferjes). 1896 Bär Strauß (Kauf), Handelsmann, aus Crainfeld (Roasche Haus). 1901 Sigmund Sommer II. (Kauf), Handelsmann. 1934 Abraham Sommer (Sohn), Viehhändler. 1936 Heinrich Oestreich (Kauf), Arbeiter, aus Ober-Moos. 1944 Karl Seipel (Heirat Witwe), Kaufmann, aus Stammheim. 1956 Gemeinde Crainfeld (Kauf). Hausname: Abgeleitet von dem Hausbesitzer Abraham Sommer. Daneben war auch der Hausname Alexe üblich, dessen Herkunft nicht bekannt ist. Interessantes: Der jüdische Hausbesitzer Abraham Sommer ist 1937 mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten emigriert. Seit 1956 ist in dem Gebäude der in der Trägerschaft der Gemeinde befindliche örtliche Kindergarten untergebracht.

Frankfurter Straße 17 - Hausname Girschels

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 2, 1861 Haus Nr. 4, 1899 Hauptstraße 8, 1961 Bahnhofstraße 17. Besitzer: 1820 Johann Balthasar Ruhl, Bauer, aus Crainfeld. 1839 Gottlieb Sommer (Kauf), Handelsmann, aus Crainfeld. 1875 Johannes Jäger (Kauf), Schreinermeister, aus Salz. 1879 Abraham Sommer II. (Kauf), Handelsmann + Metzger, aus Crainfeld (Wänersch Haus). 1892 Feist Sommer II. (Sohn), Metzger. 1924 Salomon Sommer (Sohn), Metzger. 1934 Heinrich Müller II. (Kauf) Landwirt, aus Crainfeld (Peterjes). Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Interessantes: Von 1879 bis 1934 wurde in dem Anwesen eine Metzgerei betrieben, deren jüdischer Inhaber Salomon Sommer anschließend mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten emigrierte. Das Haus wurde nach 1945 und bis in die 1960er Jahre, aufgeteilt in Mietswohnungen, von heimatvertriebenen Familien aus den früheren deutschen Ostgebieten bewohnt. Im Jahr 1984 erfolgte der Abriß bis auf einen Teil der Stallwand.

Frankfurter Straße 18 - Hausname Wänersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 91, 1861 Haus Nr. 93, 1899 Hauptstraße 11, 1961 Bahnhofstraße 18. Besitzer: 1835 Sebastian Kimpel, Tagelöhner + Veteran, aus Crainfeld (Abrahams Haus). 1884 Martin Werner (Schwiegersohn), Schuhmacher + Hirt, aus Geiß-Nidda. 1898 Friedrich Karl Dammwitz (Schwiegersohn), Maurer, aus Weilmünster (Kr. Weilburg). 1900 Karl Fölsing (Kauf), Maurer, aus Weidmoos. 1919 Friedrich Schmelz (Kauf), Wagnermeister, aus Crainfeld (Wänersch). 1943 Ludwig Schmelz (Sohn), Sägewerksbesitzer + Architekt. Hausname: Übernommen vom Haus (Wänersch) des Friedrich Schmelz, der das Anwesen 1919 erwarb. Interessantes: Das Haus wurde 1835 neu erbaut und von der benachbarten Hofreite (später Abrahams) durch Erbteilung abgetrennt. 1925 entstand an gleicher Stelle ein Neubau.



Das Gasthaus "Zur Eisenbahn", vermutlich in den 1920er Jahren aufgenommen.

Frankfurter Straße 19 - Hausname Schreiersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 1, 1861 Haus Nr. 3, 1899 Hauptstraße 4, 1961 Bahnhofstraße 19. Besitzer: 1820 Andreas Luft, Bauer, aus Crainfeld. 1839 Johannes Hofmann I. (Kauf), Bauer + Gemeinderechner, aus Crainfeld (Haus Nr. 25). 1857 Karl Oechler I. (Schwiegersohn), Gastwirt, aus Crainfeld (Eirichs Haus/damals Schreiersch). 1881 Heinrich Oechler VII. (Sohn), Gastwirt. 1907 Karl Oechler II. (Sohn), Gastwirt + Metzger. 1950 Theodor Schneider (Schwiegersohn), Gastwirt, aus Reichlos. Hausname: Vermutlich übernommen aus dem Elternhaus des Karl Oechler I. (Besitzer seit 1857), dessen Urgroßvater Schreiner war. Interessantes: Seit 1857 wird in dem Haus eine Gastwirtschaft betrieben, die nach dem Bau der Vogelsbergbahn (1906) den Namen "Zur Eisenbahn" erhielt (heute "Vogelsberger Hof"). Bis zum Zweiten Weltkrieg war an die Gastwirtschaft auch eine Metzgerei angebunden. 1876 wurde der inzwischen mehrfach erneuerte Saalbau erbaut.

Frankfurter Straße 20 - Hausname Wänersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 86, 1861 Haus Nr. 94, 1899 Hauptstraße 9, 1961 Bahnhofstraße 20. Besitzer: 1820 Johann Velten Oechler, Bauer, aus Crainfeld. 1862 Abraham Sommer II. (Kauf), Handelsmann + Metzger, aus Crainfeld. 1879 Johannes Jäger (Kauf), Schreinermeister, aus Crainfeld (Girschels Haus). 1894 Friedrich Schmelz (Kauf), Wagnermeister, aus Steinfurt. 1925 Heinrich Schmelz (Sohn), Wagnermeister. 1969 Friedrich Schmelz (Sohn), Wagnermeister. Hausname: Abgeleitet von dem Wagner (mundartlich "Wäner") Friedrich Schmelz aus Steinfurt, der das Haus 1894 erwarb. Interessantes: Seit 1894 wurde in dem Anwesen eine Wagnerei betrieben, die sich ab den 1960er Jahren auf Verkauf und Reparatur landwirtschaftlicher Maschinen spezialisierte.

Frankfurter Straße 21 - Hausname Pauls

Nummerierung: 1871 Haus 2 5/10, 1899 Hauptstraße 4, 1961 Bahnhofstraße 21. Besitzer:  1871 Paul Flach, Schreinermeister, aus Salz. 1880 Sebastian Blößer (Kauf), Schreinermeister, aus Crainfeld. 1918 Willhelm Konrad Blößer (Sohn), Schreiner + Landwirt. 1952 Wilhelm Blößer (Schwager), Schreiner. Hausname: Abgeleitet von dem Hauserbauer Paul Flach. Interessantes: Das Haus wurde 1871 am südlichen Ortseingang neu erbaut. Bereits im April 1880 wanderte der Erbauer Paul Flach mit seiner gesamten Familie nach Nordamerika aus. 1906 wurde ein neues Haus erbaut, dessen Bauinschrift lautet Der Herr ist mein Hirte mir wird nichts mangeln. Aufgeschlagen den 7. Juni 1906. Von 1871 bis Ende der 1960er Jahre wurde in dem Anwesen eine Schreinerei betrieben.

Frankfurter Straße 22 - Hausname Linneboste

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 88, 1861 Haus Nr. 95, 1899 Hauptstraße 7, 1961 Bahnhofstraße 17. Besitzer: 1820 Johann Dietrich Oechler, Bauer, aus Crainfeld. 1840 Johannes Rahn (Schwiegersohn), Bauer, aus Altenhain. 1870 Heinrich Rahn I. (Sohn), Landwirt. 1886 Heinrich Rahn II. (Sohn), Schreinermeister. 1910 Heinrich Ganß III. (Schwiegersohn), Landwirt, aus der Stollmühle bei Freiensteinau. 1947 Friedrich Oechler (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Schneiderbaste). Hausname: Wahrscheinlich abgeleitet von dem 1692 gestorbenen Bast Hornung, einem Vorfahren der Hausbesitzer. Interessantes: Während der Pfingstkirmes am 17. Mai 1964 wurden Stall und Scheune des Anwesens durch einen Großbrand zerstört.

Frankfurter Straße 23 - Hausname Franze

Nummerierung: 1837 Haus Nr. 88 ¾, 1861 Haus Nr. 2, 1899 Hauptstraße 2, 1961 Bahnhofstraße 23. Besitzer: 1837 Sebastian Ruhl, Schmied. 1861 Benjamin Lind (Kauf), Handelsmann, aus Crainfeld. 1887 Alexander Lind (Sohn), Spezereikrämer. 1889 Heinrich Lind III. (Kauf), Spenglermeister, aus Crainfeld (Dicke Haus). 1904 Johannes Linker II. (Kauf), Schuhmachermeister, aus Crainfeld (Siebhannesjes Haus (damals Franze). 1922 Heinrich Linker (Sohn), Arbeiter. 1957 Lina Riederer (Kauf), aus Vaitshain. Hausname: Wurde mitgenommen aus dem Elternhaus (später Siebhannesjes) des Johannes Linker II., der das Anwesen 1904 erwarb. Die vorherigen Hausnamen sind nicht bekannt. Nach 1957 wurde das Haus Riederersch genannt. Interessantes: Das Haus wurde 1837 am südlichen Ortseingang neu erbaut.


Das Haus von Liederelse auf dem Ausschnitt einer um 1930 entstandenen Postkarte.

Frankfurter Straße 30 - Hausname Liederelse

Nummerierung: 1842 Haus Nr. 55 ¼, 1861 Haus Nr. 1, 1899 Hauptstraße 1, 1961 Bahnhofstraße 30. Besitzer: 1842 Peter Müller II., Ackermann, aus Crainfeld. 1866 Sebastian Müller V. (Sohn), Bauer. 1900 Christian Müller (Sohn), Landwirt + Zimmermann. 1958 Heinrich Müller XII. (Sohn), Landwirt. 1963 Karl Flach II. (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Hoabichs). Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Interessantes: Das Haus wurde 1842 am südlichen Ortseingang neu erbaut und war zunächst einstöckig. 1927 wurde an gleicher Stelle ein zweistöckiges Bauernhaus gebaut.

Frankfurter Straße 34 - Hausname Bahnhof

Nummerierung: 1905 Hauptstraße 1 1/10, 1961 Bahnhofstraße 32. Besitzer: 1905 Großherzogtum Hessen, Landeseigentum. 1923 Deutsches Reich, Reichsbahndirektion Frankfurt am Main. 1949 Deutsche Bundesbahn, Bundesbahndirektion Kassel. Hausname: Das Gebäude wurde als Eisenbahn-Haltepunkt für die Gemeinde Crainfeld erbaut. Interessantes: Das kleine Haltestellengebäude nur für den Personenverkehr wurde nach einem Typenentwurf des Architekten Ludwig Hofmann aus Herborn 1905 erbaut und am 1. April 1906 eröffnet. 1924 wurde der Haltepunkt von der Deutschen Reichsbahn aus betriebswirtschaftlichen Gründen, trotz Protests von Seiten der Gemeinde Crainfeld, geschlossen und blieb dies auch für mehrere Jahre. Endgültig eingestellt wurde der Personenverkehr am 27. September 1975.

Im Haigen 1 - Hausname Moadjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 13, 1861 Haus Nr. 15, 1899 Kreuzstraße 8, 1961 Grebenhainer Straße 1. Besitzer: 1820 Ludwig Wilhelm Heinrich Rübsamen, Pfarrer, aus Crainfeld. 1832 Jud Süssel Sommer (Kauf), aus Crainfeld. 1852 Markus Strauß (Kauf), Handelsmann, aus Crainfeld. 1890 Simon Strauß (Sohn), Viehhändler. 1930 Albert Strauß (Sohn), Viehhändler. 1933 Karl Luft (Kauf), Schindlermeister, aus Crainfeld (Lufte). Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Interessantes: Das Haus wurde wurde dem Stil nach im frühen 18. Jahrhundert erbaut und war nach dem Edelhof einer der bedeutendsten Fachwerkbauten in Crainfeld überhaupt. 2013 wurde es abgerissen. Der jüdische Hausbesitzer Albert Strauß verließ mit seiner Familie bereits im Frühjahr 1933 Crainfeld, wurde jedoch später bei Minsk ermordet.

Im Haigen 2 - Hausname Schmieds

Nummerierung: 1839 Haus Nr. 12a, 1861 Haus Nr. 14, 1899 Kreuzstraße 8, 1961 Grebenhainer Straße 2. Besitzer: 1839 Johann Valentin Oechler, Bauer, aus Crainfeld (Haus Nr. 87). 1861 Heinrich Oechler VI. (Sohn). 1890 Andreas Rausch (Neffe), Landwirt, aus Crainfeld (Schmieds). 1921 Johannes Rausch I. (Sohn), Landwirt. 1967 Karl Blößer (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Pauls). Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Eine Schmiede hat nachweislich nie zu dem Anwesen gehört. Interessantes: Das Haus wurde 1839 am damaligen Ortsausgang nach Grebenhain neu erbaut.

Im Haigen 3 - Hausname Schoulhaus

Nummerierung: 1907 Kreuzstraße 4, 1961 Grebenhainer Straße 3. Besitzer: Gemeinde Crainfeld. Hausname: Das Gebäude wurde als Schulhaus (mundartlich "Schoulhaus" oder auch einfach "Schoul") erbaut. Interessantes: Das neue Schulhaus wurde von 1906 bis 1907 als Ersatz für die bisherige Schule im Ortskern, unterhalb vom Edelhof, gebaut. Es enthielt jeweils zwei Schulsäle (auf der rechten Seite) und Lehrerwohnungen (auf der linken Seite), die auf zwei Stockwerken übereinander lagen. Mit der Auflösung der Volksschule Crainfeld im Jahr 1969 stand das Gebäude vorerst leer und wurde 1971 bis 1972 zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.

Im Haigen 4 - Hausname Schorschjes

Nummerierung: 1927 Kreuzstraße, 1961 Grebenhainer Straße 5. Besitzer: 1927 Heinrich Fölsing, Maurer aus Crainfeld (Schorschjes). 1956 Franz Ludwig Schwarz (Schwiegersohn), Arbeiter. Hausname: Übernommen vom Elternhaus des Hauserbauers, dessen Vater Georg Fölsing (Rufname mundartlich "Schorschje") aus Rixfeld war. Interessantes: Das Haus wurde 1927 am Ortsausgang nach Grebenhain neu erbaut, nahezu zeitgleich zum Nachbarhaus Minkerjes.

Im Haigen 6 - Hausname Minkerjes

Nummerierung: 1928 Kreuzstraße 3, 1961 Grebenhainer Straße 6. Besitzer: 1928 Karl Minker, Arbeiter, aus Crainfeld. 1970 Heinrich Minker (Sohn), Schreinermeister. Hausname: Abgeleitet vom Hauserbauer Karl Minker. Interessantes: Das Haus wurde 1928 am Ortsausgang nach Grebenhain neu erbaut, nahezu zeitgleich zum Nachbarhaus Schorschjes.

Im Haigen 18 - Hausname Lichthäusje

Nummerierung: 1921 Kreuzstraße 1, 1961 Grebenhainer Straße 1. Besitzer: 1921 Überlandwerk Oberhessen zu Friedberg. 1952 Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe Gießen. Hausname: Bezog sich darauf, dass die sichtbarste Funktion der neu errichteten Transformatorenstation zunächst die Versorgung mit elektrischem Licht war. Interessantes: Die Crainfelder Transformatorenstation wurde 1921 errichtet, in Verbindung mit der flächendeckenden Versorgung der Gemeinden im oberen Vogelsberg mit elektrischem Strom durch das 1912 gegründete provinzeigene Überlandwerk mit Sitz in Friedberg. Der Gebäudekomplex bestand aus dem eigentlichen Transformatorenhaus, einem turmähnlichen Ziegelsteinbau, einem Wärterwohnhaus und einer Halle direkt an der Straße zwischen Crainfeld und Grebenhain.

Karl-Schmalbach-Straße 1 - Hausname Ennersjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 62, 1861 Haus Nr. 68, 1899 Kreuzstraße 37, 1961 Kreuzstraße 20. Besitzer: 1820 Johannes Franz, Kirchensenior + Gerichtsschöffe, aus Crainfeld. 1831 Sebastian Franz (Sohn), Bauer. 1835 Johann Henrich Laufer (Kauf), Schreiner, aus Crainfeld. 1862 Heinrich Möller (Kauf), Schmiedemeister, aus Crainfeld. 1885 Sebastian Möller (Sohn), Schmiedemeister. 1905 Johannes Adolph III. (Kauf), Landwirt, aus Crainfeld (Heckenanne). 1935 Karl Rausch (Kauf), Schmiedemeister, aus Crainfeld (Götzjes). Hausname: Die Herkunft ist ungeklärt. Nach dem Kauf durch den Schmied Karl Rausch 1935 wurde das Haus Schmiede genannt. Interessantes: Ab 1935 wurde in dem Anwesen eine Schmiede betrieben, nachdem eine solche bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts existiert hatte. 1994 wurde ein Zimmereibetrieb gegründet.



Der Edelhof, aufgenommen gegen Ende der 1950er Jahre.

Kreuzstraße 1 - Hausname Gänslangersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 78, 1861 Haus Nr. 84, 1899 Kreuzstraße 9, 1961 Kreuzstraße 1. Besitzer: 1820 Johann Sebastian Brückner, Großherzoglicher Landkommissar, aus Crainfeld. 1826 Heinrich Schmalbach I. (Kauf), Schmied + Beigeordneter, aus Crainfeld (Lufte Haus). 1830 Heinrich Schmalbach II. (Sohn), Gastwirt + Bürgermeister. 1864 Heinrich Schmalbach IV. (Sohn), Landwirt + Bürgermeister + Landtagsabgeordneter. 1885 Heinrich Schmalbach VI. (Sohn), Landwirt. 1918 Karl Schmalbach II. (Sohn), Landwirt + Bürgermeister. 1955 Heinrich Schmalbach (Sohn), Landwirt. Hausname: Die Herkunft ist nicht überliefert, ebenso nicht, ob die Bezeichnung noch aus der Zeit des Gerichts Crainfeld stammt. Interessantes: Das bedeutendste profane Baudenkmal Crainfelds wurde 1685 erbaut. Es war das Wohn- und Amtshaus der landgräflich hessischen Oberschultheißen des Gerichts, die es als erbliches Lehen innehatten. Die lateinische Bauinschrift am früheren Gerichtserker lautet SI DEUS PRO NOBIS QUIS CONTRA NOS ("Wenn Gott für uns ist, wer ist dann gegen uns"). Sie enthält auch die Initialen HCE des Bauherrn Heinrich Christoph Ellenberger. Das Baujahr 1685 findet sich ganz oben am Giebel.

Kreuzstraße 1 - Hausname Mechels

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 77, 1861 Haus Nr. 81, 1899 Kreuzstraße 13. Besitzer: 1820 Johannes Lind, Maurer, aus Grebenhain. 1861 Peter Löffler (Kauf), Maurer, aus Metzlos-Gehaag. 1877 Heinrich Jäger (Schwiegersohn), Maurermeister, aus Salz. 1878 Jakob Wacker (Kauf), aus Grebenhain. 1955 Heinrich Schmalbach (Kauf), Landwirt, aus Crainfeld (Gänslangersch). Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Interessantes: Das kleine einstöckige Haus war eines von zweien (das andere wurde bereits 1881 abgerissen), die ursprünglich unterhalb vom Edelhof an der kleinen Seitenstraße zur Alten Schule und zur Synagoge standen. Es wurde Anfang der 1960er Jahre abgebrochen und durch eine Maschinenhalle ersetzt, jedoch blieb die hohe Steintreppe zum Hauseingang bis heute erhalten.

Kreuzstraße 2 - Hausname Deichschneidersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 15, 1861 Haus Nr. 17, 1899 Hauptstraße 29, 1961 Kreuzstraße 2. Besitzer: 1820 Johann Heinrich Baumbach, Schuhmachermeister, aus Crainfeld. 1832 Johann Dietrich Baumbach (Sohn), Bauer. 1858 Sebastian Baumbach II. (Sohn), Bauer. 1867 Johannes Meinhardt II. (Kauf), aus Crainfeld (Deichschneidersch). 1867 Benjamin Bär (Kauf), Handelsmann + Schuster, aus Kefenrod. 1892 Heinrich Meinhardt (Kauf), Landwirt + Gastwirt, aus Crainfeld (Deichschneidersch). 1910 Johannes Meinhardt IV. (Sohn), Gastwirt + Kirchenvorsteher + Bürgermeister. 1954 Wilhelm Meinhardt (Sohn), Gastwirt + Landwirt. Hausname: Wurde übernommen vom gegenüberliegenden Haus des Heinrich Meinhardt (Hausbesitzer seit 1892) und ist abgeleitet von dessen Großvater, dem Schneider Johann Sebastian Meinhardt. Interessantes: Das ursprüngliche Haus wurde bei einem Brand zerstört und 1905 das große Gasthaus "Zum Hessischen Hof" mit dem charakteristischen Eckturm und einem Saalbau direkt an der Straßenkreuzung erbaut.

Kreuzstraße 5 - Hausname Matthese

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 78, 1861 Haus Nr. 83, 1899 Kreuzstraße 11, 1961 Kreuzstraße 5. Besitzer: 1820 Andreas Rauber, Schmied, aus Crainfeld (Koathereins). 1834 Heinrich Ruhl (Kauf), Schreiner, aus Grebenhain. 1861 Matthäus Stein I. (Kauf), Handelsmann. 1893 Matthäus Stein II. (Sohn), Kaufmann. 1933 Wilhelm Althaus (Kauf), Spengler, aus Grebenhain (Althause). Hausname: Abgeleitet von Matthäus Stein (Vorname mundartlich "Matthes"), der das Haus 1861 erwarb. Nach 1933 wurde das Haus nach dem neuen Besitzer Althause genannt. Interessantes: Das charakteristische Mansarddach des Hauses geht auf einen Umbau 1918 zurück. Der Besitzer, Mathhäus Stein II. betrieb damals in dem Haus einen Kaufladen. 1933 übersiedelte er mit seiner Familie nach Frankfurt am Main, jedoch starben bis auf seinen Schwiegersohn alle nach der Deportation 1942 ins KZ Theresienstadt.

Kreuzstraße 7 - Hausname Koppels

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 74, 1861 Haus Nr. 80, 1899 Kreuzstraße 15, 1961 Kreuzstraße 7. Besitzer: 1820 Kirchspiel Crainfeld. 1861 Schule Crainfeld. 1911 Abraham Stein, Kaufmann + Jüdischer Gemeindevorsteher, aus Crainfeld (Koppels Altes Haus). 1925 Markus Stein (Sohn), Kaufmann. 1933 Karl Jöckel (Kauf), Landwirt + Händler, aus Crainfeld (Jeegels). 1958 Otto Jöckel (Sohn), Textilkaufmann. Hausname: Wurde übernommen aus dem ursprünglichen Wohnhaus des Abraham Stein, die Bedeutung ist unbekannt. Vorher war das Gebäude das Schoulhaus (Schulhaus), es wurde auch als Alte Schule (Ahl Schoul) bezeichnet. Interessantes: Das Haus diente bis zur Einweihung der Neuen Schule am Ortsausgang nach Grebenhain im Jahr 1907 als Schulhaus. Wahrscheinlich ist es identisch mit einem 1735 als neu erbaut bezeichneten Schulhaus. Durch die stark angestiegenen Schülerzahlen um 1900 und wohl auch das Alter des Gebäudes genügte es nicht mehr den Ansprüchen, da es nur einen einzigen Saal und eine Lehrerwohnung aufwies. Die Familie von Abraham Stein bezog das Haus, nachdem er selbst in der Nacht des 28. April 1914 ermordet und das zwischen Gerbets und Siebhannesjes gelegene Haus vom Täter angezündet worden waren. 1933 emigrierten Markus Stein und seine Schwester Selma nach Südafrika.

Kreuzstraße 10 - Hausname Feistjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 55, 1861 Haus Nr. 66, 1899 Nebenstraße 5, 1961 Kreuzstraße 10. Besitzer: 1820 Levi Stein. 1861 Feist Stein (Sohn), Handelsmann, aus Crainfeld. 1907 Jakob Stein II. (Sohn), Kaufmann. 1933 Karl Fischer (Kauf). 1953 Heinrich Decher (Kauf), Schreinermeister, aus Rixfeld. Hausname: Abgeleitet von dem Hausbesitzer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Feist Stein. Nach den späteren Besitzern trug das Anwesen die Hausnamen Fischersch und Decherts. Interessantes: Der jüdische Hausbesitzer Jakob Stein ist mit seiner Familie 1933 nach Südafrika emigriert.

Kreuzstraße 11 - Hausname Jeegels

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 75, 1861 Haus Nr. 78, 1899 Kreuzstraße 7, 1961 Kreuzstraße 11. Besitzer: 1820 Johannes Meinhardt, Schneider, aus Crainfeld. 1840 Johann Sebastian Meinhardt (Sohn), Wirt + Spezereihändler + Schneider. 1861 Johannes Löffler III. (Kauf), Schreiner + Siebmacher, aus Crainfeld. 1876 Johannes Löffler IV. (Sohn), Siebmacher. 1889 Johannes Hofmann II. (Kauf), Beigeordneter + Gastwirt, aus Crainfeld (Hofmanns). 1889 Johannes Jöckel (Kauf), Leinweber, aus Reichlos. 1921 Karl Jöckel (Sohn), Landwirt + Händler. 1958 Otto Jöckel (Sohn), Textilkaufmann. Hausname: Abgeleitet von Johannes Jöckel aus Reichlos, der das Anwesen 1889 erwarb. Vorher wurde das Haus Siebhannesjes genannt nach dem Siebmacher Johannes Löffler III., der um 1860 Eigentümer der Hofreite war. Der ursprüngliche Hausname, später umgezogen, dürfte Deichschneidersch gewesen sein, nach dem Schneider Johann Sebastian Meinhardt bzw. seinem Vater. Interessantes: Das unterhalb der Synagoge stehende Haus wurde 1973 abgebrochen.



Ansicht der damals noch in Betrieb befindlichen Mühle im Dorf vor dem Ersten Weltkrieg.

Kreuzstraße 12 - Hausname Krommese

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 56, 1861 Haus Nr. 65, 1899 Nebenstraße 7, 1961 Kreuzstraße 12. Besitzer: 1820 Johann Velten Müller, Müller, aus Crainfeld. 1838 Johann Sebastian Müller (Sohn), Bauer. 1879 Konrad Fritz (Kauf), Zimmermann + Müller + Wagner, aus Crainfeld (Koppels Altes Haus). 1893 Heinrich Fritz III. (Sohn), Landwirt + Müller. 1918 Wilhelm Fritz (Sohn), Landwirt. 1938 Karl Seibert (Kauf), Maurer, aus Schlechtenwegen. 1961 Karl Seibert (Sohn), Elektrotechniker. Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Seit dem Kauf durch Karl Seibert 1938 wird das Haus Seiberts genannt. Interessantes: Die Mühle im Dorf wurde als letzte der drei Crainfelder Mühlen im Jahr 1915 stillgelegt. Sie war ursprünglich Eigentum der Oberschultheißenfamilie Ellenberger und wurde von dieser an auswärtige Müller zum Betrieb, wohl in Pacht, übergeben. Von ihnen wanderte 1721 Bernhard Linker nach Ungarn aus. Rund 150 Jahre später wanderte 1879 der Müller Johannes Strauch mit seiner Familie nach Nordamerika aus.

Kreuzstraße 13 - Hausname Gerbets

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 70, 1861 Haus Nr. 75, 1899 Kreuzstraße 23, 1961 Kreuzstraße 13. Besitzer: 1820 Peter Götz, Bauer, aus Crainfeld. 1861 Heinrich Wilhelm Nolde (Kauf), Färber, aus Schotten. 1872 Johannes Baumbach V. (Kauf), Siebmacher, aus Crainfeld. 1886 Johannes Baumbach VII. (Sohn), Landwirt + Siebmacher. 1923 Johannes Baumbach X. (Sohn), Landwirt. Hausname: Abgeleitet von Gebhard Blößer (Vorname mundartlich "Gerbet"), dem Schwiegervater des Hausbesitzers Johannes Baumbach V.. Interessantes: Das Haus war ursprünglich viel kleiner und grenzte direkt an das Haus Koppels an. Nach dem Mord an dessen Eigentümer Abraham Stein in der Nacht des 28. April 1914 steckte der Täter das Koppels Haus in Brand. Hierdurch brannten beide Häuser fast vollständig aus und mussten abgerissen werden. Die Familie Stein verkaufte das Grundstück an Johannes Baumbach VII., der noch im Jahr 1914 das Gerbets Haus über den Standorten beider Vorgängerhäuser neu errichten ließ.


Hausansicht von Mengersch, aufgenommen um 1925.

Kreuzstraße 14 - Hausname Mengersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 58, 1861 Haus Nr. 64, 1899 Kreuzstraße 16, 1961 Kreuzstraße 14. Besitzer: 1820 Johann Sebastian Muth, Bauer, aus Crainfeld. 1861 Sebastian Muth (Sohn), Bauer. 1872 Konrad Muth (Sohn), Landwirt. 1900 August Ruhl (Schwiegersohn), Landwirt, aus Grebenhain (Stürze). 1943 Konrad Ruhl (Sohn), Landwirt. 1967 Karl Ruhl (Sohn), Landwirt. Hausname: Abgeleitet von dem Schwarzfärber Johann Balthasar Muth aus Romrod, dem Großvater des Johann Sebastian muth, der in Gruben die Farbe gemengt haben soll. Interessantes: Das Haus wurde 1775 erbaut und 1989 abgebrochen. Die Bauinschrift lautete Johann Heinrich Muth baut mich Johann Heinrich Schaub zimmert mich den 31 May 1775 hob man mich Gott allein die Ehr sonst keinem andern mehr. Von 1926 bis 1964 befand sich in dem Anwesen der Sitz der Spar- und Darlehenskasse Crainfeld.

Kreuzstraße 15 - Hausname Wennheckerts

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 67, 1861 Haus Nr. 72, 1899 Kreuzstraße 31, 1961 Kreuzstraße 15. Besitzer: 1820 Johannes Baumbach, Schreiner, aus Crainfeld. 1835 Heinrich Rauber I. (Kauf), Bauer, aus Crainfeld (Haus AR 16). 1869 Heinrich Rauber II. (Sohn), Spezereihändler. 1893 Sebastian Rauber III. (Sohn), Butterhändler. 1934 Heinrich Rauber (Sohn), Landwirt. 1960 Wilhelm Rauber (Sohn), Landwirt. Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt.

Kreuzstraße 16 - Hausname Bergbalzerjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 60, 1861 Haus Nr. 67, 1899 Nebenstraße 9, 1961 Kreuzstraße 16. Besitzer: 1820 Johann Heinrich Schäfer, Bauer, aus Crainfeld. 1852 Johannes Schäfer (Sohn), Bauer. 1865 Johannes Stock (Heirat Witwe), Schuhmachermeister, aus Ilbeshausen. 1879 Heinrich Schäfer (Stiefsohn), Schuhmacher + Kirchendiener. 1909 Wilhelm Luft (Schwiegersohn), Landwirt + Schuhmacher + Kirchendiener, aus Hartmannshain. 1934 Wilhelm Laufer (Schwiegersohn), Landwirt, aus der obersten Grundmühle (Schneidmellersch) bei Bermuthshain. 1949 August Oestreich (Heirat Witwe), Landwirt, aus Heisters (Ahlewirts). Hausname: Vermutlich abgeleitet von dem um 1760 lebenden Johann Balthasar Schäfer (Vorname mundartlich "Balser"), dem Großvater des Johann Heinrich Schäfer. Interessantes: In dem Haus wurde etwa zwischen 1865 und 1940 das Schuhmacherhandwerk betrieben.

Kreuzstraße 17 - Hausname Jule

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 63, 1861 Haus Nr. 70, 1899 Kreuzstraße 33, 1961 Kreuzstraße 17. Besitzer: 1820 Heinrich Müller II., Bauer + Beigeordneter, aus Crainfeld (Brückehannese). 1861 Konrad Müller (Sohn), Landwirt. 1892 Heinrich Müller VIII. (Sohn), Landwirt. 1922 Heinrich Müller XI. (Sohn), Landwirt. 1954 Wilhelm Schwarzhaupt (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Zentrasmusse). Hausname: Vermutlich abgeleitet von Juliane Müller geb. Schad (Vorname mundartlich "Jule"), der Ehefrau des 1665 in Grebenhain geborenen Stoffel Müller, eines Vorfahren der Hausbesitzer.

Kreuzstraße 18 - Hausname Hambaste

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 61, 1861 Haus Nr. 69, 1899 Kreuzstraße 35, 1961 Kreuzstraße 19. Besitzer: 1820 Valentin Schäfer, Bauer, aus Crainfeld (Bergbalzerjes). 1822 Peter Damer (Kauf), Bauer, aus Crainfeld (Siebhannesjes Haus). 1826 Johannes Klippert (Kauf), Schreiner, aus Crainfeld. 1852 Johannes Prächter (Kauf), Bauer, aus Gunzenau. 1880 Konrad Prächter (Sohn), Landwirt. 1920 Wilhelm Fritz (Schwiegersohn), Landwirt + Bürgermeister, aus Crainfeld (Krommese). 1948 Horst Ziegler (Schwiegersohn), Landwirt + Bürgermeister, aus Darmstadt. Hausname: Der genaue Herkunft ist ungeklärt, es handelt sich jedoch um eine mundartliche Ableitung von dem Vornamen Johann Sebastian. Interessantes: Das Haus wurde in der Nacht vom 21. auf den 22. März 1900 bei einem Brand zerstört, den ein unzufriedener Knecht in der Scheune gelegt hatte. Noch im gleichen Jahr erfolgte der Wiederaufbau.

Märzwiesenweg 4 - Hausname Siebhannesjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 69, 1861 Haus Nr. 76, 1899 Kreuzstraße 25, 1961 Märzwiesenweg 4. Besitzer: 1820 Andreas Damer, Bauer aus Crainfeld. 1835 Johann Velten Schäfer (Kauf), Bauer, aus Crainfeld (Bergbalzerjes). 1861 Johannes Linker I. (Kauf), Leinweber, aus Breungeshain. 1876 Johannes Linker II. (Sohn), Schuhmachermeister. 1888 Johannes Hofmann II. (Kauf), Beigeordneter + Gastwirt, aus Crainfeld (Hofmanns). 1889 Johannes Löffler IV. (Kauf), Siebmacher, aus Crainfeld (Jeegels Haus/damals Siebhannesjes). 1908 Karl Löffler (Sohn), Landwirt. 1941 Karl Ganß (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Linneboste). Hausname: Ist umgezogen vom ursprünglichen Wohnhaus (später Jeegels) des Johannes Löffler IV. und von dessen Vater Johannes Löffler III. abgeleitet, der Siebmacher war. Der vorherige Hausname lautete Franze und war ebenfalls umgezogen vom vorherigen Haus des Johannes Linker I., das bei Zöllersch am Backhaus stand.

Hausansicht von Hoabichs, aufgenommen um 1930.

Nebenstraße 1 - Hausname Hoabichs

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 53, 1861 Haus Nr. 6, 1899 Nebenstraße 1, 1961 Nebenstraße 1. Besitzer: 1820 Johannes Oechler, aus Crainfeld. 1857 Heinrich Strauch (Kauf), Schönfärber + Wirt, aus Crainfeld. 1863 Heinrich Flach I. (Kauf), Schreinermeister, aus Crainfeld (Nades Haus/damals Hoabichs). 1888 Heinrich Flach III. (Sohn), Schreinermeister. 1920 Heinrich Flach IV. (Sohn), Schreinermeister. 1949 Heinrich Flach (Sohn), Schreinermeister. Hausname: Wurde aus dem vorherigen Haus (später Nades) des aus Salz gebürtigen Heinrich Flach I. mitgenommen und bezieht sich auf dessen Schwiegervater Johannes Habicht. Interessantes: Das Haus wurde 1712 erbaut. Die Bauinschrift lautet Was Gott beschert das erndt ich ein damit will ich zufrieden sein Johannes Ochler baut mich Joh Valentin Ochler zimmert mich 1712. Seit dem Kauf durch Heinrich Flach I. im Jahr 1863 wird in dem Haus die von ihm bereits 1852 gegründete Schreinerei betrieben.

Nebenstraße 2 - Hausname Lenze

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 50, 1861 Haus Nr. 57, 1899 Nebenstraße 2, 1961 Nebenstraße 2. Besitzer: 1820 Konrad Ruhl, Kastenmeister, aus Crainfeld. 1821 Johann Heinrich Müller II. (Schwiegersohn), Bauer, aus Grebenhain. 1851 Andreas Eifert (Schwiegersohn), Bauer, aus Ober-Moos. 1879 Heinrich Eifert I. (Sohn), Landwirt. 1909 Heinrich Eifert II. (Sohn), Landwirt. 1951 Karl Hornung (Schwiegersohn), Landwirt, aus Grebenhain (Götze). Hausname: Vermutlich abgeleitet von dem 1672 geborenen Lenz Heutzenröder, einem Vorfahren der Hausbesitzer. Interessantes: Der 1825 verstorbene Hausbesitzer Konrad Ruhl wurde als letzter Ortseinwohner noch auf dem alten Friedhof um die benachbarte Kirche bestattet.

Nebenstraße 3 - Hausname Schneiderbaste

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 54, 1861 Haus Nr. 62, 1899 Nebenstraße 3, 1961 Nebenstraße 3. Besitzer: 1820 Johann Bast Rehberger, Bäcker, aus Crainfeld. 1836 Andreas Schäfer (Schwiegersohn), Bäcker + Fuhrmann. 1876 Sebastian Schäfer II. (Sohn), Landwirt. 1903 Konrad Schäfer (Sohn), Küfer. 1913 Abraham Stein (Kauf), Kaufmann, aus Crainfeld (Koppels). 1919 Andreas Oechler V. (Kauf), Landwirt, aus Crainfeld (Bäckersch). 1955 Emil Heutzenröder (Schwiegersohn), Landwirt, aus Grebenhain (Hansjes). Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Interessantes: Der Hausbesitzer Konrad Schäfer ist 1913 mit seiner Familie nach Westfalen übergesiedelt.

Nebenstraße 4 - Hausname Kannsmusjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 49, 1861 Haus Nr. 55, 1899 Nebenstraße 4, 1961 Nebenstraße 4. Besitzer: 1820 Christoph Laufer, Bauer, aus Crainfeld.  1853 Konrad Strauch II. (Erbe), Bauer, aus Hartmannshain. 1883 Heinrich Strauch I. (Sohn), Landwirt. 1910 Heinrich Strauch II. (Sohn), Landwirt. 1938 Wilhelm Heinz (Schwiegersohn), Landwirt, aus Burkhards. Hausname: Sehr wahrscheinlich abgeleitet von Johann Asmus Laufer, dem Großvater des Hausbesitzers Christoph Laufer.

Nebenstraße 6 - Hausname Heckenanne

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 48, 1861 Haus Nr. 54, 1899 Nebenstraße 6, 1961 Nebenstraße 6. Besitzer: 1820 Johannes Oechler, Schuhmacher + Schweinehirt, aus Bermuthshain. 1850 Johannes Adolph I. (Kauf), Bauer, aus Sichenhausen. 1871 Balthasar Adolph (Sohn), Straßenwärter. 1901 Johannes Adolph III. (Sohn), Landwirt. 1919 Konrad Möller (Kauf), Schreinermeister, aus Crainfeld (Schreierjes). 1939 Heinrich Möller (Sohn), Schreinermeister. Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Interessantes: In dem Anwesen wurde vom Beginn der 1920er Jahre bis in die 1960er Jahre eine Schreinerei betrieben.

Nebenstraße 6 - Hausname Sallys

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 47, 1861 Haus Nr. 53, 1899 Nebenstraße 8. Besitzer:  1820 Jud Amschel. 1861 Löb Sommer, Handelsmann. 1884 Sigmund Sommer I. (Sohn), Handelsmann. 1923 Elkan Sommer (Sohn), Kaufmann. 1926 Sally Weinberg (Kauf), Fahrradhändler + Radiohändler, aus Grebenhain. 1939 Konrad Möller (Kauf), Schreinermeister, aus Crainfeld (Heckenanne). Hausname: Abgeleitet von Sally Weinberg aus Grebenhain, der das Haus 1926 erwarb. Zuvor wurde das Haus Leebs nach dem Hausbesitzer Löb Sommer genannt. Interessantes: Das kleine Haus stand direkt an der Nebenstraße unterhalb von Heckenanne. Die Scheune auf der gegenüberliegenden Straßenseite baute Elkan Sommer 1927 zu seinem neuen Wohnhaus um. Das Sallys Haus war eines der beiden Anwesen in Crainfeld, die am 9. November 1938 noch einen jüdischen Eigentümer hatten. Während des Pogroms wurde es von einheimischen SA-Leuten überfallen und geplündert. Die Familie Weinberg sah sich massiven Drohungen und Demütigungen ausgesetzt. Nur eine Woche später wurde das Haus willkürlich für "baufällig" erklärt und durch die örtliche Feuerwehr abgetragen. Sally Weinberg musste mit seiner Familie nach Frankfurt am Main übersiedeln, von wo aus sie im November 1941 nach Kaunas im deutsch besetzten Litauen deportiert und ermordet wurden.

Das Crainfelder Pfarrhaus um 1930.

Nebenstraße 7 - Hausname Poarrhaus

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 51, 1861 Haus Nr. 58, 1899 Nebenstraße 11, 1961 Nebenstraße 7. Besitzer: 1820 Kirchspiel Crainfeld. Hausname: Das Gebäude dient seit seiner Erbauung als Pfarrhaus. Interessantes: Das Haus wurde 1768 erbaut. Es soll sich um ein Gebäude handeln, das dem Crainfelder Pfarrer Johann Vincenz Vigelius gehörte und dann von den Erben des Pfarrers Friedrich Wilhelm Köhler erworben wurde, um es an seinen jetzigen Standort zu translozieren. Der Stil des Fachwerks spricht allerdings für einen Bau aus dem 17. Jahrhundert, eventuell nicht lange nach der Zerstörung des Dorfes 1622 gebaut. Zum Pfarrhaus gehörte bis 1892 ein landwirtschaftliches Gehöft, bestehend aus der Pfarrscheune, zwei Ställen und einem Backhaus. Nach dem Abriss entstand das heutige Evangelische Gemeindehaus an gleicher Stelle.

Nebenstraße 8 - Hausname Muhrsch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 45, 1861 Haus Nr. 51, 1899 Nebenstraße 10, 1961 Nebenstraße 8. Besitzer: 1820 Johann Sebastian Rehberger, Bäcker, aus Crainfeld. 1825 Johann Sebastian Rehberger (Sohn), Bauer. 1854 Andreas Rehberger (Sohn), Bauer. 1886 Johannes Mohr (Schwiegersohn), Schuhmachermeister, aus Bermuthshain (Muhrsch). 1922 Karl Mohr I. (Sohn), Landwirt. 1956 Karl Mohr II. (Sohn), Landwirt + Gemeinderechner. Hausname: Abgeleitet von Karl Mohr aus Bermuthshain, der in dem Haus eingeheiratet war. Zuvor war der Hausname Wennersteie üblich, dessen Herkunft nicht geklärt ist.

Nebenstraße 9 - Hausname Leebs

Nummerierung: 1927 Nebenstraße 10 1/10, 1961 Nebenstraße 9. Besitzer: 1927 Elkan Sommer, Kaufmann, aus Crainfeld (Sallys Haus/damals Leebs). 1934 Sebastian Oechler (Kauf), aus Crainfeld (Bäckersch). 1953 Karl Fischer (Kauf). 1957 Heinrich Fischer (Sohn), Maurer. Hausname: Übernommen vom Elternhaus des Hauserbauers Elkan Sommer, dessen Großvater Löb Sommer war. Interessantes: Das Haus entstand durch den Aus- und Umbau einer Scheune im Jahr 1927, die zum späteren Sallys Haus auf der gegenüberliegenden Seite der Nebenstraße gehörte. Nur wenige Jahre später, 1934, emigrierte Elkan Sommer nach Palästina.

Nebenstraße 11 - Hausname Tränkpetersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 46, 1861 Haus Nr. 52, 1899 Nebenstraße 13, 1961 Nebenstraße 11. Besitzer: 1820 Johann Bast Löffler, Bauer, aus Crainfeld. 1826 Gottlieb Lind (Kauf), Handelsmann, aus Crainfeld. 1862 Heinrich Schultheis (Kauf), Wagner, aus Wüstwillenroth. 1893 Karl Greb (Kauf), Maurer, aus der Heckenmühle bei Crainfeld. 1898 Karl Fritz (Schwiegersohn), Zimmermann, aus Crainfeld (Schefferjes). 1918 Johannes Jäger (Heirat Witwe), Landwirt, aus Ober-Moos. 1930 Johannes Greb (Schwiegersohn), Arbeiter, aus Zahmen. 1958 Emil Greb (Sohn), Anstreicher. Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt.

Nebenstraße 12 - Hausname Brückehannese

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 42, 1861 Haus Nr. 47, 1899 Nebenstraße 12, 1961 Nebenstraße 12. Besitzer: 1820 Johannes Müller I., Bauer + Bürgermeister, aus Crainfeld. 1846 Johannes Müller II. (Sohn), Bauer. 1850 Johannes Müller III. (Heirat Witwe), Bürgermeister, aus Crainfeld (Jule). 1876 Konrad Müller II. (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Peterjes).  1906 Johannes Müller VI. (Sohn), Landwirt. 1949 Wilhelm Konrad Müller (Sohn), Landwirt. Hausname: Abgeleitet vom Hausbesitzer Johannes Müller III., der mit seinem Fuhrwerk die Sandsteine zum Bau der Brücken der neuen Provinzialstraße von Grebenhain nach Steinau vom Steinbruch bei Maar transportierte. Interessantes: Das Haus wurde durch einen Brand 1972 zerstört.

Nebenstraße 14 - Hausname Miechels

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 38, 1861 Haus Nr. 45, 1899 Nebenstraße 14, 1961 Nebenstraße 14. Besitzer: 1820 Johannes Rehberger, Bauer, aus Crainfeld. 1830 Heinrich Rehberger I. (Schwiegersohn), Bauer, aus Crainfeld (Brandeweis). 1858 Adam Zimmermann (Schwiegersohn), Landwirt, aus Bermuthshain (Haus Nr. 60). 1877 Heinrich Zimmermann (Sohn), Landwirt. 1911 Karl Baumbach I. (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Annekinne). 1957 Heinrich Jäger (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Tränkpetersch). Hausname: Die Herkunft ist nicht bekannt. Interessantes: Die Hofreite soll 1731 bei einer Erbteilung des Nachbarhofes Brückehannese abgetrennt worden sein. Die Bauinschrift über dem Tor der inzwischen abgebrochenen Scheune lautete Was Gott bescherd das ernd ich ein, damit will ich zufrieden seyn.

Nebenstraße 16 - Hausname Schüßlersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 36, 1861 Haus Nr. 27, 1899 Hauptstraße 45, 1961 Nebenstraße 16. Besitzer: 1820 Johannes Baumbach, aus Crainfeld. 1832 Valentin Meinhardt (Schwiegersohn), Schneider, aus Crainfeld. 1836 Johannes Weber (Kauf). 1837 Heinrich Schüßler (Kauf), Schneider, aus Crainfeld (Schefferjes). 1870 Andreas Wehrum (Schwiegersohn), Schäfer + Schneidermeister, aus Crainfeld (Schäddels Haus). 1884 Heinrich Fritz II. (Kauf), Zimmermann, aus Crainfeld (Schefferjes). 1929 Heinrich Fritz IV. (Sohn), Zimmermann. 1930 Karl Jockel (Schwiegersohn), Landwirt, aus Bermuthshain (Petersch). 1960 Katharina Jockel Witwe geb. Jockel, Witwe von Karl Jockel. Hausname: Abgeleitet von Heinrich Schüßler, der das Haus 1837 erwarb. Interessantes: Das Haus stand unmittelbar neben Fischersch und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgebrochen und das Grundstück dem Nachbarhaus zugeschlagen.

Nebenstraße 16 - Hausname Fischersch

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 37, 1861 Haus Nr. 44, 1899 Nebenstraße 16, 1961 Nebenstraße 16. Besitzer: 1820 Johann Henrich Laufer, Schreiner, aus Crainfeld. 1836 Ludwig Heil (Kauf), Schuhmacher, aus Crainfeld (Heils). 1839 Heinrich Fritz I. (Kauf), aus Crainfeld (Schefferjes). 1870 Heinrich Fritz II. (Sohn), Zimmermann. 1894 Heinrich Fritz IV. (Sohn), Zimmermann. 1930 Karl Jockel (Schwiegersohn), Landwirt, aus Bermuthshain (Petersch). Hausname: Abgeleitet von Johann Georg Fischer, dem Großvater des Heinrich Fritz II. (Hausbesitzer seit 1870).

Nebenstraße 18 - Hausname Lufte

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 35, 1861 Haus Nr. 41, 1899 Nebenstraße 18, 1961 Nebenstraße 18. Besitzer: 1820 Heinrich Schmalbach I., Schmied + Beigeordneter, aus Crainfeld. 1831 David Sommer I. (Kauf), aus Crainfeld. 1860 Joel Heß (Kauf), Handelsmann + Vorsteher der Israelitischen Gemeinde, aus Gedern. 1890 Nathan Heß (Sohn), Handelsmann + Vorsteher der Israelitischen Gemeinde. 1909 Heinrich Luft IV. (Kauf), Schindlermeister, aus Dirlammen. 1935 Johannes Luft (Sohn), Schindler. Hausname: Abgeleitet von Heinrich Luft IV., der das Haus 1909 erwarb. Der vorherige Hausname Johls war von dem Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Crainfeld, Joel Heß, abgeleitet. Wahrscheinlich war das Anwesen das ursprüngliche Gänslangersch Haus, da dessen Besitzer Heinrich Schmalbach I. den Edelhof kaufte.



Hausansicht von Zentrasmusse mit der Besitzerfamilie Schwarzhaupt um 1920.

Nebenstraße 19 - Hausname Zentrasmusse

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 41, 1861 Haus Nr. 46, 1899 Nebenstraße 15, 1961 Nebenstraße 19. Besitzer: 1820 Peter Müller (Schwiegersohn), Bauer, aus Crainfeld (Peterjes). 1839 Andreas Müller (Sohn), Bauer. 1870 Christian Schwarzhaupt (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Schwarzhaupts). 1900 Johannes Schwarzhaupt III. (Sohn), Landwirt. 1939 Karl Schwarzhaupt (Sohn), Landwirt. 1964 Wilhelm Rauber (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Wennheckerts). Hausname: Wahrscheinlich abgeleitet von dem Mitte des 17. Jahrhunderts lebenden Asmus Pfort (Rufname wohl "Cent-Erasmus"), einem Vorfahren der Hausbesitzer. Interessantes: Das Haus wurde durch einen Brand am 30. Juni 1950, der in der Scheune durch Selbstentzündung des Heus ausbrach, bis auf die Grundmauern zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte umgehend, bereits 33 Tage nach dem Brand war der Rohbau an gleicher Stelle fertig.

Nebenstraße 20 - Hausname Nathans

Nummerierung:1820 Haus Nr. 30, 1861 Haus Nr. 37, 1899 Hauptstraße 20, 1961 Nebenstraße 20. Besitzer: 1820 Johann Heinrich Götz, Schuhmacher, aus Crainfeld. 1832 Balthasar Götz (Sohn), Schuhmacher. 1870 Johannes Götz II. (Sohn), Schuhmacher. 1874 Johannes Rauber (Heirat Witwe), Landwirt, aus Crainfeld. 1905 Nathan Sommer II. (Kauf), Viehhändler + Eisenwarenhändler, aus Crainfeld.1938 Heinrich Hofmann (Kauf), Zimmermann, aus Ober-Moos. 1961 Heinrich Schuchardt (Kauf), Schindler, aus Crainfeld (Budnersch). Hausname: Abgeleitet von Nathan Sommer II., der das Haus 1905 erwarb. Der vorherige Hausname lautete Götzjes nach dem Schuhmacher Johann Heinrich Götz (Hausbesitzer 1820). Interessantes: Der jüdische Hausbesitzer Nathan Sommer verließ mit seiner Frau Anfang September 1938 Crainfeld und zog nach Frankfurt am Main. Von dort wurde er am 18. September 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert und starb dort wenig später.

Nebenstraße 21 - Hausname Koathereins

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 40, 1861 Haus Nr. 43, 1899 Nebenstraße 17, 1961 Nebenstraße 21. Besitzer: 1820 Johann Sebastian Rauber, Schmied, aus Crainfeld. 1830 Johannes Habicht (Kauf), Maurer, aus Gunzenau. 1831 Gertraud Rauber Witwe geb. Schweiger (Kauf), Witwe von Johann Sebastian Rauber. 1833 Balthasar Rauber II. (Sohn), Schmied + Bürgermeister. 1872 Sebastian Rauber II. (Sohn), Schmied. 1893 Johannes Rauber II. (Sohn), Schmied. 1921 Karl Rauber (Sohn), Schmiedemeister. 1958 Johannes Rauber (Sohn), Schmiedemeister. Hausname: Wahrscheinlich abgeleitet von Katharina Leinberger geb. Laufer (Vorname mundartlich "Koatherein"), der Urgroßmutter des Johann Sebastian Rauber (Hausbesitzer 1820). Interessantes: Im Zeitraum von etwa 1815 bis in die 1960er Jahre wurde in dem Anwesen eine Schmiede betrieben.

Nebenstraße 23 - Hausname Schefferjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 34, 1861 Haus Nr. 40, 1899 Nebenstraße 19, 1961 Nebenstraße 23. Besitzer: 1820 Christoph Fritz, Schafhirt, aus Crainfeld. 1830 Sebastian Fritz I. (Sohn), Wagner + Gemeinderechner. 1859 Johannes Fritz (Sohn), Zimmermeister + Kirchenrechner. 1883 Sebastian Fritz II. (Sohn), Zimmermeister + Gemeinderechner. 1920 Karl Flach (Schwiegersohn), Landwirt + Kohlenhändler, aus Crainfeld (Hoabichs). 1954 August Lang (Schwiegersohn), Landwirt, aus Steinfurt. Hausname: Abgeleitet von dem Schäfer Henrich Fritz aus Ulfa, dem Vater des Christoph Fritz (Hausbesitzer 1820). Interessantes: Etwa zwischen 1860 und 1925 wurde in dem Haus eine Zimmerei betrieben. Der Hausbesitzer Sebastian Fritz II. schaffte 1896 die erste Dreschmaschine in Crainfeld an. Nach dem Kauf des Nachbarhauses 1866 und dessen Abbruch (s. u.) 1875 durch Johannes Fritz wurde das alte Anwesen zum Wirtschaftsteil des auf dem Nachbargrundstück gebauten neuen Wohnhauses. Beide Hofreiten wurden fortan unter der Nummer des alten Schefferjes Hauses geführt.

Nebenstraße 23a - Hausname Schefferjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 39, 1861 Haus Nr. 42, 1899 Nebenstraße 19, 1961 Nebenstraße 23. Besitzer: 1820 Johannes Oechler, Knopfmacher, aus Crainfeld. 1842 Jakob Greß (Kauf), Bauer + Tagelöhner. 1866 Johannes Fritz (Kauf), Zimmermeister + Kirchenrechner, aus Crainfeld (Schefferjes). 1920 Karl Flach (Schwiegersohn), Landwirt + Kohlenhändler, aus Crainfeld (Hoabichs). 1954 August Lang (Schwiegersohn), Landwirt, aus Steinfurt. Hausname: Übernommen vom benachbarten Schefferjes Haus nach dem Kauf durch Johannes Fritz 1866. Interessantes: Das ursprüngliche Haus wurde 1875 abgebrochen und durch ein neues großes Wohnhaus ersetzt, das zur benachbarten Hofreite Schefferjes (s. o.) gehörte.

Nebenstraße 25 - Hausname Schoulbästjes

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 33, 1861 Haus Nr. 39, 1899 Nebenstraße 21, 1961 Nebenstraße 25. Besitzer: 1820 Heinrich Oechler. 1837 Sebastian Götz III. (Kauf), Schuhmacher, aus Crainfeld (Nathans Haus/damals Götzjes). 1862 Johannes Neuner (Kauf), Schneider, aus Burkhards. 1872 Sebastian Götz III. (Kauf), Schuhmacher, aus Crainfeld (Schoulbästjes Haus). 1878 Johannes Schäfer II. (Kauf), Landwirt, aus Crainfeld (Bergbalzerjes). 1910 Johannes Schäfer III. (Sohn), Küfer + Landwirt. 1934 August Hansel (Schwiegersohn), Arbeiter, aus Ilbeshausen. 1958 Karl Greb (Schwiegersohn), Maurer, aus Crainfeld (Tränkpetersch). Hausname: Abgeleitet von dem Schuhmacher Sebastian Götz III. (Rufname vermutlich "Schoul-Bäst"), der das Haus 1837 erwarb.

Nebenstraße 27 - Hausname Veldese

Nummerierung: 1820 Haus Nr. 32, 1861 Haus Nr. 38, 1899 Nebenstraße 23, 1961 Nebenstraße 27. Besitzer: 1820 Andreas Rehberger, Bauer aus Crainfeld (Schwarzhaupts Haus). 1836 Ludwig Götz (Kauf), Schuhmacher, aus Crainfeld. 1845 Heinrich Stier (Kauf), Bauer, aus Ilbeshausen. 1868 Heinrich Usinger (Kauf), Hirt, aus Crainfeld (Kadaljes Haus/damals Volzboste). 1877 Andreas Usinger (Sohn). 1887 Valentin Weidner (Kauf), aus Bermuthshain. 1906 Heinrich Oechler IX. (Schwiegersohn), Landwirt, aus Crainfeld (Schreiersch). 1941 Karl Oechler IV. (Sohn), Landwirt. 1967 Heinrich Oechler (Sohn), Kraftfahrer. Hausname: Abgeleitet von Valentin Weidner (Vorname mundartlich "Velde") aus Bermuthshain, der das Haus 1887 erwarb. Interessantes: Das Haus wurde 1810 am damaligen nördlichen Ortseingang neu erbaut.

Nebenstraße 29 - Hausname Budnersch

Nummerierung: 1833 Haus Nr. 31 ½, 1861 Haus Nr. 32, 1899 Nebenstraße 25, 1961 Nebenstraße 29. Besitzer: 1833 Andreas Baumbach, Schreiner, aus Crainfeld (Haus Nr. 66). 1865 Paul Baumbach (Sohn), Siebmacher. 1868 Heinrich Boudinard (Kauf), Heilgehilfe + Barbier + Totenbeschauer, aus Crainfeld (Roasche Haus/damals Budnersch). 1877 Johannes Hansel (Schwiegersohn), Schindlermeister, aus Dirlammen. 1898 Johannes Schuchardt (Schwiegersohn), Schindler, aus Vaitshain. 1931 Adolf Schuchardt (Sohn), Schindler. 1960 Heinrich Schuchardt (Sohn), Schindler. Hausname: Ist umgezogen vom ursprünglichen Wohnhaus (später Roasche) des Heinrich Boudinard, von dem er auch abgeleitet ist. Interessantes: Das Haus wurde 1833 am damaligen nördlichen Ortseingang neu erbaut. Das Elternhaus des Hauserbauers Andreas Baumbach stand im Unterdorf unterhalb von Mengersch und wurde 1892 abgebrochen. Seit etwa 1875 wurde in dem Haus das Schindelmacherhandwerk ausgeübt, ab den 1960er Jahren zum Dachdeckerbetrieb gewandelt, der noch heute besteht.

Pfingstweg 6 - Hausname Pingstwegs

Nummerierung: 1910 Hauptstraße 40 1/10, 1961 Pfingstweg 8. Besitzer: 1910 Heinrich Fölsing, Maurer, aus Crainfeld (Schorschjes). 1912 Heinrich Weitzel (Kauf), aus Breungeshain. 1919 Kaspar Karl Fölsing (Kauf), Maurer, aus Crainfeld (Schorschjes). 1927 Christian Reifschneider (Schwiegersohn), Schuhmacher, aus Altenstadt.1938 Karl Lang (Kauf), Maurer, aus Steinfurt. Hausname: Bezog sich auf den sogenannten "Pfingstweg", an dem das Haus liegt. Seit dem Kauf durch Karl Lang 1938 wurde das Haus Langs genannt. Interessantes: Das Haus wurde 1910 am westlichen Ortsrand neu erbaut.