Zeittafel zur Geschichte von Crainfeld

Um 400 bis 800 n. Chr. ist vermutlich die Entstehung des Ortes Crainfeld im Gefolge zunehmender Rodungen und Siedlungsneugründungen im Vogelsberggebiet anzunehmen. Die Gründung von Crainfeld erfolgt auf einem leichten Bergrücken am Schnittpunkt bereits existierender älterer Handelsstraßen. Die neu entstandene Siedlung gehört zum Machtbereich der Abtei Fulda in der Wetterau, der im Hochmittelalter durch die Grafen von Nidda als deren Vögte verwaltet wird.

Um 800 bis 900 n. Chr. ist die in einer Abschrift aus dem 12. Jahrhundert (Codex Eberhardi) bezeugte Schenkung eines Cancher de Creienvelt zu datieren, welcher seine Güter in der Mark von Rodheim an der Horloff in der Wetterau der Abtei Fulda stiftet. Es ist dies der älteste schriftliche Hinweis auf den Ort Crainfeld.

900 n. Chr. datiert eine Urkunde eines Grafen Stephan über den Tausch von Salzaha (vermutlich das heutige Bad Soden) gegen den Ort Crichesfeld, der häufig mit Crainfeld identifiziert wird.

1011 erfolgt die Gründung der Pfarrei zu Creinfelt (Crainfeld) und die Weihe der Kirche zu Ehren des Heiligen Ulrich durch den Mainzer Erzbischof Erkanbald, welcher im gleichen Jahr auch noch als Abt von Fulda amtiert. Die neugegründete Pfarrei wird mit einer Hube zu Burchartesrode (Burkhards) und dem Zehnten zu Suigereshusen (Schwickartshausen) dotiert. Die Originalurkunde ist nur noch durch den Nachdruck des Johannes Pistorius von 1607 überliefert. Der Fuldaer Mönch Eberhard überliefert in seiner Abschrift der Urkunde im Codex Eberhardi Mitte des 12. Jahrhunderts abweichend das Jahr 1020.

In einer Urkunde vom 29. Dezember 1012, ausgestellt in der Königspfalz Pöhlde am Harz, schenkt der deutsche König Heinrich II. der Abtei Fulda den Forst Zundernhart, der durch mehrere namentlich genannte Grenzpunkte begrenzt wird. Hierzu gehört unter anderem auch ufe Creginfelt. Die heute im Hessischen Staatsarchiv Marburg aufbewahrte Urkunde ist das älteste im Original erhaltene Schriftstück, in dem der Ortsname von Crainfeld genannt wird.

Am 25. März 1067 wird die Kirche von Bruningeshacho (Breungeshain) durch Erzbischof Siegfried I. von Mainz geweiht. Die neu eingerichtete Pfarrei erhält Zehntrechte der Kirchen zu Creginfeilt (Crainfeld), Slierapha (Altenschlirf), Wingereshuoson (Wingershausen) sowie der Rodungsgebiete Vocchenhagen und Giesenhachon.

Eine Schenkungsurkunde von 1245 nennt einen Rudegerus de Creigenvelt als Bürger und Schöffen der Reichsstadt Gelnhausen. Er gehörte vermutlich einem ursprünglich aus Crainfeld stammenden niederadeligen Geschlecht an, von dem ein Abkömmling wohl nach 1170 in die von Kaiser Friedrich I. Barbarossa gegründete Reichsstadt Gelnhausen gegangen ist. Die Gelnhäuser Bürgerfamilie von Crainfeld ist im Mannesstamm noch bis in das 15. Jahrhundert nachzuweisen.

Um 1300 bis 1400 datiert hauptsächlich die große Wüstungsperiode, in der etwa 50% aller bisherigen Siedlungsplätze im Vogelsberggebiet, vor allem Einzelhöfe, Weiler und kleinere Dörfer, von ihren Bewohnern aufgegeben werden. Dazu zählen das zwischen Crainfeld und Nieder-Moos gelegene Kuhlhain und das zwischen Crainfeld und Bannerod gelegene Hirschrod.

Am 3. Februar 1311 wird ein Ehevertrag zwischen dem Grafen Johann I. von Ziegenhain und Luitgard von Nidda geschlossen, gemäß dem die Braut Gülten (Abgaben) aus Rodheim, Widdersheim, Dauernheim, Bingenheim, Echzell, Berstadt, Burkhards und Crainfeld erhält. Im Kontext mit späteren Urkunden kann dies als die erste Erwähnung des Gerichts Crainfeld betrachtet werden.

In einer Urkunde vom 30. November 1332 verpfändet Abt Heinrich VI. von Fulda seine burg czu Herbestein (Herbstein) und die Stad mit dem gerichte czu Creyenfeld (Crainfeld) vnd zum Borghartes (Burkhards) gegen 800 Pfund Heller an Johann von Fischborn.

Am 25. Januar 1342 belehnen die Brüder Dieter von Erthal die Brüder Fritz und Lorenz von Hutten mit einem Bifang (eingehegtes gerodetes Feld) bei Crainfeld mitsamt den Leuten, genannt Peterlinge, die früher dem Dieter Mulich gehörten, als rechtem Mannlehen.

Eine Urkunde vom 2. April 1342 über den Verkauf einer Korngülte durch Winter von Rohrbach an Heinrich Cunenhan erwähnt einen dem Heiligen Nikolaus geweihten Altar der Kirche zu Crainfeld.

1344 beurkundet ein Wigand Fraß, Pfarrer und Priester zu Creenfelt (Crainfeld) den Besitz einer Wiese vor Ziegenhain, die er nach seinem Eintritt in den geistlichen Stand seinem Bruder Wolfgang überlassen habe. Es ist die erste namentliche Erwähnung eines Crainfelder Pfarrers.

Wiederum Winter von Rohrbach verpfändet am 19. April 1357 mehrere Grundstücke bei Kilianstädten an den altar sancti Nicolawes in der pharre zu Kreyenfelt als Unterpfand für eine Korngülte.

In einer Urkunde vom 7. April 1361 wird ein weiterer Crainfelder Pfarrer namentlich erwähnt, Bertold Wenner von Gelnhausen, dem die Eheleute Henz und Adelheid Lange einen Weingarten bei Langenselbold verkaufen.

Berthold Wenner von Gelnhausen wird 1361 auch als Zeuge beim Verkauf einer Korngülte in Ettengesäss durch Konrad Menger und seine Frau Huse als Seelgerät (Vermächtnis an die Kirche) an das Kloster Meerholz genannt.

Am 16. Mai 1368 ist der gleiche Crainfelder Pfarrer Zeuge bei einer Übereinkunft über die Nutzung eines Gutes zu Haitz zwischen dem Kloster Himmelau und der Nonne Adelheid von Mosbach.

Am 22. November 1369 verkauft das Kloster Meerholz Wiesen bei Rothenbergen an Bertold Wenner von Gelnhausen.

Der Crainfelder Pfarrer ist am 31. Juli 1370 Zeuge bei der Belehnung des Gerhard von Neuses durch Adelheid von Mosbach mit ihrem Gut in Neuses.

Am 14. September 1387 verpfändet Abt Friedrich I. von Fulda erneut seine Burg und Stadt Herbstein und den halben Teil der Gerichte Crainfeld und Burkhards mit allen Nutzungen und Rechten, diesmal an die Brüder Albrecht und Henne von Fischborn.

Am 3. Juli 1396 wird die dem Altar St. Nikolaus zu Crainfeld zugehörige Korngülte in Kilianstädten an das Kloster Arnsburg verkauft. In der aus diesem Anlass entstandenen Urkunde werden Pfarrer Heinrich Kleyngedang von Crainfeld, Iohan Wagenhusen als Altarist des dortigen St. Nikolaus-Altars, Heincze Erpe von Grebenhain und Concze Molner von Crainfeld als Baumeister und Kirchenvorsteher genannt. Zeugen des Rechtsaktes sind Heincze czingrebe zu Creyenfeld (Crainfeld), Fricke Weydeliche schultheisze daselbes, Hans Brockeman, Wiczil Geszer, Heyncze Rode von Elbenshusen (Ilbeshausen), scheffene auch dasselbis. Das Schriftstück stellt die älteste namentliche Erwähnung einer größeren Anzahl von Pfarrleuten und Gerichtspersonen von Pfarrei und Gericht Crainfeld dar, auch wird darin erstmals ein Crainfelder Schultheiß ("Zentgraf") namentlich genannt.

Am 1. Oktober 1396 genehmigt dann Eberhard von Rohrbach als Grundherr den Verkauf des bisher den heilgen zu Kreyenfelt gehörenden Anteils an Gütern zu Kilianstädten an das Kloster Arnsburg.

Am 1. Mai 1407 verpfändet Abt Johann I. von Fulda die bisher an die Brüder Albrecht und Henne von Fischborn verpfändete Burg und Stadt Herbstein einschließlich eines Viertels der Gerichte Crainfeld und Burkhards sowie ein Viertel des Zolls zu Berstadt an seinen Bruder Heinrich von Merlau gegen 800 Pfund Gulden.

Am 22. September 1419 erfolgt eine weitere Verpfändung, diesmal durch Hermann II. von Buchenau, der zwischenzeitlich Verweser des Stifts anstelle des vertriebenen Abts Johann I. ist. Die Dörfer und Gerichte Grebenhain, Crainfeld, Burkhards, Kaulstoß, Herchenhain, Schmalenbach und Eschenrod werden für 300 Gulden an die Brüder Johann II. und Gottfried IX. von Ziegenhain und Nidda als Pfand abgetreten.

1434 wird zwischen Abt Johann I. von Fulda und Landgraf Ludwig I. von Hessen ein Lehensvertrag über den fuldischen Teil der Grafschaft Nidda geschlossen, zu der auch das Gericht Crainfeld gehört. Damit beginnt faktisch die bis heute währende Zugehörigkeit von Crainfeld zu Hessen.

Am 2. Februar 1437 trägt auch Graf Johann II. von Ziegenhain und Nidda seine beiden Grafschaften Landgraf Ludwig I. zu Lehen auf. Endgültig fallen die Grafschaften Ziegenhain und Nidda jedoch erst mit dem Tod des kinderlos gebliebenen Grafen am 14. Februar 1450 an Hessen.

Am 24. Juli 1441 gibt der wie seine Vorgänger in schweren finanziellen Nöten steckende Fuldaer Abt Hermann I. wiederum Burg und Stadt Herbstein sowie die Hälfte der Gerichte Crainfeld und Burkhards und zwei Drittel des Zolls zu Berstadt für 2200 rheinische Gulden als Pfand an Hermann II. Riedesel zu Eisenbach, nachdem er zuvor erst für 1600 rheinische Gulden die Verpfändung an die von Fischborn ausgelöst hat.

Bereits am 7. August 1441 weist der Abt die Schultheißen und Männer der Gerichte Crainfeld zur Huldigung ihres neuen Pfandherren an, nachdem die Herbsteiner dies bereits getan haben.

Am 13. Oktober 1447 belehnt Hermann II. Riedesel zu Eisenbach Henne und Pepel Mertze zu Kreyenffelt (Crainfeld) mit 8 Morgen Land in der Lantzenhain und 2 Morgen in der Steynbach jenseits des Schlags und 6 Morgen in den genannten Feldern, um dort verwachsene Äcker zu Roden und aufzuräumen, nachdem der Weg von Crainfeld nach Nyddern Mose (Nieder-Moos) bereits von ihnen aufgeräumt wurde. Die Urkunde nennt erstmals Flurnamen in der Gemarkung Crainfeld und weist zudem auf die Wiedernutzung von während der Wüstungsperiode verwilderten Ackerflächen hin.

Am 24. November 1449 verkaufen die Brüder Johann und Jörg von Schlüchtern alle ihre molhuschen Leute in den Gerichten zu Creyenfelt (Crainfeld) und Alten Slerff (Altenschlirf) an Hermann II. Riedesel zu Eisenbach.

1451 gelingt der Abtei Fulda unter ihrem Abt Reinhard die Auslösung der riedeselischen Pfandschaft über Burg und Stadt Herbstein, die Gerichte Crainfeld und Burkhards sowie den Zoll in Berstadt.

1452 vermachen Hermann II. Riedesel zu Eisenbach und seine Ehefrau Margarethe ihre Äcker in der Lanzenhain bei Crainfeld der dortigen Pfarrei als Seelgerät.

Am 11. März 1470 belehnen Hermann III. und Georg Riedesel zu Eisenbach die Brüder Henkel Henne und Heintz Mertzen zu Crainfeld mit 8 Morgen Land in der Lantzenhein, 2 Morgen in der Steynbach jenseits des Schlags und 6 Morgen auf der Tuschbach.

Im Weistum über die Wiederaufrichtung des Gerichts Moos vom 3. Juli 1482 wird ein Heintz Ganß der Ältere aus Crainfeld als Zeuge genannt.

Am 2. April 1488 schickt Hermann Moer, Rentmeister zu Nidda, dem Kammerschreiber Johann Fleck zu Marburg durch einen Boten die Beiträge zur kaiserlichen Kriegssteuer aus den Gerichten Langd und Rodheim, den Waldschmieden und Dörfchen im Amt Nidda und den Gerichten Burkhards und Crainfeld. Letzteres hat 9 von geforderten 10 Gulden entrichtet.

Einem Brief des Schultheißen Walter Junker von Burkhards vom 6. April 1490 an den landgräflichen Kammerschreiber Johann Fleck zu Marburg zufolge hat das Gericht Crainfeld für das ein halbes Jahr 12 Gulden "Kaisergeld" entrichtet.

Am 22. Februar 1491 verpfändet Abt Johann II. von Fulda jeweils ein Drittel seines Anteils an Burg und Stadt Herbstein sowie an den Gerichten Burkhards und Crainfeld, außerdem ein Drittel seines Anteils von zwei Dritteln am Zoll zu Berstadt, an die Brüder Walther, Philipp, Ludwig und Daniel von Fischborn für 700 rheinische Gulden.

Am 11. Dezember 1493 beurkundet Landgraf Wilhelm III. von Hessen (Oberhessen) ein gedinge (Dienstabkommen) zwischen ihm und den Männern des Gerichts Crainfeld. Demzufolge müssen sie nach altem Herkomen jährlich zehn Gulden an die Amtsleute und Amtsknechte zu Nidda entrichten. Weiterhin sollen die Männer der Dörfer Kreyenfelt (Crainfeld) und Bernhartsheim (Bermuthshain) alle Jahre hundert Viertel Hafer aus dem Amt Nidda auf das landgräfliche Schloß zu Marburg fahren.

Am 31. Mai 1496 quittiert der Marburger Kammerschreiber den Empfang von 114 Gulden "Königsgeld" aus Stadt und Gericht Nidda, den Gerichten Crainfeld, Burkhards und Rodheim, der Fuldischen Mark in der Wetterau und dem Amt Stornfels.

Am 23. August 1497 verkauft Abt Johann II. von Fulda seinen Drittelanteil an Stadt, Schloß, Amt und Gericht Herbstein sowie der Gerichte Burkhards und Crainfeld für 700 rheinische Gulden an Landgraf Wilhelm III. von Hessen (Oberhessen).

Bereits am 14. Februar 1498 kommen beide überein, dass Abt Johann II. dem Landgrafen die 700 Gulden wieder zurückzahlt, Wilhelm III. aber noch für drei Jahre die Gerichte Herbstein, Crainfeld und Burkhards behalten darf.

1515 treffen sich Kaspar von Berlepsch, Amtmann von Nidda und Hermann Riedesel zu Eisenbach sowie der Rentmeister zu Nidda und der Schultheiß zu Crainfeld auf dem Gerichtsplatz, vermutlich anlässlich einer Gerichtsversammlung, um über die "Molhuschen Leute", Leibeigene der Riedesel im Gericht Crainfeld, zu verhandeln.

Am 10. September 1524 kommt es zur Spaltung des bisherigen mittelalterlichen Großkirchspiels Crainfeld, als Hermann Riedesel zu Eisenbach den Priester Walter Eschenröder, genannt Schüssler, zu Nieder-Moos als Pfarrer für die zwölf im riedeselischen Mooser und Schlirfer Grund gelegenen Filialorte einsetzt und Gottesdienste in der damaligen Kapelle zu Metzlos abhalten lässt.

Am 13. März 1525 protestiert der Crainfelder Pfarrer Ludwig Wagenhausen in einem Schreiben an Abt Hartmann II. von Fulda gegen die Entziehung der bisherigen Crainfelder Filialorte Ober-Moos, Nieder-Moos, Metzlos, Metzlos-Gehaag, Wünschen-Moos, Zahmen, Heisters, Bannerod, Steinfurt, Nösberts, Weidmoos und Vaitshain durch die Riedesel. Seine Bemühungen um eine Rückgliederung der neuen Pfarrei Nieder-Moos bleiben jedoch vergeblich. Die Pfarrei Crainfeld umfasst nunmehr nur noch die vier hessischen Ortschaften Crainfeld, Grebenhain, Bermuthshain und Ilbeshausen.

1527 erfolgt eine Kirchenvisitation durch die landgräfliche Superintendentur Alsfeld, nachdem durch die von Landgraf Philipp I. von Hessen, genannt "der Großmütige", einberufene Synode in Homberg (Efze) im Oktober 1526 das protestantische Bekenntnis in der Landgrafschaft Hessen eingeführt worden war. In der Folge wird Ludwig Wagenhausen am 14. November 1527 wegen mangelnder Kenntnisse der Bibel für untauglich befunden und als Pfarrer in Crainfeld abgesetzt. Der evangelische Pfarrer Andreas Nerzig wird an seiner Stelle eingesetzt und damit die Reformation im Kirchspiel Crainfeld eingeführt.

Am 28. April 1542 wird vertraglich eine Grenzbereinigung zwischen dem riedeselischen Dorf Vaitshain und den drei hessischen Dörfern Crainfeld, Grebenhain und Ilbeshausen vereinbart.

Am 30. Dezember 1549 übergibt der Crainfelder Unterförster Feltin Rasch im Beisein des Crainfelder Schultheißen Balthasar von Jossa an den Oberförster Johann Buntinge 150 Gulden Furstgelt (Abgabe für Bau- und Brennholz) aus dem Gericht Crainfeld zur Überstellung an den Rentmeister in Nidda. Das bis heute erhaltene Aktenstück nennt die Namen von 32 zahlungspflichtigen Personen aus Crainfeld und ist die erste namentliche Erwähnung einer größeren Anzahl von Ortseinwohnern, d. h. den männlichen Haushaltsvorständen.

Ein weiteres Aktenstück über das Furstgelt ist aus dem Jahr 1553 überliefert und von dem damaligen Niddaer Rentschreiber Hans Rulman unterschrieben. Es enthält die Namen von 38 Crainfelder Einwohnern.

1556 wird durch den Niddaer Rentschreiber Martin Stolle, aufgrund einer durch Landgraf Philipp I. angeordneten Neuaufnahme und Feststellung des landgräflichen Besitzes im Amt Nidda, ein Salbuch für das Gericht Crainfeld angelegt. Es führt sämtliche Grundbesitzer in Crainfeld und ihre Abgaben namentlich auf und ist auch die älteste historische Quelle, aus der alle Crainfelder Flurnamen lückenlos hervorgehen. Weiterhin werden die Wüstungen Kuhlhain und Hirschrod erstmals erwähnt. Insgesamt enthält das Salbuch 58 Namen von Crainfelder Grundbesitzern.

Aus dem Jahr 1556 stammt auch das älteste überlieferte Weistum über die Grenzen des Gerichts Crainfeld.

1577 wird die Türkensteuer im Gericht Crainfeld erhoben.

Im Februar und März 1586 lässt Rentmeister Caspar Ziegenmenger zu Nidda ein Verzeichnis und Erkundigung aller Manns- und Weibspersonen, welche in der Ehe oder Witwenstand in der ganzen Grafschaft oder Amt Nidda jetziger Zeit befunden und entweder dem Durchlauchtigen und hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Ludwig ... Leibhühner und Eigenbede oder solchen anderen umliegenden Herrschaften jährlich geben anfertigen. Zu diesem Zeitpunkt leben in Crainfeld 50 leibeigene Inhaber von Hofstellen und auf diesen wiederum 164 Menschen, darunter 71 Kinder. Nicht erwähnt werden der Schultheiß des Gerichts, der Pfarrer und andere Gerichtspersonen, die nicht der Leibeigenschaft und den damit zusammenhängenden Abgaben unterliegen. Aus dem gleichen Grund werden auch jüdische Ortseinwohner, sofern sie zu dieser Zeit schon in Crainfeld leben, nicht genannt. Trotz dieser Einschränkungen ist das Verzeichnis die älteste historische Quelle, aus der sich die Einwohnerzahl des Ortes abschätzen lässt.

Um 1580 bis 1590 wird auch die erste Schule in Crainfeld eingerichtet, die der örtlichen Pfarrei untersteht und zunächst von den Kindern aller vier Kirchspielsorte gemeinsam besucht wird. 1606 erhalten dann Ilbeshausen, um 1630 Bermuthshain, und zuletzt 1679 Grebenhain jeweils eine eigene Schule.

Der erste namentlich erwähnte Schullehrer in Crainfeld ist 1599 August Riccius aus Ranstadt, der bis 1604 am Ort wirkt.

Im Jahr 1600 wird ein Register über den Martinszins aus dem Gericht Crainfeld angefertigt und mit Nachträgen bis 1632 weitergeführt. Das Register enthält die Namen von 93 Ortseinwohnern von Crainfeld.

1608 wird ein Streit zwischen den Gemeinden Crainfeld und Bermuthshain um die Koppelhut in der "Rothenbach", an der Gemarkungsgrenze beider Gemeinden, aktenkundig.

Auch aus dem Jahr 1620 sind Auseinandersetzungen zwischen Crainfeld und Bermuthshain um die Koppelhut in der "Rothenbach" überliefert.

Der 1. Juni 1622 ist der schwärzeste Tag in der Ortsgeschichte von Crainfeld. An diesem Tag marschieren die Söldnertruppen Christians von Braunschweig-Wolfenbüttel (genannt "der tolle Christian") auf ihrem Weg von Westfalen zur Rheinpfalz durch das Gericht Crainfeld, das vollständig gebrandschatzt und ausgeplündert wird. Crainfeld wird durch ein Reiterregiment unter Graf Wolfgang Ernst von Isenburg-Büdingen ausgeraubt, wobei 25 Einwohner erschlagen und 114 Gebäude einschließlich der Kirche in Brand gesteckt werden. Mit dem Pfarrhaus und dem Schultheißenhaus verbrennen auch alle Kirchenbücher und Gerichtsbücher. Nur 8 Gebäude bleiben erhalten.

1625 wird im Kriegsschadensverzeichnis des Oberfürstentums Hessen der durch die Zerstörung von Crainfeld am 1. Juni 1622 angerichtete Gesamtschaden mit 20.532 Reichsthalern ermittelt. Hiervon entfallen allein 6.000 auf Schultheiß Reinhard Wiederholt und 1.082 auf Pfarrer Philipp Dippelius. In dem Verzeichnis werden erstmals auch drei jüdische Einwohner, Abraham, Koppel und Wolph, erwähnt.

1625 beginnt auch die Wiederherstellung der Crainfelder Kirche, die bis 1629 abgeschlossen ist. Der Wiederaufbau des gesamten Ortes erfolgt parallel dazu.

1627 wird im Zug des Wiederaufbaus der Kirche durch Gottfried Köhler aus Kassel die älteste erhaltene Crainfelder Kirchenglocke gegossen.

Nach einigen ruhigeren Jahren wird das Gericht Crainfeld ab 1635 wieder massiv von den Truppendurchzügen während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem kroatische Söldner verüben Raub, Plünderungen und die Erpressung von Schutzgeldern. Pfarrer Dippelius berichtet davon, wie er gepeinigt mit schlägen und wassereingießen unmenschlich zermartert worden sei.

1636 wird der Crainfelder Pfarrer nach eigenen Worten bei der Broyschen, Göppingischen und Pollakischen Einquartierung umb all meine früchte und, waß ich sonst mit meinem sauren Schweiß wiederumb erarbeitet, auffs neue gebracht.

Ein Bericht des Pfarrers Dippelius von 1638 gibt einen Eindruck von den Verheerungen der Kriegsjahre, aufgrund der 32 der 50 Güter in Crainfeld zu diesem Zeitpunkt verlassen sind.

1646 liegen kaiserliche und bayerische Soldaten in den Gerichten Crainfeld und Burkhards im Quartier. Hierbei kommt es am 1. Juli 1646 (5. Sonntag nach Trinitatis) zur Erstürmung des in den letzten Kriegsjahren durch Schanzen und Wassergräben befestigten Grebenhain durch kaiserliche Soldaten, die 42 von 45 Bauernhäusern mitsamt der Kirche in Brand stecken.

Noch im letzten Kriegsjahr 1648 verursacht der zweitägige Aufenthalt durchziehender schwedischer und hessischer Truppen einen Schaden von 32.000 Gulden.

Aus den Jahren 1650 bis 1651 sind Streitigkeiten zwischen den Untertanen in Crainfeld und Bermuthshain über den Haferzehnten überliefert.

Am 9. Juli 1652 gewährt Landgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt der Gemeinde Crainfeld auf Ersuchen sämtlicher Gerichtsorte das Recht zur Abhaltung eines freien Jahrmarktes an Johannis Enthauptung (29. August) und dem darauf folgenden Tag.

1659 beginnt Pfarrer Johann Georg Köhler mit der Neuanlage des Kirchenbuches. Ab diesem Datum sind alle Einwohner und Familien von Crainfeld und seinen Filialorten Grebenhain und Bermuthshain lückenlos bekannt und ihre Abstammung nachzuvollziehen.

1661 bestehen einem Verzeichnis der Mühlen und Mühlgefälle im Amt Nidda zufolge drei Mühlen in Crainfeld, nämlich die Mühle des Bast Heinzenröder im Hirschrod, die Mahlmühle des Johann Nicklaß Ellenberger im Dorf und eine Mühle des Kaspar Hornmichel aus Bannerod auf riedeselischem Boden.

Aus dem Jahr 1665 datiert eine Bittschrift des Juden David zu Crainfeld an den Amtmann der Riedesel in Lauterbach wegen eines von zahlreichen riedeselischen Untertanen über ihn verhängten Handels- und Hausierverbotes.

Am 26. November 1666 ist der Jude Nathan zu Crainfeld Zeuge vor dem Schöffengericht in Burkhards beim Prozess des Johannes Appel zu Herchenhain gegen den Niklas Stein wegen Brandstiftung.

1666 bis 1667 wird das Langhaus der Kirche erneuert und erhält eine von vier Eichensäulen getragene Flachdecke sowie neues Kirchengestühl und Emporen. Die Kirche erhält außerdem eine Orgel, deren Organistendienst mit der Schulmeisterstelle verbunden wird.

1669 hat Crainfeld 208 Einwohner.

1683 erklärt der Niddaer Amtmann Ludwig Jakob Gambs einen Neubau des Crainfelder Kirchturms für notwendig.

1685 lässt der Crainfelder Oberschultheiß Heinrich Christoph Ellenberger den Edelhof in seiner heutigen Gestalt als herausragendes Fachwerkhaus neu erbauen.

Im Sommer 1702 kommt es zu einem Teileinsturz des Kirchturms. Mit einem Kostenaufwand von 500 Gulden werden die schlimmsten Schäden beseitigt.

Am 4. Juni 1714 werden beim Ausschachten eines Grabes neben der Kirchenmauer 17 Goldgulden gefunden, die nach Darmstadt geschickt werden müssen. Die Finder erhalten am 18. Oktober 1714 in Nidda 50 Gulden als Finderlohn, welche sie der Kirchengemeinde für eine neue Orgel stiften.

1722 wird das Grundbuch für die Gemeinde Crainfeld neu angelegt, das die älteste erhaltene Quelle für die Besitzgeschichte der Hofreiten im Ort darstellt.

Am 20. Mai 1728 wird der Filialort Ilbeshausen zur eigenen Pfarrei erhoben und vom Kirchspiel Crainfeld abgetrennt. Auch alle Ilbeshausen betreffenden Seiten des Crainfelder Kirchenbuches werden herausgetrennt und zu einem eigenen Ilbeshäuser Kirchenbuch zusammengebunden. Die Pfarrei Crainfeld besteht nunmehr noch aus den drei Ortschaften Crainfeld, Grebenhain und Bermuthshain.

1735 wird in Crainfeld ein neues Schulhaus gebaut.

Im Sommer 1738 reißen Untertanen der hessischen Orte Crainfeld und Grebenhain das Vaitshainer Mühlwehr ein, weil sie nicht mehr genug Wasser für ihre Fische und Krebse haben.

1746 lässt sich der Gießener Jurist Johann Konrad Hallwachs von Oberschultheiß Johann Peter Rübsamen den Ablauf einer Gerichtssitzung in Crainfeld schildern. Hallwachs nimmt diesen Bericht anschließend in seine Schrift Commentatio de centena illimitata sive territoriali auf, wodurch er auch in andere juristische Veröffentlichungen des 18. Jahrhunderts einfließt. Es ist die einzige erhaltene Quelle zum Ablauf der Crainfelder Gerichtsversammlungen.

Im Siebenjährigen Krieg (1756-1765) beziehen 1757 französische Truppen auf ihrem Rückzug nach der Schlacht bei Roßbach ihre Winterquartiere in Crainfeld und Grebenhain. Die betroffenen Gemeinden müssen Fourage (Verpflegung für die Pferde) liefern und Fuhrdienste leisten.

Im April 1759 kommt es bei Crainfeld zu einem Vorhutgefecht zwischen alliierten (preußischen) und französischen Truppen, bei dem ein französischer Soldat getötet wird.

1760 nehmen erneut französische Truppen in Crainfeld Quartier und erzwingen Fouragenlieferungen und Fuhrdienste. Oft werden Scheunen aufgebrochen und die Kornvorräte beschlagnahmt.

Im Sommer 1762 spielt sich bei Crainfeld und Grebenhain ein größeres Gefecht zwischen Alliierten und Franzosen ab, bei dem die letzteren geschlagen werden.

Am 27. Juni 1767 bricht ein starkes Gewitter mit walnußgroßen Hagelkörnern über die gesamte oberhessische Region herein. In Crainfeld, Grebenhain und Bermuthshain werden durch den Hagelschlag sämtliche Feldfrüchte und Obstbäume vernichtet und die Fenster an den Südseiten der Häuser zertrümmert. Zum Gedenken an diese Naturkatastrophe erklärt Pfarrer Johann Vincenz Vigelius den 27. Juni als "Kieseltag" fortan zum alljährlichen Buß- und Bettag.

Am 1. September 1768 trifft ein weiterer schwerer Hagelschlag die Region, als die Getreideernte noch nicht eingebracht ist. Das auf den Weiden befindliche Vieh und die Hirten tragen schwere Beulen davon. Fortan wird auch der 1. September als "Kieseltag" durch einen jährlichen Gottesdienst im Gedächtnis behalten. Erst durch den Ersten Weltkrieg kommt der Brauch in Fortfall.

1775 wird die zweitälteste erhaltene Crainfelder Kirchenglocke von Johann Philipp Henschel und Friedrich Wilhelm Otto zu Gießen gegossen.

1787 stirbt Johann Heinrich Paul Buff als letzter in Crainfeld amtierender Oberschultheiß. Fortan werden die Gerichte Crainfeld und Burkhards durch den im Jagdschloß Zwiefalten bei Eichelsachsen residierenden Gerichtsschultheiß, Gerichtsschreiber und Amtmann Georg Karl Vogt gemeinsam verwaltet, behalten aber formal noch ihre Eigenständigkeit. In Crainfeld verbleibt die Renteiverwaltung für die beiden Gerichte unter Rentamtmann Johann Friedrich Buff.

1787 kommt es durch zwei spielende Kinder zu einem Großbrand. Als Konsequenz daraus wird fortan von jedem Auswärtigen, der nach Crainfeld einheiratet, 1 Gulden und 5 Albus zur Anschaffung eines ledernen Feuereimers erhoben. Zudem wird durch die vier Gerichtsgemeinden Crainfeld, Grebenhain, Bermuthshain und Ilbeshausen eine gemeinsame Feuerspritze angeschafft und in einem Spritzenhaus in Grebenhain stationiert.

1796 wird das bisherige Amt Nidda in die Ämter Nidda und Lißberg geteilt, wobei das Gericht Crainfeld dem Amt Lißberg zugeschlagen wird.

1799 wird die drittälteste erhaltene Crainfelder Kirchenglocke gegossen, abermals von Friedrich Wilhelm Otto aus Gießen.

1804 hat Crainfeld 429 Einwohner.

1820 wird ein neues Kataster für die Gemeinde Crainfeld angelegt.

Am 30. Juni 1821 tritt die neue großherzoglich hessische Gemeindeordnung als Teil einer umfassenden Neuordnung der Verwaltung in Kraft, mit der die weitgehend noch auf das Mittelalter zurückgehenden Strukturen abgeschafft werden. Die kommunale Selbstverwaltung wird eingeführt und die Gemeinde Crainfeld erhält einen auf sechs Jahre von den Ortsbürgern gewählten Bürgermeister und einen Gemeinderat mit neun Mitgliedern, von denen jeweils drei alle drei Jahre einer Wahl unterworfen sind. Zum ersten Bürgermeister der Gemeinde Crainfeld wird Sebastian Götz gewählt.

Am 14. Juli 1821 tritt die großherzoglich hessische Verordnung über die Einteilung des Landes in Landrats- und Landgerichtsbezirke in Kraft, wodurch die Trennung von Justiz und Verwaltung eingeführt wird und die bisherigen mittelalterlichen Ämter und Gerichte aufgehoben werden, so auch die Ämter Nidda und Lißberg und das Gericht Crainfeld. Der Ort, nunmehr eine gewöhnliche Landgemeinde ohne Funktion eines Verwaltungssitzes, wird in den neugeschaffenen Landratsbezirk Schotten eingegliedert.

Am 17. August 1821 wird der letzte Rentamtmann für die nun aufgelösten Gerichte Crainfeld und Burkhards, Johann Friedrich Buff, in den Ruhestand versetzt. Er stirbt rund drei Jahre später.

Der am 14. Juni 1825 verstorbene Kirchenrechner Konrad Ruhl wird als Letzter auf dem bisherigen Friedhof um die Kirche herum beerdigt. Im gleichen Jahr wird ein neuer Friedhof außerhalb der Ortslage am "Galgenkippel" angelegt.

1831 wird der bis dahin als erbliches Lehen im Besitz der Schultheißenfamilie Ellenberger und ihrer Nachfahren (Buff, Brückner) befindliche Edelhof an den Crainfelder Schmied und Beigeordneten Heinrich Schmalbach I. verkauft.

1831 wird Heinrich Schmalbach II. zum Bürgermeister der Gemeinde Crainfeld gewählt.

In den Jahren 1831 bis 1857 lässt der großherzogliche Staat eine neue Chaussee durch den Vogelsberg von Selters bei Ortenberg über Gedern und Herbstein nach Lauterbach erbauen. Die mit der heutigen Bundesstraße 275 identische Straße orientiert sich nicht an dem bisherigen, weitgehend noch aus dem Mittelalter überkommenen Landstraßennetz. Mit der Linienführung über Hartmannshain und Grebenhain werden bisherige Wegpunkte wie Herchenhain und Crainfeld umgangen. Für Crainfeld bedeutet der Chausseebau den Verlust seiner Bedeutung als regionaler Mittelpunkt, die allmählich vom benachbarten Grebenhain übernommen wird.

Am 15. Oktober 1832 tritt eine erneute Verwaltungsreform im Großherzogtum Hessen in Kraft, die bereits am 20. August 1832 angeordnet worden ist. Crainfeld wird dadurch in den neugeschaffenen Kreis Nidda eingegliedert.

1832 erfolgt die vollständige Aufnahme der Gemarkung Crainfeld und ihrer Fluren und Parzellen durch den Geometer I. Klasse Friedrich Knewitz aus Schotten in Form von Parzellhandrissen. Diese sind die älteste erhaltene Flurkarte und der älteste erhaltene Ortsplan von Crainfeld.

1833 wird das "Brauhaus" an der "Cent" mitsamt der dort befindlichen Gastwirtschaft abgebrochen.

Die Volkszählung am 3. Dezember 1834 im Großherzogtum Hessen ermittelt für Crainfeld 539 Einwohner.

Am 3. Dezember 1840 werden in Crainfeld 559 Menschen gezählt.

1842 erwirbt die inzwischen stark angewachsene jüdische Gemeinde ein Haus neben der Schule, unterhalb des Edelhofs gelegen, und lässt es zu einer Synagoge umbauen.

Gemäß der Volkszählung am 3. Dezember 1846 hat Crainfeld 588 Einwohner. Dies ist der Höchststand der Einwohnerzahl des Ortes vor 1945.

Mit dem Gesetz vom 31. Juli 1848, eine Folge der Märzrevolution, wird die bisherige Verwaltungseinteilung des Landes in Provinzen und Kreise aufgehoben und durch 11 Regierungsbezirke abgelöst. Crainfeld wird dabei dem Regierungsbezirk Nidda zugeteilt.

In Crainfeld selbst kommt es 1848 zu einem Wechsel im Bürgermeisteramt, wo der bisherige Bürgermeister Heinrich Schmalbach II. durch Balthasar Rauber II. abgelöst wird.

Bereits 1851 werden die vorrevolutionären Verhältnisse vor Ort wieder hergestellt, indem Heinrich Schmalbach II. erneut Bürgermeister von Crainfeld wird.

Durch Verordnung vom 12. Mai 1852 wird auch die Verwaltungsreform der Revolutionszeit wieder zurückgenommen. Das Großherzogtum Hessen wird anstelle der Regierungsbezirke nun in Kreise eingeteilt, welche den drei neuen Provinzen Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg zugehörig sind. Die Gemeinde Crainfeld gehört fortan zum Kreis Lauterbach, wodurch auch die jahrhundertelangen administrativen Bindungen an Nidda endültig aufhören zu bestehen.

Am 3. Dezember 1852 hat Crainfeld 555 Einwohner.

Im Sommer 1856 wird vom Großherzoglichen Bauamt in Alsfeld die völlige Baufälligkeit des Crainfelder Kirchturms erklärt und ein Neubau verlangt.

Mit einer am 1. September 1857 von Großherzog Ludwig III. erlassenen Anordnung werden die Pfarrverwalter im Großherzogtum Hessen verpflichtet, eine Kirchenchronik für ihre Gemeinde zu führen. In Crainfeld wird die Kirchenchronik von dem damaligen Vikar Wilhelm Lehn begonnen, der 1869 die Pfarrstelle erhält.

Die Volkszählung am 3. Dezember 1858 ermittelt 557 Einwohner in Crainfeld.

Am 19. Juni 1859 wird feierlich der Grundstein für den neuen Kirchturm gelegt, nachdem der noch aus der Übergangszeit von der Romanik zur Gotik (13. Jh.) stammende alte Turm abgebrochen worden ist. Die Grundstein-Urkunden werden in einem Festzug durch das ganze Kirchspiel von Bermuthshain über Grebenhain zum Bauplatz in Crainfeld getragen.

Der neue 42 m hohe Kirchturm wird am 16. Oktober 1860 feierlich eingeweiht.

1861 wird während der Fortsetzung der Renovierungsarbeiten an der Crainfelder Kirche auch die ebenfalls noch gotische Sakristei abgerissen, nachdem sich der damalige Pfarrvikar Emil Kraus vergeblich dafür eingesetzt hatte, dieselbe wegen ihres Altertums und ihrer schönen gothischen Formen zu erhalten. Während der Arbeiten kommt an der Kirchenmauer ein Münzhort mit Münzen aus den Jahren 1535 bis 1648 zutage, der mutmaßlich gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges dort verborgen worden ist. Sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um den gleichen Fundort wie den der bereits 1714 entdeckten Münzen.

1861 hat Crainfeld 558 Einwohner.

1862 wird ein neues Feuerversicherungsbuch über die Gebäude in der Gemeinde Crainfeld in drei Exemplaren erstellt.

Bei der Volkszählung am 3. Dezember 1864 wird für Crainfeld eine Zahl von 519 Einwohnern ermittelt.

1865 wird Johannes Müller III. zum Bürgermeister der Gemeinde Crainfeld gewählt.

Am 6. Juli 1866, während des Deutschen Krieges zwischen Preußen und Österreich, bezieht der Stab des VIII. Armee-Korps des Deutschen Bundes auf dem Rückzug über den Vogelsberg für einen Tag in Crainfeld Quartier. Der Oberbefehlshaber, Prinz Alexander von Hessen, logiert im Gasthaus von Heinrich Schmalbach IV. (Edelhof).

Am 23. Juli 1866 ist der einzige Kriegstote aus Crainfeld in diesem Krieg zu beklagen, Heinrich Rauber, Korporal in der Leibschwadron Reiterregiment in Darmstadt, der an den Folgen seiner in einem Vorpostengefecht bei Miltenberg erlittenen Verletzungen stirbt.

Bei der Wahl zum Reichstag des Norddeutschen Bundes am 12. Februar 1867 erhält in Crainfeld der parteilose Kandidat Wecker 73 Stimmen, der Nationalliberale Graf zu Solms-Laubach 25 Stimmen.

Während des Deutsch-Französischen Krieges geraten am 14. November 1870 acht Soldaten aus Crainfeld (Sebastian Kimpel, Sebastian Heinrich Schäfer, Heinrich Flach II., Emanuel Stern, Dietrich Meinhardt, Johannes Rahn, Nikolaus Schmalbach, Heinrich Wacker) beim Überfall auf einen Feldposttransport des IX. Preußischen Armeekorps in französische Gefangenschaft, kehren aber unversehrt wieder in die Heimat zurück.

Nach dem Vorfrieden von Versailles (26. Februar 1871) wird am 4. März 1871 eine Friedens- und Siegesfeier in Crainfeld abgehalten. Sämtliche Kriegsteilnehmer des Ortes erhalten eine patriotische Liebesgabe von 8 Gulden aus der Gemeindekasse.

Am 1. Dezember 1871 hat Crainfeld 519 Einwohner.

1875 wird durch Veteranen des Deutsch-Französischen Krieges der Kriegerverein Grebenhain-Crainfeld gegründet.

Die Volkszählung vom 1. Dezember 1875 ermittelt für Crainfeld eine Einwohnerzahl von 525.

1876 wird Heinrich Schmalbach IV. zum Bürgermeister der Gemeinde Crainfeld gewählt. Im gleichen Jahr wird er auch Abgeordneter für den Wahlkreis Herbstein in der zweiten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen. Dieser gehört er zunächst bis 1884 an.

1879 wird das jüdische Badehaus mit dem rituellen Tauchbad (Mikweh) unweit der Synagoge am Ortsrand in der "Märzwiese" errichtet, ermöglicht durch eine Stiftung aus dem Vermächtnis des 1868 verstorbenen Kommerzienrates Heinemann in Kopenhagen.

Gemäß der Volkszählung am 1. Dezember 1880 hat Crainfeld 508 Einwohner.

Am 8. April 1881 wird ein ländlicher Darlehenskassenverein für die Gemeinden Crainfeld und Bermuthshain gegründet. Direktor ist Bürgermeister Heinrich Schmalbach IV., Crainfeld, sein Stellvertreter Bürgermeister Sebastian Schmidt, Bermuthshain. Rechner ist Konrad Fritz, Crainfeld.

Ebenfalls im Jahr 1881 wird der Männergesangverein "Liederkranz" Crainfeld gegründet.

1881 wird außerdem die Heckenmühle nahe der Gemarkungsgrenze zu Bannerod an die Gemeinde Crainfeld verkauft und abgebrochen.

Bei der Wahl zum 6. Deutschen Reichstag am 28. Oktober 1884 erhält der Nationalliberale Kalle in Crainfeld 58 Stimmen, der Freisinnige Lüders 14 Stimmen. Die Wahlbeteiligung beträgt 65,5%.

1885 wird eine neue Synagoge anstelle der vorherigen errichtet, wiederum ermöglicht durch die testamentarische Stiftung des verstorbenen Kommerzienrates Heinemann.

Bei der Volkszählung am 1. Dezember 1885 werden 499 Einwohner in Crainfeld ermittelt. Hiervon sind 118 jüdischen Glaubens. Es ist dies der größte Anteil jüdischer Einwohner an der Ortsbevölkerung in der Geschichte von Crainfeld.

Bei der Wahl zum 7. Deutschen Reichstag am 21. Februar 1887 entfallen in Crainfeld, Grebenhain, Bermuthshain und Gunzenau 104 Stimmen auf den nationalliberalen Kandidaten  Kalle.

Am 10. Juni 1888 findet in Crainfeld eine Versammlung von etwa 150 Bürgermeistern und weiteren Vertretern der Gemeinden im oberen Vogelsberg einschließlich der Landtagsabgeordneten Muth (Salz) und Zinßer (Schlitz) zum Weiterbau der gerade eröffneten Nebenbahn Stockheim-Gedern über Grebenhain nach Lauterbach statt. Eine Resolution von Bürgermeister Schmalbach, Crainfeld, zum Bahnbau wird beschlossen und ein Komitee gegründet.

Bei der Wahl zum 8. Deutschen Reichstag am 26. Februar 1890 erhält Oswald Zimmermann als Kandidat der Antisemitischen Volkspartei in Crainfeld, Bermuthshain, Grebenhain und Gunzenau 159 Stimmen gegenüber 50 für den Nationalliberalen Fritz Kalle und 82 für den Freisinnigen von Kolchstein.

Mit dem Erlass der Landesfeuerlöschordnung vom 29. März 1890 wird das Feuerlöschwesen im Großherzogtum Hessen neu geordnet. Jede Gemeinde im Großherzogtum ist fortan zur Einrichtung und Unterhaltung einer ausgerüsteten und eingeübten Feuerwehr verpflichtet, woraufhin in Crainfeld eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt wird. 1. Kommandant ist Konrad Fritz, 2. Kommandant ist Sebastian Möller.

In das am 15. November 1890 in Kraft tretende hessische Gesetz die Herstellung von Nebenbahnen betreffend wird auch die geplante Bahnlinie Gedern-Lauterbach aufgenommen, wodurch für Crainfeld der Anschluss an das Eisenbahnnetz in greifbare Nähe rückt. Bis zum Beginn der Bauarbeiten vergehen jedoch noch einige Jahre.

Am 21. November 1890 wird der bisherige Darlehenskassenverein in die Vorschußkasse Crainfeld Bermuthshain in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft umgewandelt, nachdem durch das am 1. Oktober 1889 in Kraft getretene Genossenschaftsgesetz den bisherigen Darlehenskassenvereinen die Gewährung von Darlehen an Nichtmitglieder nicht mehr gestattet ist. Bei der Gründung der Vorschußkasse zeichnen 40 Landwirte aus Crainfeld und Bermuthshain Aktien zu je 200 Mark.

Am 1. Dezember 1890 hat Crainfeld 480 Einwohner.

1892 wird die alte Pfarrscheune neben dem Pfarrhaus abgebrochen und an gleicher Stelle das Evangelische Gemeindehaus, ein einstöckiger Fachwerkbau, errichtet.

Im Sommer 1893 gibt eine große Dürre den letzten Anstoß zum Bau einer örtlichen Wasserleitung.

Am 13. Oktober 1895 wird die Wasserleitung der Gemeinde Crainfeld feierlich eingeweiht. Es ist die erste und zu Beginn viel bestaunte zentrale Wasserleitung einer Landgemeinde im hohen Vogelsberg.

1896 schafft der Landwirt Sebastian Fritz II. die erste durch ein Dampflokomobil angetriebene Dreschmaschine in der Gemeinde an. Er betreibt fortan eine Lohndrescherei, in deren Rahmen er auch für die anderen Landwirte im Ort das Dreschen durchführt.

Im Jahr 1896 wird Bürgermeister Heinrich Schmalbach IV. erneut Abgeordneter in der zweiten Kammer der hessischen Landstände.

Nach der Volkszählung am 2. Dezember 1896 hat die Gemeinde Crainfeld 496 Einwohner.

1897 erhält die Pfarrei Crainfeld erstmals eine Arztstelle für die drei Filialgemeinden Crainfeld, Grebenhain und Bermuthshain. Erster Arzt für das Kirchspiel wird Dr. Bruchhäuser aus Gießen, der seinen Wohnsitz in Grebenhain nimmt.

Bei der Wahl zum 10. Deutschen Reichstag am 16. Juni 1898 erhält der antisemitische Kandidat Friedrich Bindewald mit 79 die eindeutige Mehrheit der Stimmen gegenüber dem Kandidaten des Bundes der Landwirte, Fritz Schade.

1898 wird neben dem Gemeindehaus am nördlichen Ortseingang das Spritzenhaus gebaut.

Am 15. Januar 1899 wird der Gewerbeverein für Crainfeld und Umgebung durch 29 Handwerker und andere Gewerbetreibende aus Crainfeld, Grebenhain, Bermuthshain, Vaitshain, Nieder-Moos, Bannerod und Steinfurt gegründet. Vorsitzender ist Sebastian Fritz II. aus Crainfeld, die weiteren Vorstandsmitglieder sind Heinrich Flach III. (Crainfeld), Konrad Schmelz (Steinfurt), Heinrich Döll (Grebenhain), Friedrich Schmelz (Crainfeld) und Friedrich Jost (Bermuthshain).

Am 20. Juni 1899 beginnen am Bahnhof Lauterbach die Bauarbeiten zur Bahnlinie nach Gedern, die wegen noch nicht vollständig festgelegten Streckenführung zunächst nur bis zum vorläufigen Endbahnhof Grebenhain-Crainfeld geführt wird.

Am 25. Oktober 1899 wird durch die jüdische Gemeinde eine neue Thora-Rolle feierlich geweiht, nachdem sie zuvor in einem Festzug vom Haus des Gemeindevorstehers Emanuel Stern zur Synagoge überführt worden ist.

Am 1. Januar 1900 beginnt die auf Initiative des Gewerbevereins eingerichtete Handwerker-Zeichenschule ihren Unterricht mit 20 Schülern.

Im Jahr 1900 wird ein neues Brandkataster für die Gemeinde Crainfeld angelegt, verbunden mit einer Neunummerierung aller Anwesen im Ort. In diesem Zusammenhang werden zum ersten Mal amtliche Straßennamen in Crainfeld eingeführt. Es sind dies Hauptstraße, Nebenstraße und Kreuzstraße.

In der Nacht vom 21. auf den 22. März 1900 wird die Hofreite des Konrad Prächter durch einen unzufriedenen Knecht in Brand gesteckt und völlig zerstört. Der Täter wird noch am gleichen Tag gefasst und später zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Am 31. Oktober 1901 wird die Nebenbahn Lauterbach-Grebenhain unter großer Anteilnahme der Bevölkerung feierlich eröffnet. Mit dem in der Grebenhainer Gemarkung gelegenen Bahnhof Grebenhain-Crainfeld erhält auch die Gemeinde Crainfeld ihren Anschluss an das Eisenbahnnetz.

1902 wird die Viehwaage in der Nebenstraße gebaut.

Bei der Wahl zum 11. Deutschen Reichstag am 25. Januar 1903 erhält in Crainfeld Eduard Wallau (Nationalliberale) 53 Stimmen, Friedrich Bindewald (Deutsche Reformpartei) 37 Stimmen, Joseph Moltan (Zentrum) 2 Stimmen. Auch die folgende Stichwahl entscheidet Wallau mit 69 gegenüber 44 Stimmen gegen den Antisemiten Bindewald vor Ort für sich.

Im Jahr 1903 wird auch der Evangelische Kirchengesangverein (Kirchenchor) auf Initiative von Pfarrer Jakob Walter gegründet.

Am 25. März 1904 beschließt der hessische Denkmalrat, den Edelhof in Crainfeld in die Denkmalliste des Großherzogtums Hessen aufzunehmen, die Teil des seit 1902 geltenden Gesetzes, den Denkmalschutz betreffend (erstes Denkmalschutzgesetz in Deutschland) ist.

1905 wird das neuerbaute Gasthaus "Zum Hessischen Hof" von Katharina Meinhardt Witwe an der Kreuzung von Hauptstraße und Kreuzstraße eröffnet.

Die Volkszählung am 1. Dezember 1905 ermittelt für Crainfeld eine Einwohnerzahl von 505.

Mit der am 1. April 1906 erfolgten Eröffnung des Abschnitts zwischen Grebenhain und Gedern ist die Vogelsbergbahn zwischen Lauterbach und Stockheim auf ihrer gesamten Linie eröffnet. Nach der Fertigstellung der Nebenbahn zwischen Stockheim und Vilbel am 1. Juni 1907 ist zudem eine direkte Eisenbahnverbindung nach Frankfurt am Main hergestellt. Crainfeld erhält eine eigene Haltestelle für den Personenverkehr am südlichen Ortsende.

Von 1906 bis 1907 wird das neue Schulhaus am Ortsausgang nach Grebenhain gebaut, nachdem die bisherige Schule in der Kreuzstraße zwischen Edelhof und Synagoge aufgrund der gestiegenen Schülerzahlen den Anforderungen an den Schulbetrieb nicht mehr gewachsen war. Am 26. Oktober 1907 wird das Gebäude durch Pfarrer Walter und Bürgermeister Schmalbach eingeweiht.

Bei der Wahl zum 12. Deutschen Reichstag am 25. Januar 1907 erhält in Crainfeld Friedrich Bindewald (Deutschsoziale Reformpartei) 63 Stimmen, Eduard Wallau (Nationalliberale) 46 Stimmen,  Heinrich Reh (Freisinnige Volkspartei) 1 Stimmen. Die Stichwahl entscheidet dieses Mal Bindewald als Kandidat der Antisemiten mit 74 gegenüber Landrat Wallau mit 50 Stimmen vor Ort für sich.

Bereits zum 1. Juli 1907 erhält die Volksschule Crainfeld auch eine zweite Lehrerstelle. Da die Bauarbeiten am neuen Schulhaus länger dauern, als ursprünglich geplant, wird für einige Monate nacheinander im alten Schulhaus in der Kreuzstraße unterrichtet.

1909 erhält Crainfeld auf Initiative von Bürgermeister Schmalbach eine Straßenbeleuchtung.

Am 16. Oktober 1909 stirbt der Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Heinrich Schmalbach IV.. Zu seinem Nachfolger als Bürgermeister von Crainfeld wird am 7. August 1910 Heinrich Ganß II. gewählt.

Am 1. Dezember 1910 hat Crainfeld 482 Einwohner.

Durch Blitzschlag verursacht, brennt am 11. Mai 1911 die Hofreite des Johannes Baumbach IX. vollständig nieder. Der Brand greift teilweise auch auf das erst 1904 erbaute Nachbarhaus des Johannes Rausch über.

Am 12. Januar 1912 finden die Wahlen zum 13. Deutschen Reichstag statt. Das Ergebnis in Crainfeld lautet: Friedrich Ernst Heck (Nationalliberale) 59, Friedrich Bindewald (Wirtschaftliche Vereinigung) 21, Möbus (Fortschrittliche Volkspartei) 20, Friedrich Vetters (Sozialdemokratische Partei) 2. In der Stichwahl erzielt Heck 86 Stimmen gegenüber Bindewald mit 33 Stimmen.

In der Nacht des 28. April 1914 werden der jüdische Lebens- und Futtermittelhändler Abraham Stein und seine älteste Tochter von einem Unbekannten im eigenen Haus ermordet. Der Täter legt anschließend Feuer, wodurch das Haus der Familie Stein und das angrenzende Haus des Johannes Baumbach VII. in Flammen aufgehen und weitgehend zerstört werden. Der Mord sorgt nicht nur in Crainfeld, sondern in der gesamten Umgebung wochenlang für Aufregung, kann jedoch nie aufgeklärt werden.

Einen Tag nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges werden am 2. August 1914 die zum Kriegsdienst eingezogenen Männer aus dem Kirchspiel mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche in Crainfeld feierlich verabschiedet.

1915 wird die Mühle im Dorf von Heinrich Fritz III. als letzte Mühle von Crainfeld stillgelegt.

Der Erste Weltkrieg endet mit dem Waffenstillstand von Compiegne am 9. November 1918. Insgesamt hat die Gemeinde Crainfeld in den vier Kriegsjahren 16 Gefallene zu beklagen.

Am 19. Januar 1919 finden die Wahlen zur Verfassungsgebenden Nationalversammlung statt, nachdem das Deutsche Reich durch den Sturz von Kaiser Wilhelm II. am 11. November 1918 zur Republik geworden ist. In Crainfeld lautet das Ergebnis: Deutsche Demokratische Partei (DDP) 171, Mehrheitssozialdemokraten (MSPD) 68, Deutsche Volkspartei (DVP) 13, Hessische Volkspartei (HVP) 12. Die Wahlbeteiligung beträgt 86,3%.

Im Jahr 1919 wird eine private Genossenschaftsschule in Crainfeld gegründet, die einer Realschule entspricht und unter der Leitung des Crainfelder Pfarrers steht. Es ist dies der Versuch, erstmals im hohen Vogelsberg eine höhere Schule zu etablieren.

1919 wird der erste Sportverein im Ort ins Leben gerufen, der Fußballclub Crainfeld, der jedoch nur wenige Jahre besteht.

Am 6. Juni 1920 finden die ersten Wahlen zum Deutschen Reichstag nach Gründung der Weimarer Republik statt. In Crainfeld entfallen die Stimmen auf: HVP 140, DDP 39, SPD 36, DVP 25, Unabhängige Sozialdemokraten (USPD) 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 79,1%.

Am 1. August 1920 wird das 900-jährige Jubiläum der Gründung der Pfarrei Crainfeld (nach der Datierung durch den Fuldaer Mönch Eberhard) mit einem Festgottesdienst in der Kirche und einem Vortrag des Bad Nauheimer Oberpfarrers und Genealogen Hermann Knodt gefeiert. Damit verbunden ist die (Wieder-) Eingliederung von Vaitshain als Filialort der Pfarrei Crainfeld, nachdem der Ort fast 400 Jahre zur Pfarrei Nieder-Moos gehört hat.

Am 5. Mai 1921 wird das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermißten des Ersten Weltkrieges, errichtet am alten Gerichtsplatz am "Kippel", eingeweiht.

Am 21. Dezember 1921 erhält Crainfeld den Anschluß an das elektrische Stromnetz, als das gemeindeeigene Ortsnetz in Betrieb genommen wird. Es ist an das Überlandwerk Oberhessen mit Sitz in Friedberg angeschlossen, das Eigentum der Provinz Oberhessen und der Vorläufer der heutigen Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG) ist. Eine Transformatorenstation mit Dienstwohnhaus, umgangssprachlich Lichthäusje genannt, wird an der Kreisstraße zwischen Crainfeld und Grebenhain errichtet.

Die Haltestelle Crainfeld an der Vogelsbergbahn wird 1924 durch die Deutsche Reichsbahn aus Rentabilitätsgründen geschlossen.

Am 4. Mai 1924 finden die Wahlen zum 2. Deutschen Reichstag statt. Das Ergebnis in Crainfeld ist: HBB 171, DDP 42, Völkisch-Sozialer Block 7, DNVP 6, DVP 6, Hessischer Wähler-Bund 3, SPD 3, Bund der Geusen 1, Zentrum 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 79,3%.

Die Wahl zum 3. Deutschen Reichstag am 7. Dezember 1924 hat das Ergebnis: HBB 145, DDP 36, DVP 22, SPD 15, DNVP 13, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) 5, Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 2, Wirtschafts-Partei des deutschen Mittelstandes 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 76,9%.

Am 12. März 1925 feiert der Gewerbeverein Crainfeld und Umgegend mit einer großen Gewerbeausstellung im Gasthaus "Zur Krone" von Wilhelm Hofmann sein 25-jähriges Bestehen.

Am 20. März 1925 findet die Neuwahl des Reichspräsidenten statt. In Crainfeld lautet das Ergebnis: Karl Jarres (DVP, DNVP) 143, Otto Braun (SPD) 102, Willy Hellpach (DDP) 31,  Heinrich Held (Bayerische Volkspartei/BVP) 1, Ernst Thälmann (KPD) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 91,7%.

Im notwendig gewordenen 2. Wahlgang der Reichspräsidentenwahl am 26. April 1925 entfallen in Crainfeld 234 Stimmen auf Paul von Hindenburg ("Reichsblock"), 41 auf Wilhelm Marx ("Volksblock"), 1 auf Ernst Thälmann (KPD).

Die Volkszählung am 16. Juni 1925 ermittelt für Crainfeld eine Einwohnerzahl von 443.

1925 wird mit der Feldbereinigung in der Gemarkung Crainfeld begonnen.

Am 4. Januar 1926 wird durch 30 Ortsbürger die Spar- und Darlehenskasse Crainfeld gegründet. Zum Geschäftsführer wird August Ruhl bestellt. Die Genossenschaft tritt an die Stelle der infolge der Nachkriegsinflation zahlungsunfähig gewordenen Vorschußkasse Crainfeld-Bermuthshain.

Bei dem am 20. Juni 1926 abgehaltenen Volksentscheid über die entschädigungslose Enteignung der Fürstenvermögen stimmen in Crainfeld 12 Wähler mit "Ja". Die Wahlbeteiligung beträgt nur 4,2%. Nahezu die Gesamtheit der Wahlberechtigten folgt dem Boykottaufruf von konservativer Seite und bleibt der Abstimmung fern.

Ab Februar 1928 erscheint das vom Evangelischen Dekanat Lauterbach herausgegebene kirchliche Monatsblatt "Heimatglocken" mit einem Lokalteil für das Kirchspiel Crainfeld.

Am 20. Mai 1928 findet die Wahl zum 4. Deutschen Reichstag statt. Das Wahlergebnis in Crainfeld lautet: Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei (CNBL) 116, DDP 40, DVP 21, NSDAP 4, Volksrechtpartei 4, DNVP 3, Evangelische Volksgemeinschaft 2, SPD 2, KPD 2, Linke Kommunisten 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 53,2%.

Im Herbst 1928 muss die Crainfelder Genossenschaftsschule infolge Schülermangels wieder geschlossen werden.

1928 wird der Turnverein 1928 Crainfeld gegründet. 1. Vorsitzender ist Karl Schwarzhaupt. Der Verein besteht, wie schon der zuvor bestehende Fußballclub, nur wenige Jahre.

1929 bricht die Crainfelder Wasserversorgung nach mehreren Rohrbrüchen, verursacht durch Frost, zusammen. Vorübergehend muss das Wasser, wie vor 1895, erneut aus Brunnen geschöpft werden. Anschließend erfolgt der Neubau eines Hochbehälters.

Beim Volksentscheid gegen den Young-Plan am 22. Dezember 1929 stimmen in Crainfeld 155 Wähler mit "Ja", 5 mit "Nein". Die Wahlbeteiligung beträgt 53,2%.

Am 14. September 1930 wird der 5. Deutsche Reichstag gewählt. In Crainfeld lautet das Ergebnis: NSDAP 74, Hessisches Landvolk (HLV) 59, Deutsche Staatspartei (DStP) 36, DVP 25, DNVP 14, SPD 10, Deutsche Bauernpartei 5, KPD 3, Christlich-Sozialer Volksdienst (CSVD) 1, WP 1, Zentrum 1. Die Wahlbeteiligung liegt bei 73%.

Zum 1. Dezember 1930 verkauft die Gemeinde Crainfeld ihr elektrisches Ortsnetz für 3.000 RM an das Überlandwerk Oberhessen.

Sehr wahrscheinlich Anfang 1932 wird in Crainfeld eine eigene NSDAP-Ortsgruppe gebildet, nachdem mehrere Ortsansässige in die NSDAP eingetreten sind. Diese verfügt zu diesem Zeitpunkt bereits über Ortsgruppen in den Nachbargemeinden Grebenhain (seit 1929) und Bermuthshain (seit 1930).

Am 13. März 1932 findet die Reichspräsidentenwahl statt. In Crainfeld hat sie zunächst das folgende Ergebnis: Adolf Hitler (NSDAP) 192, Paul von Hindenburg (BVP, DStP, DVP, SPD, Zentrum) 61, Theodor Duesterberg (DNVP, Stahlhelmbund) 2, Gustav Winter (Inflationsgeschädigte) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 83,4%.

Beim notwendig gewordenen zweiten Wahlgang am 10. April 1932 stimmen in Crainfeld dieses Mal 291 Wähler für Hitler und 23 für von Hindenburg. Beteiligt haben sich 91,9% der örtlichen Wahlberechtigten.

Am 19. Mai 1932 kommt es zu einem Einsatz der hessischen Staatspolizei in Crainfeld und Bermuthshain, bei dem Hakenkreuzfahnen, die entgegen eines Verbots an Häusern und Bäumen befestigt sind, entfernt werden. In Crainfeld werden dabei zwei Polizisten von einer erregten Menschenmenge umringt und verhöhnt. Ein SA-Mann im Zivil wird anschließend festgenommen.

Am 29. Mai 1932 wird Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Gemeinde Crainfeld ernannt. Anlässlich der nationalsozialistischen "Hitler-Sonnenwende-Feier" auf dem Hoherodskopf, einer Großveranstaltung mit rund 40.000 Teilnehmern am 18. Juni 1932, werden dem "Führer" der NSDAP die Ehrenbürgerbriefe der drei Gemeinden Crainfeld, Grebenhain und Bermuthshain überreicht.

Die Wahl zum 6. Deutschen Reichstag am 31. Juli 1932 sind in Crainfeld von der regionalen Dominanz der Nationalsozialisten geprägt. Das Ergebnis lautet: NSDAP 290, DNVP 13, SPD 8, KPD 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 96,6%.

Auch bei der Wahl zum 7. Deutschen Reichstag am 6. November 1932, der letzten freien Wahl bis 1946, erweist sich die NSDAP vor Ort als dominierende politische Kraft. Das Ergebnis ist: NSDAP 236, SPD 43, DVP 6, DNVP 4, KPD 4, Landvolk-Partei 3. 93,7% der Wahlberechtigten in Crainfeld geben ihre Stimme ab.

Am Abend der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 veranstaltet die NSDAP-Ortsgruppe einen großen Festzug durch das Dorf unter bengalischer Beleuchtung.

Bei der Wahl zum 8. Deutschen Reichstag am 5. März 1933 stehen in Crainfeld den 251 Stimmen für die NSDAP nur noch jeweils eine für die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (DNVP, Stahlhelmbund, Landbund), die SPD und den CSVD gegenüber. Die Beteiligung bei dieser letzten Wahl, bei der noch mehrere Parteien zur Wahl stehen, beträgt 83,1%.

Der reichsweite Boykott gegen jüdische Geschäfte am 1. April 1933 wird auch in Crainfeld durchgeführt. In den folgenden Jahren verlassen immer mehr jüdische Familien infolge des zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Drucks und der immer massiveren Ausgrenzung aus der Dorfgemeinschaft den Ort.

Am 1. Mai 1933, von der NS-Regierung zum "Tag der nationalen Arbeit" erklärt, findet ein Festgottesdienst in der völlig überfüllten Kirche statt, gehalten von dem seit einem Jahr amtierenden Pfarrer Alfred Mitzenheim, der überzeugter Anhänger der Nationalsozialisten und der mit ihnen verbundenen Bewegung "Deutsche Christen" ist. Im Anschluß an den Gottesdienst wird vor der Kirche eine "Hitler-Linde" gepflanzt.

Am 20. Mai 1933 wird die Handwerker-Zeichenschule aufgelöst.

Gemäß der Volkszählung am 16. Juni 1933 hat Crainfeld 462 Einwohner. Diese sind erwerbsmäßig zu 65,7% in der Land- und Forstwirtschaft, zu 16,7% in Handwerk und Industrie und zu 9,3% im Handel tätig.

Zum "Tag des deutschen Handwerks" am 14. Oktober 1933 findet ein großer Festzug mit Motivwagen der örtlichen Handwerker von Grebenhain über Crainfeld nach Bermuthshain statt.

Zwischen Januar und April 1934 erfolgen umfangreiche Renovierungsarbeiten an der Crainfelder Kirche. Der Innenraum erhält dabei seine heutige Gestalt, u. a. durch die Anbringung von Gedenktafeln für die Gefallenen der vier Kirchspielorte im Ersten Weltkrieg an den Emporen.

Der Gewerbeverein Crainfeld und Umgebung wird am 11. Februar 1934 aufgelöst.

Nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Bürgermeister Heinrich Ganß II. im Jahr 1934 wird durch den bereits seit März 1933 gleichgeschalteten Gemeinderat Johannes Meinhardt IV. zu seinem Nachfolger ernannt.

Am 22. Dezember 1934 wird die Freiwillige Feuerwehr Crainfeld durch Umwandlung der bisherigen Pflichtfeuerwehr gegründet. Dies erfolgt aufgrund der vom Kreis Lauterbach angeordneten und flächendeckend durchgesetzten Gründung Freiwilliger Feuerwehren.

Am 6. April 1935 wird dann der Sanitäts-Halbzug Crainfeld-Grebenhain im Deutschen Roten Kreuz (DRK) gegründet. Er steht unter der Leitung von Wilhelm Hofmann aus Crainfeld und des Arztes Dr. med. Geissler.

Im Jahr 1935 kann die Zuteilung der neuen Grundstücke im Rahmen der Feldbereinigung in der Gemarkung Crainfeld erfolgen.

Im September 1936 wird die Gemarkung Crainfeld in ein großes Manöver der neu aufgerüsteten deutschen Wehrmacht einbezogen. Zahlreiche Soldaten sind mit ihrem Gerät während des Manövers im Ort einquartiert. Ein besonderes Spektakel ist ein großer Panzerangriff zwischen Crainfeld und Ober-Moos.

1937 wird nach einem Beschluß des Gemeinderats ein Kindergarten im Gemeindehaus an der Hauptstraße eingerichtet. Er steht in der Trägerschaft der "Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt" (NSV).

Die jüdische Religionsgemeinde Crainfeld wird zum 31. Dezember 1937 aufgelöst, nachdem die meisten jüdischen Familien Crainfelds aufgrund der zunehmenden Verfolgung in die Großstädte abgewandert oder ins Ausland emigriert sind. Nur noch eine Familie sowie eine einzelne Frau leben zu diesem Zeitpunkt noch im Ort.

Sie und ihre Wohnhäuser werden am 9. November 1938, während der reichsweiten Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung, von SA-Männern überfallen. Diese demolieren die Wohnhäuser und plündern sie aus. Auch die Synagoge wird von der SA verwüstet und vergeblich versucht, die Empore zum Einsturz zu bringen. Wenige Tage später wird Crainfeld in der Lokalpresse öffentlich für "judenfrei" erklärt, nachdem die letzten jüdischen Einwohner aus dem Dorf geflohen sind.

Die Volkszählung am 17. Mai 1939, die letzte vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, ermittelt für Crainfeld eine Einwohnerzahl von 446.

Am 1. September 1941 wird in Crainfeld eine Dreschgenossenschaft gegründet.

Im Jahr 1941 besteht ein Luftraumbeobachtungsposten der deutschen Luftwaffe auf dem Maienberg oberhalb des Ortes. Er ist mit der Luftmunitionsanstalt Hartmannshain ("Muna") im Oberwald bei Grebenhain verbunden. Die Besatzung wird überwiegend durch etwas ältere Männer aus dem Ort gestellt.

Nach dem Tod von Bürgermeister Johannes Meinhardt IV. im Jahr 1943 wird Karl Schmalbach II. zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Crainfeld ernannt.

Am 18. März 1945 wird ein Zug auf der Vogelsbergbahn in Höhe des Crainfelder Schulhauses  von amerikanischen Jagdbombern unter Beschuss genommen. Dabei werden drei Reisende getötet. Auch das Schulgebäude erleidet Schäden.

Ein weiterer Luftangriff am 22. März 1945, ausgeführt von acht amerikanischen Jagdbombern, hat einen beladenen Munitionszug auf dem Gelände der "Muna" zum Ziel. Dieser wird in Brand geschossen und explodiert unter heftigen Detonationen, wodurch in den Nachbarorten Grebenhain, Bermuthshain und Crainfeld etliche Fensterscheiben zerspringen. In Crainfeld setzt ein weggeschleuderter Bombenzünder die Scheune des Gasthauses "Zur Eisenbahn" in Brand. Ein Wachmann des dortigen Arbeitskommandos französischer Kriegsgefangener wird durch einen Bombensplitter getötet.

Am 29. März 1945 gegen 16 Uhr rollen Panzer und weitere motorisierte Einheiten der 4. US-Panzerdivision über die Reichsstraße 275 in Grebenhain ein.

Das zunächst links liegen gelassene Crainfeld wird am 31. März 1945 durch Truppen der 11. US-Panzerdivision, die am Morgen des Tages von Nieder-Seemen über den östlichen Vogelsberg auf Fulda vorstoßen, kampflos besetzt. Diese richten im Ort für mehrere Tage ihren Divisionsgefechtsstand ein. Während des amerikanischen Vormarsches wird der Nachbarort Ober-Moos durch Flieger- und Panzerbeschuss zu zwei Dritteln zerstört, nachdem von dort ein US-Aufklärer unter Flakfeuer genommen worden war.

Mit der Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht am 9. Mai 1945 endet der Zweite Weltkrieg in Europa. Insgesamt 23 gebürtige Crainfelder sind als Soldaten gefallen sowie 9 Angehörige von während oder nach dem Krieg in das Dorf gekommenen Heimatvertriebenen und Evakuierten. 25 jüdische Crainfelder sind nach ihrer Deportation in einem KZ ermordet worden.

Im Juni 1945 wird wird Wilhelm Fritz durch den Lauterbacher Landrat Gustav Mandt kommissarisch zum Bürgermeister der Gemeinde Crainfeld ernannt. Er war interimsmäßig bereits kurz nach der Besetzung des Dorfes durch die US-Truppen von der Militärregierung als Bürgermeister eingesetzt worden.

Einem Bericht von Landrat Mandt zufolge hat Crainfeld am 15. September 1945 insgesamt 404 ständige Einwohner.

Die Gemeindewahlen im neu gegründeten Land Groß-Hessen am 27. Januar 1946 sind die ersten demokratischen Wahlen seit 1933. In Crainfeld kandidiert eine örtliche Einheitsliste unter der Bezeichnung "Interessen-Gemeinschaft Crainfeld", die 232 Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 75,9% erzielt. Bürgermeister Fritz wird von dem neugewählten Gemeinderat anschließend in seinem Amt bestätigt.

Am 31. Januar 1946 leben in Crainfeld 506 Menschen, davon 102 Evakuierte und Flüchtlinge bzw. Heimatvertriebene. Zu diesem Zeitpunkt soll die Gemeinde Crainfeld noch bis zu 280 weitere Menschen aufnehmen.

In der Folge der ersten Gemeindewahlen finden am 28. April 1946 auch die Wahlen zu den Kreistagen in Hessen statt. In Bermuthshain stimmen 56,8% der Wahlberechtigten ab und entscheiden sich für: Vereinigter Demokratischer Block 91, SPD 51.

Am 30. Juni 1946 finden die Wahlen zur Verfassungsgebenden Landesversammlung für Groß-Hessen statt. Das Ergebnis in Crainfeld lautet: Christlich-Demokratische Union (CDU) 95, SPD 335, KPD 3, Liberal-Demokratische Partei (LDP) 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 52,7%.

Bei der Volkszählung am 29. September 1946 werden in Crainfeld 708 Einwohner festgestellt. Dies ist der Höchsstand der Bevölkerung des Dorfes in seiner Geschichte und auf die vielen Evakuierten aus den im Bombenkrieg zerstörten Großstädten und die Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland zurückzuführen.

Zwei dieser unfreiwilligen "Neubürger", Evakuierte aus Frankfurt am Main, sind 1946 die Initiatoren der Gründung der Sportgemeinschaft Crainfeld.

Am 1. Dezember 1946 werden die Wahlen zum 1. Landtag des jungen Landes Hessen abgehalten. In Crainfeld stimmen 136 Wähler für die CDU, 50 für die SPD, 15 für die LDP, 2 für die KPD.

Die Landtagswahl ist verbunden mit zwei Volksabstimmungen. Am 1. Dezember 1946 findet somit auch der Volksentscheid über die Annahme der Verfassung des Landes Groß-Hessen statt. 176 Wahlberechtigte in Crainfeld stimmen mit "Ja", 21 mit "Nein". Die Beteiligung beträgt 66,5%.

Ebenfalls am 1. Dezember 1946 findet eine separate Abstimmung über die Annahme des Artikels 41 der Verfassung des Landes Groß-Hessen (Sozialisierung der Grundstoffindustrie) statt. In Crainfeld stimmen 190 mit "Ja", 18 mit "Nein" bei einer Beteiligung von 64,6%.

1947 bis 1948 wird aufgrund der Probleme mit der Wasserversorgung, versucht durch die stark angestiegene Einwohnerzahl, eine zusätzliche Quelle gefasst. Das Wasser muss rationiert werden. Zeitweise läuft es nur alle drei Tage für zwei Stunden.

Am 22. März 1948 werden die beiden jüngeren Glocken der Crainfelder Kirche wieder vom Glockenfriedhof in Hamburg-Veddel zurückgebracht. Beide mussten während des Krieges abgeliefert werden, um für Rüstungszwecke eingeschmolzen zu werden, was jedoch bei einer Minderheit der in Hamburg lagernden Glocken bis Kriegsende noch nicht erfolgt war.

1949 wird das Evangelische Gemeindehaus aufgestockt.

Gemäß der Volkszählung vom 30. Juni 1949 hat Crainfeld 705 Einwohner. Von der Ortsbevölkerung sind am 20. September 1949 46 Evakuierte und 220 Heimatvertriebene.

Der Crainfelder Herbstmarkt findet am 16. September 1949 nach zehnjähriger Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit und die Währungsreform in den Westzonen im Juni 1948 erstmals wieder statt.

Am 4. Februar 1950 werden zwei Menschen beim Zusammenstoß eines Autos mit einem Zug am Bahnübergang an der Crainfelder Schule getötet.

Durch Selbstentzündung des Heus geht am 30. Juni 1950 die Hofreite des Karl Schwarzhaupt in Flammen auf und brennt bis auf die Grundmauern nieder.

Die Leichenhalle am evangelischen Friedhof wird 1950 erbaut.

Am 13. September 1950 hat Crainfeld 676 Einwohner.

In einer Versammlung im Schulhaus am 9. Dezember 1950 wird der MGV "Liederkranz" Crainfeld wieder neu gegründet, nachdem in den Nachkriegsjahren zunächst eine Gesangsabteilung innerhalb der SG Crainfeld existiert hatte.

1951 wird die ehemalige Synagoge abgebrochen und an ihrer Stelle eine Garage errichtet.

Neben dem Gemeindehaus am nördlichen Ortsausgang wird 1952 ein Feuerwehrgerätehaus errichtet.

Nach dem Tod von Bürgermeister Wilhelm Fritz wird am 20. Mai 1952 sein Vorgänger Karl Schmalbach II., der nach dem Einmarsch der Amerikaner 1945 des Amtes enthoben worden war, von der Gemeindevertretung wieder zum Bürgermeister der Gemeinde Crainfeld gewählt.

Mit Genehmigung durch das hessische Innenministerium vom 23. Dezember 1952 erhält die Gemeinde Crainfeld das Recht, ein eigenes Wappen zu führen. Entworfen und vorgeschlagen wird das Wappen durch den Bad Nauheimer Pfarrer und Genealogen Hermann Knodt nach dem Vorbild eines Wappensiegels des Gelnhäuser Patriziers Anselm von Crainfeld, das zu einer am 29. Juli 1327 ausgestellten Urkunde des Johann von Crainfeld, Schöffe zu Gelnhausen, gehörte.

1954 werden die Ortsstraßen ausgebaut und nach der Anlage einer Kanalisation mit einer Asphaltdecke versehen.

Am 24. April 1956 wird der neue Kindergarten der Gemeinde Crainfeld eröffnet. Er befindet sich in einem einstöckigen Fachwerkhaus in der Hauptstraße, das bis 1936 der jüdischen Familie Abraham Sommer gehörte.

Am 10. Juli 1956 wird das Kriegerdenkmal nach seiner Versetzung vom "Kippel" auf den evangelischen Friedhof und der Hinzufügung von zwei Gedenktafeln für die gefallenen und vermissten Soldaten des Zweiten Weltkrieges neu eingeweiht.

Der Absturz eines Aufklärungsflugzeuges vom Typ Dornier Do 27 am 14. Januar 1959 in der Gemarkung Crainfeld fordert vier Schwerverletzte. Ein zur Bergung angeforderter Hubschrauber stößt im Knüllgebirge im Nebel gegen einen Berg, wobei alle acht Besatzungsmitglieder ums Leben kommen.

Gemäß der Volkszählung am 25. September 1956 hat Crainfeld 524 Einwohner.

1959 werden die örtliche Wasserleitung komplett erneuert und das Transformatorenhaus neben dem Schulhaus gebaut.

Im August 1959 beteiligt sich die Gemeinde Crainfeld an dem vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Forsten erstmals ausgerufenen Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden".

Die Freiwillige Feuerwehr Crainfeld feiert am 15. September 1959 ihr 25-jähriges Bestehen mit einem großen Festzug durch das Dorf.

Am 19. September 1960 veranstaltet die Reitergruppe Nieder-Moos-Crainfeld einen großen "Reitertag" mit Festzug durch Crainfeld.

Bis zum Ende des Jahres 1960 werden die Landes- und Kreisstraßen von Crainfeld zu den Nachbargemeinden Bannerod, Bermuthshain, Grebenhain und Nieder-Moos neu ausgebaut und asphaltiert.

Nach einem Beschluß der Gemeindevertretung werden im März 1961 neue Straßennamen in Crainfeld eingeführt: Bahnhofstraße, Hauptstraße, Hofweg, Grebenhainer Straße, Kreuzstraße, Pfingstweg, Märzwiesenweg. Hintergrund ist die Aufstellung eines neuen Brandkatasters gemäß einer Verfügung der hessischen Brandversicherungskammer, die am 17. Januar 1961 ergangen ist.

Die Dreschgemeinschaft Crainfeld beschließt in der Generalversammlung am 10. März 1961 die Umwandlung in eine Maschinengemeinschaft.

Am 6. Juni 1961 hat Crainfeld 496 Einwohner.

Vom 21. bis 22. Juli 1962 veranstaltet die Reitergruppe Nieder-Moos-Crainfeld ein großes Reit- und Fahrturnier mit über 2.000 Zuschauern.

Der MGV "Liederkranz" Crainfeld hält am 19. Januar 1963 seine letzte Generalversammlung ab. Wegen gesunkenem Interesse erlischt der Verein in der Folge.

Die Gemeindevertretung lehnt mit Beschluß vom 31. Januar 1963 den vom Land Hessen angeregten Beitritt zu einem Schulverband zwecks Gründung einer Mittelpunktschule ab.

Erst in einer öffentlichen Versammlung am 25. Februar 1964 wird der innerörtliche Widerstand gegen den Beitritt der Gemeinde Crainfeld zum geplanten Schulverband Grebenhain gebrochen. Dieser wird am 3. April 1964 durch die Gemeinden Bermuthshain, Crainfeld, Grebenhain, Hartmannshain, Herchenhain, Nösberts-Weidmoos, Vaitshain und Volkartshain gegründet. Die in der Trägerschaft des Verbandes befindliche Mittelpunktschule in Grebenhain soll ab 1966 gebaut werden.

Nach dem Tod von Bürgermeister Karl Schmalbach II. am 19. April 1964 übernimmt der 1. Beigeordnete Wilhelm Ganß kommissarisch die Amtsgeschäfte.

Am ersten Abend der Pfingstkirmes in Crainfeld am 17. Mai 1964 bricht in der Hofreite des Friedrich Oechler, gegenüber dem Gasthaus "Zur Eisenbahn" ein Brand aus. Scheune und Stallungen werden zerstört.

Zwischen August und Dezember 1964 wird die Crainfelder Kirche im Inneren umfassend renoviert. Bei den Arbeiten für die Heizungsanlage werden unter dem Fußboden im Kirchenschiff mehre alte Gräber von Geistlichen gefunden, von denen das des 1693 verstorbenen Pfarradjunkten Johann Philipp Lauckhard identifiziert werden kann. Außerhalb der Kirche werden die Fundamente früherer Kirchenbauten entdeckt.

1964 bis 1965 entsteht der Neubau des Kassengebäudes der Spar- und Darlehenskasse Crainfeld in der Hauptstraße am Standort des 1833 abgebrochenen Brauhauses. Entworfen wird es von dem ortsansässigen Architekten Ludwig Schmelz.

Am 1. Januar 1965 wählt die Gemeindevertretung einstimmig Horst Ziegler zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Crainfeld. Zu diesem Zeitpunkt ist noch niemandem bewusst, dass er der letzte Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Crainfeld sein wird.

Bei der letzten Volkszählung in Hessen vor den Gebietsreformen am 30. Juni 1967 wird in Crainfeld eine Einwohnerzahl von 463 ermittelt.

Am 17. Oktober 1967 wird der Erweiterungsbau des Feuerwehrgerätehauses eingeweiht, der sich am Standort des zuvor abgerissenen Gemeindehauses befindet. Zugleich wird das neue Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Crainfeld in Dienst gestellt.

In einer Versammlung am 21. November 1967 schließt sich die SG Crainfeld (58 Mitglieder) mit dem benachbarten TSV Grebenhain (220 Mitglieder) zusammen. Als Name des Vereins wird der des TSV Grebenhain weiter geführt, hingegen das Crainfelder Gemeindewappen in das neue Vereinswappen übernommen. Der "neue" TSV Grebenhain ist der größte Sportverein im hohen Vogelsberg.

Im Sommer 1968 eröffnet die Spar- und Darlehenskasse Crainfeld ihre erste auswärtige Zweigstelle im Gasthaus "Zum Darmstädter Hof" Hof.

Im Herbst 1968 werden die Jahrgangsklassen 5 bis 8 der Volksschule Crainfeld der im Aufbau befindlichen Mittelpunktschule in Grebenhain zugewiesen. In Crainfeld verbleibt noch die Grundschule mit einer Lehrerstelle und den Jahrgängen 1 bis 4.

Zu Beginn des neuen Schuljahres am 1. September 1969 wird die eigene Grundschule in Crainfeld aufgelöst. Somit wechseln auch die Schuljahrgänge 1 bis 4 aus Crainfeld in die Mittelpunktschule in Grebenhain. Nach vier Jahrhunderten ist dies das Ende der eigenen Schule im Ort.

Das 950-jährige Kirchweihjubiläum der Crainfelder Kirche wird am 30. August 1970 mit einem Festgottesdienst begangen. Hierbei hält der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche von Hessen-Nassau, Helmut Hild, die Festansprache. Eine Festschrift zur Geschichte des Kirche und des Kirchspiels wird herausgegeben.

Am 23. Mai 1970 wird die neue Mittelpunktschule in Grebenhain nach fast dreijähriger Bauzeit eingeweiht. Sie erhält den Namen "Oberwaldschule".

Im Februar 1971 beginnt der Umbau des leerstehenden Schulhauses zu einem Dorfgemeinschaftshaus.

Von Mai bis Juni 1971 erhält der Helm des Kirchturms eine Kupferbedachung anstelle der bisherigen Schiefereindeckung. In diesem Rahmen wird auch der während der Renovierung der Kirche 1934 an der Turmspitze angebrachte Wetterhahn demontiert und und durch den örtlichen Schreinermeister Heinrich Flach restauriert.

Vom 16. bis 19. Juli 1971 findet in Crainfeld der Kreisfeuerwehrtag des Landkreises Lauterbach statt.

Im Oktober 1971 erklärt sich die Gemeindevertretung, den Modellplanungen im hessischen Innenministerium entsprechend, zum freiwilligen Beitritt der Gemeinde Crainfeld zur neuen Großgemeinde Grebenhain zum Jahresende bereit.

Mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 schließen sich die bisherigen Gemeinden Bannerod, Bermuthshain, Crainfeld, Grebenhain, Hartmannshain, Herchenhain, Ilbeshausen, Metzlos, Nösberts-Weidmoos, Vaitshain und Volkartshain zur neuen Großgemeinde Grebenhain im Rahmen der kommunalen Gebietsreform in Hessen zusammen. Dies bedeutet das Ende der selbstständigen Gemeinde Crainfeld. Bürgermeister Horst Ziegler bleibt zunächst als Ortsvorsteher im Amt, ebenso die bisherige Gemeindevertretung als Ortsbeirat. Bürgermeister der Großgemeinde wird vorübergehend der bisherige Grebenhainer Bürgermeister Otto Stier.

Bereits kurz nach Inkrafttreten der Gebietsreform kann am 21. Januar 1972 der neue Bürgermeister der Crainfelder gemeinsam mit dem nunmehrigen Ortsvorsteher das Dorfgemeinschaftshaus in der umgebauten früheren Schule einweihen.

Im März 1972 beschließt die Spar- und Darlehenskasse Crainfeld auf ihrer ordentlichen Generalversammlung die Umbenennung in Volksbank Grebenhain. Vorausgegangen ist die Auflösung der kleineren benachbarten Genossenschaften in Bermuthshain, Ilbeshausen und Steigertal im vorherigen Jahr, deren Mitglieder vielfach der "Sparda" in Crainfeld beigetreten sind.

Am 30. Juni 1972 übernimmt Kurt Süßenberger, bis zur Gebietsreform Bürgermeister der Gemeinde Ilbeshausen, das Amt des Bürgermeisters der Großgemeinde Grebenhain.

Anfang Juli 1972 wird der SPD-Ortsbezirk Crainfeld als Untergliederung des SPD-Ortsvereins Grebenhain gegründet. Vorsitzender ist Josef Rebitzer.

Zum 1. August 1972 tritt die Kreisreform in Hessen in Kraft. Aus den bisherigen Landkreisen Lauterbach und Alsfeld sowie Teilen des Landkreises Büdingen wird der Vogelsbergkreis als flächengrößter Kreis des Bundeslandes Hessen gebildet. Sitz der Kreisverwaltung wird Lauterbach.

Die Großgemeinde Grebenhain wird zum 1. August 1972 durch die per Gesetz erfolgte Angliederung der bis dahin noch selbstständigen Gemeinden Metzlos-Gehaag und Steigertal (mit den Ortsteilen Heisters, Wünschen-Moos und Zahmen) erweitert.

Nach den hessischen Kommunalwahlen vom 22. Oktober 1972 wird Friedrich Schmelz durch den Ortsbeirat zum Ortsvorsteher von Crainfeld gewählt. Ebenso wird Kurt Süßenberger in seinem Amt als Bürgermeister der Gemeinde Grebenhain durch die Gemeindevertretung bestätigt.

1973 findet der traditionsreiche Crainfelder Herbstmarkt 321 Jahre nach der Verleihung des Marktrechts zum allerletzten Mal statt.

Nach dem überraschenden Tod von Ortsvorsteher Friedrich Schmelz am 25. November 1974 wird Altbürgermeister Horst Ziegler zu seinem Nachfolger gewählt und übernimmt das Amt damit zum zweiten Mal.

im Januar 1975 wird der Schützenverein Crainfeld mit zunächst 70 Mitgliedern gegründet. Den Vorsitz übernimmt Werner Kraft, der bereits in seinem Geburtsort Lanzenhain dem Schützenverein angehört hatte und der Hauptinitiator der Gründung des Vereins ist.

Am 27. September 1975 wird der Personenverkehr auf der Vogelsbergbahn zwischen den Bahnhöfen Lauterbach (Nord) und Gedern eingestellt. An diesem Tag hält somit nach 69 Jahren der letzte planmäßige Reisezug an der Haltestelle Crainfeld.

Am 17. März 1977 wird durch 25 örtliche Frauen der Landfrauen-Ortsverein Crainfeld gegründet. Zur Vorsitzenden wird Christa Seibert gewählt.

Am 20. März 1977 finden die hessischen Kommunalwahlen statt. Bei der Neuwahl des Ortsbeirates werden gewählt: Karl Ruhl 164, Werner Kraft 164, Karl Scholtes 114, Horst Ziegler 113, Karl Seibert 104, Heinrich Hofmann 93, Walter Seibert 71. Der Ortsbeirat wählt anschließend Karl Ruhl zum neuen Ortsvorsteher von Crainfeld.

Im Oktober 1978 werden als weitere Folge der Gebietsreform alle doppelt vorhandenen Straßennamen in den Ortsteilen der Gemeinde Grebenhain umbenannt. Im Ortsteil Crainfeld werden umbenannt: Bahnhofstraße in Frankfurter Straße, Grebenhainer Straße in Im Haigen, Hauptstraße in An der Cent.

Die Freiwillige Feuerwehr Crainfeld ruft am 16. Januar 1979 eine Jugendfeuerwehrgruppe ins Leben.

Auf Initiative von Pfarrer Helmut Buchholz wird 1979 auch der Posaunenchor Crainfeld gegründet.

Im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten wird 1981, als der Wettbewerb unter dem Motto "Alltag im Nationalsozialismus" steht, von 15-jährigen Schülern der Oberwaldschule Grebenhain erstmals die Geschichte der jüdischen Gemeinde Crainfeld erforscht.

Bei den Kommunalwahlen in Hessen am 22. März 1981 wird der Ortsbeirat von Crainfeld wie folgt gewählt: Karl Ruhl 186, Werner Kraft 183, Karl Seibert 128, Heinrich Hofmann 125, Bernd Jost 114, Wilhelm Ganß 96, Karl Scholtes k. A., Jürgen Rehberger 69, Wilhelm Müller 64, Werner Schmelz 56, Norbert Schwarzhaupt 52, Walter Seibert 38, Richard Müller 27, Wilhelm Blößer 25, Karl Baumbach 24, Werner Rausch 23.

Während eines Taufgottesdienstes am 20. Mai 1981 wird der alte romanische Taufstein, der lange im Freien auf dem Kirchhof gestanden hatte und nun wieder in der Kirche aufgestellt worden ist, feierlich geweiht.

Im Jahr 1981 wird das Umspannwerk der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG),  des regionalen Energieversorgers mit Sitz in Friedberg, am südlichen Ortsausgang errichtet.

Die Crainfelder Landfrauen wirken am 16. Mai 1982 an der Eröffnung des 22. Hessentages in Wächtersbach mit einer Spinnstubeninszenierung in Mundart mit.

Nach einjähriger Bauzeit kann im Oktober 1982 der Erweiterungsbau zum Evangelischen Gemeindehaus fertiggestellt und eingeweiht werden. Architekt ist Alfred Jäger aus Grebenhain.

1983 wird Crainfeld als erster Ortsteil der Gemeinde Grebenhain in das im Vorjahr neu aufgelegte Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen.

Am 10. März 1985 werden die hessischen Kommunalwahlen abgehalten. Das Ergebnis der Wahl zum Ortsbeirat von Crainfeld ist: Karl Ruhl 152, Werner Kraft 136, Heinrich Hofmann 113, Jürgen Rehberger 106, Karl Scholtes 78, Albrecht Schwarzhaupt 75, Wilhelm Müller 66, Richard Müller 65, Wilhelm Ganß 41, Helmut Krusche 32. Die Wahlbeteiligung beträgt 73,4%.

Am 12. Mai 1985 begeht der Schützenverein Crainfeld sein 10-jähriges Jubiläum und richtet erstmals das Kreisschützenfest aus.

Vom 2. bis 4. August 1985 feiert die Freiwillige Feuerwehr Crainfeld ihr 50-jähriges Bestehen.

Im April 1986 findet erstmals die Crainfelder Lüderkirmes statt, die in der Folgezeit die traditionelle Pfingstkirmes ablöst.

1987 erscheint das von Friedrich Müller, dessen Eltern aus Crainfeld stammten und später in Rockenberg in der Wetterau lebten, verfasste Heimatbuch "Crainfeld. Aus der Geschichte eines Dorfes im Vogelsbergkreis". Das Buch basiert zum großen Teil auf den vom gleichen Autor in den Vorjahren verfassten Beiträgen zur Ortsgeschichte in "Heimat im Bild", der Beilage des "Gießener Anzeiger", "Kreis-Anzeiger" und "Lauterbacher Anzeiger".

Nach den hessischen Kommunalwahlen am 12. März 1989 wird Albrecht Schwarzhaupt durch den Ortsbeirat zum neuen Ortsvorsteher von Crainfeld gewählt. Die Wahl zum Ortsbeirat hat das Ergebnis: Werner Kraft 163, Heidrun Schlosser-Feix 108, Wilhelm Hofmann 97, Wilhelm Müller 91, Albrecht Schwarzhaupt 90, Harald Bönsel 65, Erwin Schmalbach 62, Walter Seibert 48, Karl-Heinz Flach 47, Norbert Bosecker 39, Richard Müller 38.

Am 9. Dezember 1990 wird die neue Kirchenorgel eingeweiht.

Zum 31. März 1991 wird der Teilabschnitt der Vogelsbergbahn zwischen Grebenhain und Oberwald (Anschluß Stabernack) offiziell für den Güterverkehr stillgelegt. Dies bedeutet das Ende des verbleibenden Eisenbahnverkehrs über die längst ungenutzte Haltestelle Crainfeld. Der Abschnitt zwischen Grebenhain und Lauterbach (Süd) folgt zum 29. Mai 1994.

Am 15. September 1991 wird die neue vierte Kirchenglocke feierlich geweiht und im Kirchturm aufgehängt. Sie ist von der Glockengießerei Rincker in Sinn gegossen worden, wo zur gleichen Zeit auch die älteste Kirchenglocke von 1627 restauriert worden ist.

Die Dorferneuerung in Crainfeld wird im Jahr 1991 abgeschlossen.

Im Rahmen eines Schulprojekts der Oberwaldschule werden 1992 die Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof und ihre Inschriften erstmals dokumentiert.

Am 7. März 1993 werden die Kommunalwahlen in Hessen abgehalten. Bei der Wahl zum Ortsbeirat stimmen die Crainfelder für: Werner Kraft 151, Albrecht Schwarzhaupt 146, Heidrun Schlosser-Feix 125, Harald Bönsel 111, Eberhard Rauber 99, Erwin Schmalbach 89, Karl-Heinz Flach 86, Walter Seibert 67, Wolfgang Feix 61, Torsten Herchenröder 37. Die Wahlbeteiligung beträgt 79,3%.

Am 15. Oktober 1993 erfolgt der Beschluß zum zweiten Flurbereinigungsverfahren in der Gemarkung Crainfeld.

Von August bis September 1995 wird der Windpark auf dem Maienberg errichtet. Er besteht aus vier Windkraftanlagen des Typs Micon M1500-600 mit einer Nennleistung von je 600 kW. Projektierer ist die EnerSys GmbH in Osnabrück, Betreiber die Ventus GmbH in Wiesbaden.

1996 wird die Gemeinschaftsstallanlage an der Gemarkungsgrenze zu Bermuthshain und Grebenhain erbaut, die zunächst von Landwirten aus diesen Orten betrieben wird. Sie erhält später den Namen "Lüderhof".

Am 2. März 1997 finden die Kommunalwahlen in Hessen statt. Das Ergebnis der Wahl zum Crainfelder Ortsbeirat ist: Jürgen Rehberger 146, Werner Kraft 138, Harald Bönsel 112, Erwin Schmalbach 107, Eberhard Rauber 98, Torsten Herchenröder 78, Heinfried Rehberger 73, Tobias Müller 56. Die Wahlbeteiligung beträgt 69,9%. Im Anschluß an die Wahlen und die Konstituierung des neuen Ortsbeirats wird Harald Bönsel zum neuen Ortsvorsteher von Crainfeld gewählt.

Im März und April 1997 werden die Gleise der stillgelegten Vogelsbergbahn, fast 91 Jahre nach ihrer Einweihung, herausgerissen und die Strecke abgebaut.

Am 1. Januar 2000 wird vor dem früheren Gasthaus "Zum Hessischen Hof" ein Denkmal zur Erinnerunng an die Dorferneuerung, Flurneuordnung und Kanalisierung enthüllt.

Am 1. Mai 2000 wird der auf der Bahntrasse der ehemaligen Vogelsbergbahn verlaufende Vulkanradweg eingeweiht. Der in einer Bürgerinitiative wurzelnde Radweg verläuft zunächst von Lauterbach bis zur Gewann "Eisenberg" zwischen Grebenhain und Bermuthshain und wird bis zum 1. Mai 2001 bis Hartmannshain verlängert. Der Weiterbau im Wetteraukreis erfolgt drei Jahre später.

Bei den hessischen Kommunalwahlen am 18. März 2001 wird der Ortsbeirat von Crainfeld wie folgt neu gewählt: Harald Bönsel 336, Jürgen Rehberger 301, Erwin Schmalbach 153, Heinfried Rehberger 135, Bernd Schneider 103, Torsten Herchenröder 85, Michael Blößer 69. Die Wahlbeteiligung beträgt 59,9%.

Am 26. März 2006 finden die Kommunalwahlen in Hessen statt. Bei den Wahlen zum Ortsbeirat von Crainfeld werden gewählt: Jürgen Rehberger 257, Harald Bönsel 225, Bernd Schneider 136, Michael Mohr 124, Heinfried Rehberger 124, Arnold Kircher 109, Stefan Schmelz 107, Ralf Pfannstiel 58.

Durch den Orkan "Kyrill" am 18. Januar 2007 wird ein Teil der Kupferbedachung vom Turmhelm der Kirche heruntergerissen und muss aufwändig erneuert werden.

Am 27. Januar 2008 findet die Wahl zum 17. Hessischen Landtag statt. Das Ergebnis bei den Wahlkreisstimmen ist in Crainfeld: Kurt Wiegel (CDU) 90, Manfred Göhrig (SPD) 80, Mario Döweling (FDP) 24, Erik Siefart (Grüne) 10, Dietmar Schnell (Die Linke) 7, Hans-Heinrich Käs (NPD) 3, Lars Wicke (FWG) 3, Holger Jacobsen (REP) 2. Das Ergebnis bei den Landesstimmen ist: SPD 85, CDU 83, FDP 26, Die Linke 12, Grüne 9, FWG 3, NPD 3, REP 1.

Zwischen März und Dezember 2008 wird das Geläut im Kirchturm saniert, nachdem bei einer Besichtigung schwere Schäden festgestellt wurden. Die Glocken können während dieser Zeit nicht geläutet werden.

Am 21. Juli 2008 tritt der Ortsbeirat von Crainfeld aufgrund von Differenzen mit der Gemeinde über die geplante Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses geschlossen zurück.

Bei den notwendig gewordenen erneuten hessischen Landtagswahlen am 18. Januar 2009 stimmen die Crainfelder Wähler diesmal im Wahlkreis für: Kurt Wiegel (CDU) 88, Manfred Görig (SPD) 51, Cornelia Bothe (Grüne) 26, Mario Döweling (FDP) 24, Dietmar Schnell (Die Linke) 5, Ursula Schäfer (NPD) 1. Die Landesstimmen entfallen auf: CDU 70, SPD 48, FDP 41, Grüne 25, Die Linke 6, FWG 5, REP 3, NPD 1. Die Beteiligung beträgt dieses Mal 59,3%.

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr findet am 26. April 2009 der Kreisfeuerwehrtag in Crainfeld statt. Die im Vorfeld von der örtlichen Jagdgenossenschaft gestifteten Hausnamensschilder an den Häusern im alten Ortskern werden dabei erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Evangelischen Gemeindehaus wird am 27. Mai 2009 ein Festausschuß von Vertretern der Kirchengemeinde und der örtlichen Vereine zur Vorbereitung der 1000-Jahr-Feier von Kirche und Ort Crainfeld im Jahr 2011 gegründet.

Das Ergebnis der Wahlen zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009 in Bermuthshain ist bei den Erststimmen wie folgt: Claudia Blum (SPD) 38, Michael Brand (CDU) 33, Mario Klotzsche (FDP) 31, Wolfgang Lörcher (Die Linke) 15, Ernst Sporer (Grüne) 14, Hans-Joachim Bosold (NPD) 4. Das Ergebnis bei den Zweitstimmen ist: CDU 68, SPD 62, FDP 54, Die Linke 19, Grüne 17, Tierschutzpartei 3, NPD 2, Piratenpartei 2, REP 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 66,2%.

Zu Beginn des Jahres 2010 wird das Zentra-Ladengeschäft von Hildegard Rehberger im Märzwiesenweg nach rund 140-jährigem Bestehen eines Kaufladens in dem Haus geschlossen.

Bei den hessischen Kommunalwahlen am 27. März 2011 wird der Ortsbeirat von Crainfeld wie folgt neu gewählt: Stefan Jäger 259, Bernd Schneider 258, Daniel Schmalbach 213, Ralf Pfannstiel 131, Erwin Heineck 114, Marc Oechler 111, Karin Röhe 101, Pascal Oechler 87, Achim Fischbach 61. Beim Kreistag wählen die Crainfelder: SPD 3457, CDU 3304, Grüne 1597, FWG 479, FDP 423, Die Linke 252.

Im Anschluß an die Kommunalwahlen wählt der Ortsbeirat am 9. Mai 2011 Bernd Schneider zum neuen Ortsvorsteher von Crainfeld.

Am Pfingstsonntag, den 12. Juni 2011, findet die Hauptveranstaltung der über das Jahr verteilten Veranstaltungen zur Feier des 1000-jährigen Gründungsjubiläums der Kirche Crainfeld und damit der ersten eindeutigen urkundlichen Erwähnung des Dorfes (nach der Datierung durch den Druck des Pistorius 1607) statt. Im Ortskern um die Kirche herum wird eine Feststraße mit zehn Stationen aufgebaut. Auf dem historischen Gerichtsplatz am "Kippel" wird eine Gerichtssitzung als Theaterstück inszeniert.

Die Neuwahl des Landrats des Vogelsbergkreises steht am 6. November 2011 an. Im ersten Wahlgang stimmen die Crainfeld bei 43,4% Beteiligung für: Rainer Hans Vollmöller (CDU) 78, Manfred Görig (SPD) 45, Ingo Schwalm (Die Linke) 12. Bei der notwendigen Stichwahl am 20. November 2011 entscheiden sie sich bei 43,1% Beteiligung für : Vollmöller (CDU) 83, Görig (SPD) 53.

Am 31. Dezember 2011 hat Crainfeld 408 Einwohner.

Am 16. Juni 2013 findet die Neuwahl des Bürgermeisters in der Gemeinde Grebenhain statt: Im Ortsteil Crainfeld wird gewählt (alle Kandidaten parteilos): Sebastian Stang 137, Stefan Jäger 61, Kerstin Mayer 27, Thomas Niggenaber 3. Die Wahlbeteiligung beträgt 69,2%.

Im Zeitraum vom 15. August bis 1. Dezember 2013 erfolgt im Rahmen der Flurbereinigung in der Gemarkung Crainfeld der Übergang der Grundstücke an die neuen Eigentümer.

2014 wird das Umspannwerk an der Hochspannungsleitung am Maienberg fertiggestellt. Es wird von der Luftstrom Energiegesellschaft mbH in Mühlheim am Main betrieben und dient der Stromeinspeisung eines Windparks bei Freiensteinau.

Am 21. Februar 2015 kommt es zu einem Großbrand in der Gemeinschaftsstallanlage "Lüderhof", der durch die Feuerwehren der Gemeinde Grebenhain bekämpft wird.

Bei den Kommunalwahlen in Hessen am 6. März 2016 wird der Ortsbeirat von Crainfeld neu gewählt. Das Ergebnis ist: Bernd Schneider 326, Nicole Jäger 269, Benjamin Flach 249, Daniel Schmalbach 171, Marc Oechler 137, Ralf Pfannstiel, Pascal Oechler 101, Karin Röhe 45.

Der Edelhof wird von August bis November 2016 umfassend saniert. Das sichtbare Fachwerk mit seinen Schnitzereien wird auf der Grundlage von Farbbefunden komplett neu gestrichen und in kleinen Teilen auch ausgebessert. Ebenso werden die Holzverschindelung im Erdgeschoss teilweise erneuert und durchgehend wieder Sprossenfenster eingesetzt. Moderne Fassadenveränderungen auf der Rückseite werden rückgängig gemacht.

Bei der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag am 24. September 2017 gibt es folgende Ergebnis bei den Erststimmen in Crainfeld: Michael Brand (CDU) 73, Birgit Kömpel (SPD) 72, Martin Hohmann (AfD) 34, Sibylle von Brunn (FDP) 12, Walter Rammler (Grüne) 12, Nick Papak Amoozegar (Die Linke) 7, Martin Kohlhepp (NPD) 1, Michael Krebühl (FWG) 1. Das Zweitstimmen-Ergebnis ist: CDU 71, SPD 51, AfD 36, FDP 22, Grüne 19, Die Linke 8,  FWG 1, NPD 1, Tierschutzpartei 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 66,7%.